„Frühlingserwachen“

Nein, dies wird kein Beitrag zu Frank Wedekinds Jugenddrama, aber irgendwie fand ich den Titel für diesen Beitrag ganz passend.
An diesem Wochenende habe ich es zum ersten Mal so richtig gespürt, wie die Welt wieder erwacht. Nicht nur, dass es nun endlich mal etwas wärmer ist und weniger regnet, sondern eben auch, dass pünktlich zum späten Wetterumschwung endlich Lockerungen stattfinden.

Am Samstag habe ich mich mit einigen Kinkys auf dem Tempelhofer Feld getroffen. Bereits am Pfingstmontag haben wir in kleiner Runde im Park gesessen. Mit Test und Abstand kann man das echt machen. Ich bin auch froh, dass die allermeisten meiner engen Freunde sich wirklich so gut es geht an die Corona-Regeln gehalten haben und sich nicht nach wie vor in wilden Flauschhaufen getroffen haben. Und es hatte jeder auch seine eigenen Probleme und Problemchen in dieser Zeit, vor allem, was Beziehungen angeht. Denn als Poly war und ist diese Zeit eben echt nicht so einfach. Und gestern fiel echt oft der Satz „Der/die ist jetzt mono“. Also auch das scheint eine Folge der Pandemie zu sein.

Ich habe diese beiden Treffen wirklich sehr genossen, weil ich die meisten tatsächlich über sieben Monate nicht gesehen habe. Dabei sind die gefühlt meine Familie. Und vielleicht sind ja bald auch wieder kleine Partys möglich, denn die vermissen wir alle echt am meisten. T kam später auch noch vorbei und natürlich auch der Kitty-DJ, der gefühlt auf dem Feld wohnt. So wurde gequatscht, getrunken, geskatet…. Leider war es doch auch noch ziemlich windig, womit sich unsere Pläne noch ein wenig zu tanzen, relativ schnell in Luft auflösten, weil immer mehr von uns beschlossen, den Heimweg anzutreten. Mal davon abgesehen, tummelten sich bei den Raves mittlerweile auch schon so viele Leute ohne Abstand und Masken, dass ich selbst nicht mehr so scharf darauf war, dort mitzutanzen. Es blieben noch L und ich. Wir hatten beide noch keine Lust, nach Hause zu gehen. Und da wir beide an dem Tag negativ getestet waren, gingen wir spontan noch zu einer Bar. Es war zu unglaublich cool. Also nach über sieben Monaten mal wieder entspannt was trinken gehen, hat schon was. Danach machten wir noch an einem Späti halt, wo wir wiederum noch eine Stunde saßen. Ja, man darf dort wieder sitzen. Das ist schon echter Luxus.

An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Worte zu ihm. Ich kenne L auch von den Partys, wo wir auch schon diverse Male gespielt haben. Wir sind auch meistens die letzten, die nach Hause gehen und daher sind wir auch schon das ein oder andere Mal zusammen versackt. Er ist ein paar Jahre jünger als ich. Und bisher habe ich private Treffen nicht in Erwägung gezogen, bzw. ihm immer wieder einen Korb gegeben. Zum einen, weil ich dafür lange keine Kapazitäten hatte und zum anderen, weil ich da nie so eine Chemie gespürt habe. Das hat sich allerdings mit der Zeit geändert. Er ist wirklich ein richtig netter Typ und für sein Alter sehr reif, wie ich finde. Diesmal bin ich auf ihn zugegangen (worüber er offensichtlich etwas verwirrt war) und habe nach einem Date bzw. einer Session gefragt. Und ja, wir haben tatsächlich ein Treffen ausgemacht. Dazu dann später gern mehr. Ich bin jedenfalls stolz. Zum einen, weil ich mit committet habe, aber auch, weil ICH das will.

