Dry January Vol. IV: Kinky Partys

Gemäß meinem Vorsatz, im Dry January alle Dinge zu tun, die ich auch getan hätte, würde ich mir Alkohol erlauben, war ich natürlich, sobald ich genesen war, wieder auf Partys. Zunächst stand eine Geburtsparty an. Natürlich im Rahmen des Machbaren, mit max. 10 Personen und wir haben alle zuvor einen PCR-Test machen lassen. Das ist das Party-Life 2022.
Generell störte mich der Gedanke, auf der Party nichts zu trinken vorher gar nicht. Ich war neugierig, wie es mir so vollkommen nüchtern gefallen würde und generell sollte ich ja auch nicht die einzige sein, die nichts trinkt. Das ist besser, als auf einer Party mit haufenweise Betrunkenen zu sein.

Was ich hier wieder merkte ist, dass ich deutlich verschlossener und ruhiger bin, wenn ich nicht trinke. Ich bin viel besonnener, ja sogar fast schüchtern, würde ich sagen. Ich war zwischenzeitlich selbst von mir genervt, weil ich gefühlt nicht richtig aus mir herauskam. Da stelle ich mir natürlich die Frage, welche der beiden Seiten meinem eigentlichen Ich entspricht.
Es kam aber auch noch hinzu, dass ich generell etwas schlechte Laune hatte und die Party eben echt überschaubar war. Also wenn von zehn Leuten allein drei oder vier Paare am Spielen waren, dann wurde es schon schwierig. Zudem fehlten zwei, drei meiner Freunde, mit denen es sicherlich noch um einiges lustiger geworden wäre. Trotzdem kam ich noch ganz gut auf meine Kosten. Ich konnte immerhin meine Spanking-Skills an zwei Personen weiter improven. Das ist nüchtern sowieso besser und vor allem weitaus weniger gefährlich.
Später gab es noch einen Flauschhaufen, den sich das Geburtstagskind gewünscht hatte. Da erreichte ich allerdings einen Punkt, wo mein nüchterner Geduldsfaden zu reißen drohte. Ich war einerseits schon ziemlich müde. Ich wollte andererseits echt gern Sex haben und dann gingen mir ein paar Personen mit ihrer kindischen Art irgendwie hart auf die Eierstöcke. Ich überlegte die ganze Zeit krampfhaft, ob ich, wäre ich angetrunken gewesen, mich auf dieses merkwürdige Spiel eingelassen hätte. Ich wollte doch einfach nur lieb ficken und keinen Kindergartenbesuch. Und vor allem wollte ich den ersten Shot nach 22 Tagen Abstinenz vom Geburtstagskind. Das war mein mir selbst erklärtes Ziel des Abends. Davon abgesehen, saß ich selbst seit Weihnachten auf dem Trockenen und sehnte mich nach seinem großen Lümmel.

Und siehe da, als ich die Hoffnung beinahe aufgegeben hatte, gab es doch noch ein Happyend. In einem kleinen Feuerwerk kamen wir beide gleichzeitig und mein Ärger und meine Sorgen waren zumindest für diesen schönen Moment vergessen. Da spielt jetzt natürlich eine ganze Menge Egoismus mit rein, aber dazu stehe ich auch.
Kurz danach (3:30 Uhr) machte ich mich dann aber wirklich auf den Heimweg. Irgendwie schön, so nüchtern. Ich legte mich ins Bett und schlief recht bald erschöpft ein und wachte am nächsten Mittag erholt auf und konnte am Tag noch ein bisschen was schaffen.

Die zweite und etwas größere Party, die ich besuchte, war dann eine sehr positive Erfahrung. Ich traf mich mit meinem Begleiter zuvor zum Essen. Er selbst trankt seit zehn Jahren nicht mehr. Irgendwie lernte ich nüchterne Gesellschaft mehr und mehr zu schätzen in der Zeit. Auf der Party kamen wir relativ schnell mit anderen netten Menschen ins Gespräch. Und ehe ich mich versah, lagen wir zu dritt im Bett. Und ja, ich war schüchterner als sonst, aber ich konnte meine Lust weitaus mehr genießen. Noch besser: ich kann mich noch jetzt an nahezu jedes Detail erinnern. Wenn ich daran denke, läuft mich noch immer ein wohliger Schaue über den Rücken. Der Sex war verdammt heiß. Nach einer guten Stunde Dreisamkeit, legten wir zu zweit noch eine zweite Runde hin. Über zwei Stunden verbrachten wir eng umschlungen und gemeinsam schwitzend, bis wir uns endlich voneinander trennen konnten. Ich genoss das Gefühl, begehrt zu werden extrem. Und ich nahm es zum ersten Mal auch ganz bewusst wahr. Es war unglaublich schön.

Der Rest der Party war tatsächlich eher so lala. Das lag aber m.M.n. wirklich daran, dass die meisten lieber Alkohol trinken und quatschen wollten, als Sex zu haben oder zu spielen. Eigentlich schade. Wir langweilten uns dann noch so ca. zwei Stunden rum. Ich kam vereinzelt mit ein paar Leuten ins Gespräch, mir wurden Drogen angeboten, die ich dankend ablehnte. Auf der Heimfahrt debattierte ich mit zwei Betrunkenen über veganes Essen. Im Bett war ich wieder gegen fünf Uhr und erwachte nach acht Stunden in aller Frische, woraufhin ich am Sonntag noch ein wundervolles Date mit dem Wikinger wahrnehmen konnte.

Damit kann ich abschließend zum Dry January sagen, dass sie Erfahrung für mich echt gut war und ich Nüchternsein wieder ganz anders bewerte. Ich denke, ich werde auch in Zukunft bewusst entscheiden, wann Alkohol eine „gute“ Idee ist und wann ich einfach darauf verzichten kann und vielleicht auch sollte. Mittlerweile habe ich auch wieder das ein oder andere Glas getrunken und meine Meinung hat sich nicht geändert. Im Gegenteil: Betrunken sein hat für mich gerade keinen wirklichen Reiz mehr. Das Gefühl, Dinge nicht mehr zu 100% mitzubekommen, weil der Alkohol meine Sinne vernebelt, fühlt sich furchtbar an. Das Gefühl zerreißt mich gerade innerlich noch ein bisschen. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.

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