Rauhnächte

Zum Jahreswechsel 2022/23 habe ich erstmalig die Rauhnächte zelebriert. Gehört hatte ich davon schon einmal. Bisher war mein Interesse dafür aber eher weniger vorhanden gewesen. Nachdem ich mich 2022 aber etwas mehr mit Spiritualität, Sternen und Mondphasen gefasst habe, machten mich die Rauhnächte wirklich neugierig.

Laut Mondkalender sind es die Tage „zwischen den Jahren“, die gemäß der ursprünglichen Rechnung, nämlich, dass jeder Monat 29,5 Tage hat, nicht existieren, wenn man von den heutigen 365 Tagen pro Jahr ausgeht. Bleiben also 12 Tage bzw. Nächte übrig. Das sind die Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar, die als Rauhnächte bezeichnet werden. Jede Nacht steht für einen Monat im kommenden Jahr. Es ist eine Zeit des Zurückblickens, Aufräumens, aber auch des in sich Gehens und (ich nenne es) Planens für das kommende Jahr. Neben Meditationen und einigen Reflexionsfragen, die einem für diese Zeit vorgeschlagen werden, ist das Kernritual an 13 Wünsche geknüpft. Diese Wünsche schreibt man sich vor oder in der ersten Rauhnacht auf, faltet sie zusammen und legt sie in eine Schachtel oder Kiste. In oder nach jeder Nacht wird einer der Wünsche verbrannt, ohne dass man weiß, welcher es ist. Da jede Nacht für einen Monat im nächsten Jahr steht, werden sich entsprechend der Reihenfolge dann auch die Wünsche erfüllen. Funfact: du wirst natürlich nie herausfinden, ob das auch so stimmt. Aber wie bei aller Spiritualität gehört ein bisschen dran glauben ja einfach zum Zauber dazu.

Wenn du mehr Details zu dem Thema brauchst, empfehle ich dir diese Seite. Dort ist alles sehr ausführlich beschrieben: https://globusliebe.com/rauhnaechte/

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich neben dem ganzen Umzugsstress diese Rauhnächte beinahe vergessen hätte. Umso happier bin ich jetzt, dass ich es noch durchgezogen habe. Man liest ja auch, dass man sich nicht endlos den Kopf darüber zerbrechen soll, ob man denn alles „richtig“ macht oder wie das nun geht. Ich denke, es reicht, wenn man da auf sein Gefühl vertraut und einfach macht, was sich gut anfühlt. Ich habe alle Wünsche auf besagte kleine Zettel und zusätzlich in mein Notizbuch geschrieben. So kann ich im Laufe des Jahres abhaken, was sich erfüllt hat. Außerdem habe ich jeden Tag mit Palo Santo geräuchert und jede Menge der Reflexionsfragen beantwortet. Über konkrete Inhalte der Fragen und Wünsche werde ich hier nicht eingehen. Ich denke, das ist sehr individuell und auch intim und geht nur mich allein etwas an. Zudem bin ich bei Wünschen auch abergläubisch. Es ist mir übrigens überhaupt nicht schwergefallen, spontan 13 Wünsche für mich zu formulieren.
Allein die Beschäftigung mit den Themen hat mir schon unglaublich geholfen, runterzukommen und mich ein bisschen, aber eben auch nicht zu intensiv, mit dem Shit, aber auch den guten Sachen des letztens Jahres zu befassen. Was ich irgendwie verhindern wollte war, dass ich mich wieder zu sehr in all die Gefühle und vor allem den Schmerz hineinfühle und Dinge wieder hochkommen, die längst ruhen. Auch das ist etwas, was ich festgestellt habe: Vieles ruht schon und so soll es auch bleiben. Es wieder und wieder hochzuholen und zu thematisieren, ist eher kontraproduktiv.

Das Ritual mit dem Räuchern und verbrennen des Wunsches jeden Morgen hat mir auch irgendwie Spaß gemacht und ich habe mich jeden Tag darauf gefreut. Auch hier ein Satz zum Thema Nüchternheit: Vermutlich hätte ich es nicht mit dem üblichen Feiertagskater durchgezogen. Daher geht mal wieder viel Dankbarkeit an die nüchterne Elli, der es viel leichter fällt, solche Sachen durchzuziehen.

