#dankbar

Es ist für die meisten, die mich kennen, kein Geheimnis, dass ich ein paar echt harte Wochen hinter mir habe. Es ging einiges drunter und drüber, ich habe Entscheidungen getroffen, die mein Leben verändern und zu allem Überfluss die ein oder anderen Erlebnisse, bzw. zwischenmenschliche Begegnungen gehabt, auf die ich in der ohnehin turbulenten Zeit gerne verzichtet hätte. Ich habe das Gefühl, jetzt komme ich endlich mal ein bisschen zur Ruhe. Die Wut und die Anspannung fallen von mir ab. Ich bemerke, wie Trauer dann und wann in mir hochkriecht, wie ich hin und wieder beginne, zu vermissen. Ich werde weicher und sentimentaler. Vielleicht liegt es auch ein bisschen an der nahenden Weihnachtszeit. Vielleicht kommt von allem etwas zusammen.
Wie es mir in den nächsten Wochen und Monaten ergehen wird, weiß ich nicht. Aber ich möchte an dieser Stelle einfach mal kurz innehalten und dankbar sein.

Ich bin dankbar für meine Mädels, bzw. generell meine allerbesten Freunde, die nahezu kompromisslos für mich da waren, genauso wie es in ihrer Macht stand. Sie hören mir immer wieder zu, ziehen sich minutenlange Sprachnachrichten rein, trinken mit mir Wein, lassen mich einfach nur da sein oder gucken mit mir sinnlose Serien, um mich auf andere Gedanken zu bringen. Und egal wie oft ich mit einem Thema um die Ecke komme, wir haben noch nicht genug darüber gesprochen.

Ich danke meinen Kinky-Freunden, die für mich einstehen, egal was ist. Die bereit wären, für mich durch das Feuer zu gehen oder auch Feuer zu legen. Die in mir nicht nur ein Lustobjekt, sondern eine sensible Freundin und Frau sehen. Die mit mir Pizza essen gehen oder spontan auf eine Flasche Wein vorbeikommen, oder zwei. Mit denen ich ausgelassen vögeln und feiern kann, die aber im Notfall Ihre Hand über oder eben auch unter mich halten.

Ich bin auch meiner Cousine dankbar. Sie ist das einzige Familienmitglied, welches weiß, was bei mir passiert und, die sich als einzige Mühe gibt, mich zu verstehen und sich neutral und loyal verhält. Dieses Verhalten stärkt mir unglaublich den Rücken und nimmt mir einen kleinen Teil meiner Einsamkeit.

Ich danke nach wie vor meinem Ex-Chef, zu dem ich nach meinem offenen und ehrlichen Brief ein noch viel vertrauteres Verhältnis habe, als damals, wo wir noch zusammen arbeiteten. Bei ihm habe ich mehr und mehr das Gefühl, er füllt mit seiner väterlichen Rolle eine Lücke in meinem Leben. Vertrauen geben, heißt auch, Vertrauen bekommen. Bei ihm weiß ich ich, dass die Türen immer offen stehen.

Ich bin extrem dankbar für meinen Therapeuten, der mich seit beinahe drei Jahren wöchentlich professionell betreut und der mich schon in allen erdenklichen Verfassungen gesehen hat. Diese Woche sagte er mir, dass ich mittlerweile so unglaublich klar bin in meinen Gedanken und auch sehr souverän, diese zu äußern. Auch das macht mir Mut. Er macht mir Woche für Woche Mut, dass ich auf dem richtigen Weg bin, dass mit mir im Grunde alles okay ist, dass alles gut werden wird.

Ich danke auch den Narzissten, die mein Leben durchkreuzt haben, mich gequält und mich misstrauisch haben werden lassen. Vielleicht macht mich Misstrauen manchmal zu vorsichtig und zu argwöhnisch. Aber dieses Misstrauen schützt mich auch vor Verletzungen, vor Fehlern und vor toxischen Beziehungen. Vor allem, weil ich endlich gelernt habe, Muster zu deuten und mich nicht wieder und wieder auf Menschen einzulassen, die in erster Linie nur an sich selbst und ihr Vorankommen denken. Weil ich nun endlich an der Reihe bin, an mich zu denken und mir auch mal Glück zu gönnen.

Ich bin sogar meinen Instagram-Followern dankbar, weil sie, ohne mich zu kennen, Likes da lassen. Weil das nicht nur notgeile Böcke sind, die sich an meiner hübschen Hülle ergötzen. Nein, die sind großteils empathisch und schreiben mir sogar liebe und anerkennende Kommentare.

Ich bin dankbar für mein Orchester, weil ich dort einen Zufluchtsort habe, an dem keine Fragen gestellt werden, wenn ich nicht will. Dort nimmt man mich als Musikern, vielleicht auch als exotische und leicht verwegene Frau wahr. Dort habe ich die meisten meiner Sorgen nicht, weil es um Spaß und gemeinsames Musizieren geht. Das Orchester ist ein Ort der Sicherheit und des Abschaltens für mich.

Ich bin echt dankbar für mein Fitnessstudio und die Trainer dort. Es ist für mich ein Ort, wie ein zweites Wohnzimmer geworden. Wenn ich dort bin, geht es nur um mich, me time und meinen Körper. ES geht um Power und zugleich Gelassenheit, darum, mich selbst immer wieder herauszufordern, noch mehr aus mir herauszuholen. Kurz: es geht ausschließlich um mich. Dass ich dabei unglaublich fit geworden bin im letzten Jahr, ist natürlich ein extrem toller Nebeneffekt.

Ich bin unglaublich dankbar für meine Arbeit, die ich jeden Tag mit viel Freude mache. Ich bin stolz auf das, was ich mir aufgebaut habe und darauf, dass ich von Tag zu Tag besser und souveräner werde und so die Interessen meiner Firma und meiner Kunden vertrete. Ich bin dankbar für meine wundervolle Kollegin, die sowohl professionell, als auch freundschaftlich ein echter Rückhalt für mich geworden ist und die ich jedes Mal vermisse, wenn sie auch nur einen Tag frei hat.

Ich bin zuletzt dankbar für mich selbst, weil ich trotz allem, was ich erlebt habe, was ich durchstehen musste und ertragen musste, doch recht gut geraten bin. Weil ich trotz Rückschlägen und einem verdammt steinigen Weg immer wieder aufstehe und weiter mache und weil mich jede vermeintliche Niederlage im Grunde nur noch immer stärker macht. Weil ich eine Person geworden bin, die ich jeden Morgen gerne im Spiegel begrüße und die ich von ganzem Herzen liebe.

2 Gedanken zu “#dankbar

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