Der Samstagabend endete dann auch nicht bei diesem Späti, obwohl ich schon gut einen sitzen hatte. L hatte Hunger und gönnte sich noch einen Döner. Da man ab 23 Uhr dann tatsächlich schwieriger Sitzgelegenheiten findet, sind wir kurzerhand zu meinem Büro gelaufen, welches nur wenige 100 Meter entfernt war. Dort killten wir noch den letzten Wein und redeten über Gott und die Welt. Und natürlich kam mit dem Rausch auch die Hornyness. Mehrere Male überlegte ich, einfach auf seinen Schoß zu steigen. Tat es aber aus irgendeinem Grund doch nicht. Bis er dann, als würde er meine Gedanken lesen, fragte, wieso ich eigentlich noch immer auf meinem Stuhl sitzen würde. Gute Frage…

Was folgte, war wildes leidenschaftliches Geknutsche, während ich mich auf seinem Schoß räkelte. Wir waren irgendwie beide etwas … ausgehungert möchte man meinem. Es gab dann noch einen Blowjob, für den ich später großes Lob bekam. Des Weiteren einige Knutschflecke, für die er sich schon eine Rüge abholen durfte. Und dann noch ordentliches Gefingere mit einem spritzigen Happy End. NICE! Dies kommentierte er nur mit „Verdammt war das heiß“. Und als ich mich gerade wieder angezogen hatte, meinte er dann, es war so geil, er will nochmal. Also Hose wieder runter und auf zu Runde zwei. Dabei haben wir es dann allerdings belassen. Es war mittlerweile nach eins und wir waren uns einig, dass das ein schöner und gelungener Abschluss des Tages war.

Insgesamt kann ich also sagen, dass dies ein wirklich schönes Wochenende war. Es wächst in mir wieder die Hoffnung, dass wir vielleicht ein neues Berlin bekommen, welches in seinem Charme und seiner Attraktivität dem Berlin von damals, vor der Pandemie, gerecht werden könnte. Ich meine, wer sich freiwillig für eine Stadt wie Berlin entscheidet, der kauft eben automatisch alles mit, was diese wunderbare Stadt zu bieten hat. Und dann vermisst man all diese tollen Sachen, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind. Ich werde mich natürlich nach wie vor an alle Regeln halten und sehr vorsichtig sein. Aber ich merke, wie mir solche Erlebnisse Energie zurückgeben. Ich selbst muss, glaube ich, etwas aufpassen, es nicht direkt zu übertreiben. Ich bin, was das angeht, sehr sensibel und ich brauche meine Zeit, um aus der Comfortzone herauszukommen. Und ich bin tatsächlich dann auch leicht mal überfordert.

Es gibt noch eine weitere Sache, die mir in diesen Tagen klar geworden ist: Wir können nicht immer alles behalten. Und vor allem, müssen wir uns dringend von Dingen oder auch Personen trennen, die uns Sorgen, Kummer, Angst machen, die einfach unserem Mindset nicht guttun. Seit ich das getan aber, spüre ich Erleichterung. Zugleich tut es mir natürlich etwas leid. Aber so sind die Dinge nun einmal. Man kann nicht an allem festhalten. Besonders nicht an Dingen oder Menschen, die uns nicht glücklich machen. Das ist ein bisschen wie Ausmisten.

In diesem Sinne habe ich (hoffentlich) ausreichend Energie getankt und kann am Montag wieder fit und voller Power in die neue Woche starten.

Und was hat das alles mit Frank Wedekind zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Ich kenne sein Stück wirklich in- und auswendig, da ich zu Jugendzeiten selbst die Hauptrolle im Theater meiner Heimatstadt gespielt habe. Ich glaube, ich musste heute daran denken, weil es in seinem Buch eben auch um Veränderungen geht, den Reiz des Unbekannten, um Sex, um Vorlieben, Dinge die wir heute Kink nennen. Und es geht dabei eben auch um das Erforschen der eigenen Bedürfnisse. Ich denke, daher fand ich den Titel an dieser Stelle irgendwie passend. Und wenn das irgendwer anders sieht, ist mir das auch egal. 😉

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