Ich bin kinky – what does it mean?

Wenn man „kinky“ bei Google eingibt, kommen Adjektive wie verrückt, verdreht, pervers, abnorm…. das alles beschreibt das süße, kleine Wort kinky.

Wenn ich gefragt werde, was kinky bedeutet, dann sage ich gerne abartig. Oft werde ich dann komisch angeschaut. Ich verwende dieses Wort allerdings nicht im (meist üblichen) negativen Sinne. Kinkysein ist für mich eben eine Abart von der Norm. Das beschreibt es schon recht gut. Ich beziehe das hauptsächlich auf den sexuellen Kontext. Ich finde aber, es passt auch zu mir als Person ganz gut. Das Gegenteil von kinky nennen wir Kinksters „vanilla“. Klingt doch auch irgendwie süß, oder? Weil es eben auch in gewisser Hinsicht süß und niedlich ist. Es beschreibt Menschen, die „ganz normal“ sind, gewöhnlich sozusagen, auch das im sexuellen Sinne, aber auch charakterlich und optisch.

Ich kenne Menschen, die würden sowohl das eine, als auch das andere wertend, oder sogar abwertend für Personen anwenden. Ich tue das nicht. Wenn man das alles so liest und hört, dann könnte man aufgrund der Begrifflichkeiten wirklich eine negative Konnotation vermuten. Ich persönlich finde es kurzsichtig, Anderssein oder Normalsein als wertende Bezeichnungen zu nutzen.

Für mich geht es dabei hauptsächlich um Unterscheidungen zwischen Vorlieben und Charaktereigenschaften, aber eben auch bestimmten Verhaltens- und Lebensweisen.
Ich werte es nicht ab, nur weil jemand ein gewöhnliches Leben führt. Allerdings erlebe ich es oft, dass Menschen sich zu schämen scheinen für ihre Lebensweise, wenn sie hören, wie anders und ungewöhnlich ich viele Dinge handhabe und auslebe. Manchmal ist es, als würden sie dann kleinlaut und entschuldigen sich beinahe dafür. Wieso denn?

Interessant ist auch, dass egal welche Einstellung mein Gegenüber hat, so gut wie immer eine unglaublich große Neugier für den kinky Lifestyle da ist. Es ist offensichtlich eine große Faszination, die davon ausgeht. Ich glaube, für viele Menschen ist das ein großes Mysterium, ja auch ein Tabu, eine geheime Fantasie. Ich muss sagen, ich habe bis vor vier Jahren das Wort kinky noch nicht mal gekannt. Umso erstaunter war ich, dass kinky ja auch wirklich eine offizielle und internationale Bezeichnung für einen bestimmten, hedonistischen Lebensstil ist.

Ich fühle mich manchmal etwas hin- und hergerissen. Generell mag ich es natürlich am liebsten, wenn mein jeweiliger Partner auch kinky ist, womöglich auch schon Erfahrung hat, seine Präferenzen kennt und sogar ganz konkrete kinks hat. Das macht es irgendwie entspannter, weil man gefühlt nicht alles erklären muss. Man kommt viel leichter in den Flow. Wenn ich einem Vanilla erzähle, was ich sexuell schon so erlebt habe, dann bekommt er große Augen und eine enge Hose. Ganz offensichtlich ist allein die Vorstellung, eine Frau wie ich könnte „sich herablassen“ und ihn im wahrsten Sinne des Wortes eindringen lassen und ihre kleine schmutzige und perverse Welt, unfassbar erotisch.

Und was genau ist nun ein kink?
Ich musste lachen, weil Google als erstes „Knick“ ausspuckt. Es kommen aber auch Bezeichnungen wie Tick und abartige Veranlagung. Da haben wir es wieder. Kinks sind sozusagen die bestimmten individuellen Vorlieben der Kinksters. Denn nur weil wir alle kinky sind, haben wir noch lange nicht alle die gleichen sexuellen Interessen. Da gibt es unendlich viele Schattierungen dominant oder submissiv, homo, hertero, bi…., queer, BDSM, SM, anal ja oder nein, Rollenspiele, Dreier, Vierer, Voyeurismus, Schmerzen, Fesseln… ich höre jetzt auf, weil hier irgendwann die Seite voll ist. Das soll lediglich kurz anteasern, was es an Diversitäten so gibt.
Ich muss sagen, bevor ich so richtig kinky wurde, kannte ich viele Sachen noch gar nicht. Ich wusste nicht mal genau, wovon ich überhaupt fantasieren soll. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich schon eine ganze Menge unterschiedlicher Erfahrungen gemacht habe. Sicher habe ich noch lange nicht alles erlebt. Das wäre auch irgendwie schade. Aber ich weiß mittlerweile sehr gut, was ich nicht mag und nicht ausprobieren möchte. Und insofern kann ich jetzt die Frage nach meinen Kinks auch wesentlich leichter beantworten als noch vor zwei Jahren. Und dennoch bleibe ich neugierig und bin immer wieder gespannt darauf, Neues zu probieren.

Leute, keine Ahnung, wieso ich ausgerechnet jetzt darauf komme, einen solchen Beitrag zu schreiben. Ich habe heute Morgen in meine Entwürfe geschaut und ganz offensichtlich in einer meiner schlaflosen Nächte diesen Draft erstellt. Da ich aber tatsächlich recht oft gefragt werde, was denn nun dieses kinky bedeutet, werden sich vermutlich ein paar Menschen für dieses Thema begeistern können. Noch Fragen Wünsche, Anregungen??

2 Gedanken zu “Ich bin kinky – what does it mean?

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