Eine Sache, die ich auch immer wieder gelesen habe, ist, dass Träume in der Zeit besonders intensiv sind. Und was soll ich sagen, ohne dass ich an die Rauhnächte dachte (wie erwähnt, hatte ich sie ja fast vergessen) kamen nachts extrem heftige Themen hoch, die mich manches Mal völlig atemlos haben hochschrecken lassen. Insgesamt ist das nicht verwunderlich. Nach einer stressigen Zeit bin ich runtergekommen. Zudem tut der nüchterne Schlaf, der sich langsam extrem gut einpendelt, sein Übriges, dass mein Unterbewusstsein Dinge verarbeitet, die irgendwie auf der Strecke geblieben sind. Und natürlich ist der Zauber der Rauhnächte dabei nicht zu verachten.

Aufgrund der 13 Wünsche habe ich auch vollkommen davon abgesehen, mich um so etwas wie Vorsätze für 2023 zu kümmern. Das habe ich direkt mal abgeschafft, da ich die ohnehin nie eingehalten habe. Das Ding ist – das habe ich ja schon im vorherigen Beitrag geschrieben – wenn du anfängst, dich mit deinen Wünschen zu befassen, dann bekommst du Bock zu planen. Und dann bekommst du noch mehr Bock, es endlich zu tun. Und so habe ich zwischen den Jahren schon einiges in die Wege geleitet, was der Erfüllung meiner Wünsche zugutekommen wird. Und das Gefühl, die Vorfreude und alles, was dazu gehört, war so unglaublich erfüllend. Also generell ist das etwas, was man ab und zu mal tun sollte, bzw. was ich öfter tun möchte. Denn bei mir wurde zeitgleich der Gedanke laut, dass ich langsam echt mal alle Lebensträume, die ich noch so habe, in Angriff nehmen sollte. Denn irgendwann gibt es kein irgendwann mehr. Das klingt jetzt, so pathetisch. Aber im Ernst: irgendwann muss man anfangen. Also gab es insgesamt allein schon beim Notieren der Wünsche jede Menge Mutausbrüche. Und wenn ich das alles so durchziehen kann, dann wird das ein richtig krasses Jahr und ich kann euch echt nicht sagen, wie sehr es mich jetzt schon mit Freude erfüllt. Allein die Tatsache, dass ich weiß, ich KANN das alles machen… es ist unbeschreiblich.

Ich glaube, ich bin ein sehr intuitiver Mensch und wenn ich mir etwas vornehmen müsste, wäre es, noch mehr auf meine Intuition zu vertrauen. Denn gerade in den letzten fünf Jahren und eigentlich auch schon sehr oft davor hat sie mich selten getäuscht, zumindest nicht nachhaltig. Und deshalb soll es auch so sein, dass ehemalige Träume jetzt die Form von Wünschen und richtigen Plänen und Zielen annehmen, weil ich ganz tief in mir drin irgendwie spüre, dass es dafür jetzt Zeit ist, dass die Umstände stimmen. Und damit meine ich natürlich sowas wie meine soziale und berufliche, also auch finanzielle Situation. Hinzu kommt eine gewisse Intelligenz und natürlich auch mentale Reife, die manches erfordert.

Wer gut aufgepasst hat, der wird sich jetzt fragen: Moment mal: 12 Nächte, 13 Wünsche… was ist mit dem letzten?
Sehr gut! Denn, das habe ich mich natürlich auch gefragt, habe die Auflösung aber bewusst auch erst vor der letzten Rauhnacht gelesen. Den 13. Wunsch darf man in der letzten Nacht öffnen und lesen. Das, was darauf steht, darf/kann man sich aktiv selbst erfüllen. Auf meinem steht: Ich habe ein neues Tattoo. Ich musste schmunzeln, als ich das las, denn wenn ich bedenke, was ich mir sonst noch so gewünscht habe, dann ist das tatsächlich eines der Dinge, welches ich mir am leichtesten jederzeit selbst erfüllen kann. Und irgendwie fand ich das schon wieder so schön und schicksalhaft, dass ich nun mehr denn je daran glaube, dass auch all die anderen Wünsche irgendwie ihre Erfüllung finden werden. Ich bin gespannt, wann und wie und kann es insgeheim wirklich kaum erwarten.

Fazit zu den Rauhnächten: vollkommen positiv. Ich kann es jedem empfehlen, egal, ob ihr an Wünsche und sowas glaubt. Es ist im Grunde genommen lediglich eine Reflexionsübung. Man denkt ein bisschen über das nach, was war, Gutes und Schlechtes. Man überlegt, was man loslassen möchte und was das Leben in Zukunft bereichern könnte. Eigentlich auch ganz simple und natürliche Denkprozesse. Mir hat es in jeglicher Hinsicht gutgetan und auch der Zeitpunkt war für mich genau richtig. Daher denke ich, dass ich dieses Ritual gerne am Ende des Jahres wiederholen werde.

4 Gedanken zu “Rauhnächte

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