Dinge verändern sich

Es geht mir nicht gut und diesmal fällt es mir ausnahmsweise schwer, für meine Gedanken und Gefühle die richtigen Worte zu finden und sie hier hinzuschreiben. Elli, die Queen der Offenheit, weiß nicht, wie sie sich ausdrücken soll. Ja, auch das kommt vor.
Was ist los? Woher kommt diese Wortkargheit?
Ich will versuchen, es zu erklären, nach und nach. Schicht für Schicht will ich diese Thematik freilegen und hier bearbeiten und verarbeiten, darüber sprechen, vielleicht auch anderen helfen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Vor allem, weil ich abwägen muss, wie viel ich davon öffentlich mache, ohne irgendwem zu schaden. Insofern bitte ich um Geduld und freue mich über jeden, der diesen Weg mit mir geht.
Es werden sich Dinge verändern – auch auf Ellis Relationship. Ich spüre, es ist Zeit, aber jede Veränderung braucht auch ihre Zeit. Und nein, das bedeutet nicht, dass es nicht auch weiterhin kinky Stuff hier zu lesen geben wird. Keine Sorge! Wenn ich mir eine Sache bewahre, dann meine Offenheit, für die Menschen mich lieben,

In den letzten Wochen habe ich eine Entscheidung getroffen, die mir alles andere als leicht gefallen ist. Sie hat mich viel Mut gekostet und sie bereitet mir jetzt gerade unfassbar schlimme Schmerzen. Ich habe wirklich lange nachgedacht, mich belesen, mich vorbereitet, mit meinem inneren Kind gesprochen. Ich habe zwei Jahre intensive Arbeit gebraucht, um diese Entscheidung vorzubereiten. Ich habe diese Entscheidung weder unüberlegt, noch überstürzt getroffen.
Manchmal muss man Dinge, die einem nicht guttun gehen lassen, auch wenn man das eigentlich nicht möchte. Wenn der Schmerz und das Leid, was sie verursachen, den positiven Dingen und den angenehmen Dingen gegenüber überwiegen, dann muss man sich entscheiden. Ich habe entschieden, dass ich endlich glücklich werden will.

Seit Monaten denke ich über die Entscheidung und ihre möglichen Konsequenzen nach. Monatelang habe ich mich gedrückt, war ratlos, wusste nicht wann und nicht wie. Jetzt war es an der Zeit. Nicht alle sind glücklich mit dieser Entscheidung – im Gegenteil und man lässt es mich spüren. Man macht es ja nie allen recht. Aber ich musste endlich mal an mich denken, mich von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen befreien. Es durchzuziehen war emotional der absolute Horror.
Als es so weit war, bzw. viel mehr als es vorbei war, dachte ich, mein Körper versagt mir seinen Dienst. Die emotionalen Schmerzen wurden fast körperlich, ich verlor komplett die Kontrolle. Das war heftig, als würde ein Teil von mir qualvoll sterben. Ich übertreibe nicht. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Und in diesem Moment, in dem ich mich so furchtbar elend, schuldig, undankbar und einsam gefühlt habe, habe ich gemerkt, dass ich die stärksten Freunde habe, die man sich nur vorstellen kann. Freunde, die mir mit unglaublich viel Liebe und Zuspruch den Rücken gestärkt haben. Das sind Menschen, die einfach am Samstagnachmittag alles stehen und liegen lassen und zu mir fahren, weil ich nicht in der Lage bin, selbst das Haus zu verlassen. Menschen, die eigentlich anderes vorhatten und stattdessen ewig mit mir auf der Couch rumliegen, sich meine Sorgen anhören, mit mir lachen, weinen, mir einfach nur den Kopf kraulen und mir ihre starke Schulter zum Anlehnen geben. Das sind Menschen, die mir einfach so ein Herz im Messenger schicken, um mir zu zeigen, dass ich nicht allein bin. Das sind Menschen, die mir sagen, dass ich keine Schuld habe, dass ich stolz auf mich sein kann und dass ich wundervoll und wertvoll bin. Menschen, die mit mir Wein trinken und mich zum Suppe essen einladen. Menschen, die einfach anbieten, dass ich mit ihnen reden kann, weil sie mein Schicksal teilen, oder die einfach nur gern für mich da sein wollen, auch wenn sie nur „da sein“ können.

Ich habe viel geweint in den letzten Tagen und ich bin froh, dass viele dieser Tränen auch Tränen der Rührung und sogar Freudentränen waren. Es erfüllt mich mit sehr viel Dankbarkeit. Dass ich selbst so richtig stolz bin auf meinen Mut und auf all die Arbeit, die ich in meine persönliche Heilung stecke, das dauert noch. Aber diese selbstgewählte Familie ist mir heilig und darauf bin ich verdammt stolz.
Die Heilung braucht noch Zeit und solange habe ich all diese wundervollen Menschen, die mir kleine Oasen des Glücks schenken. Und solange werde ich weiter mutig sein und diesen scheiß steinigen Weg gehen.

4 Gedanken zu “Dinge verändern sich

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