Schon wieder Weltuntergang – oder Wolke 7 !?

Ich würde gern jeden Beitrag über meine Beziehung zu MK „Relation-Shipping“ nennen. So fühlt es sich nämlich ununterbrochen an. Erst diese Woche tobte passend zum April-Wetter ein ordentlicher Sturm bei uns oder viel mehr in mir. Jedenfalls fühlte ich mich schon wieder dem Weltuntergang nahe und habe furchtbar gelitten, weil ich dachte, es gibt mal wieder nur schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht. Und da gefühlt gerade überall Beziehungen zerbrechen, habe ich mich insgeheim schon wieder den Voll-Singles zugehörig gefühlt. Das Problem war – wen wundert es – kein unbekanntes. Eines der leidigen Themen, die wir im Herbst schon zu genüge diskutiert haben und wo wir uns auch einig waren, dass diese Probleme ein Zusammensein und -bleiben unmöglich machen. Daher war ich auch so furchtbar verzweifelt. Ich wollte um keinen Preis wahrhaben, dass wir wieder an diesen verdammten Punkt gekommen sein könnten. Ich fühlte mich einsam, hilflos, wütend und vor allem total leer und gefühlskalt. Ich wusste noch, dass ich ihn liebe, aber ich konnte es nicht mehr spüren. Es war furchtbar.

An Ostern war noch alles total super gewesen. Ich habe Zeit in seiner Wohnung verbracht, während er seine Eltern besuchte. Es war ein bisschen wie Urlaub. Ich fühlte mich dort dermaßen wohl, dass ich mich zum nächsten Schritt bereit fühlte: Die Übernachtung. Ja, das mag jetzt lächerlich klingen, aber ich als chronisch schlafgestörte Person, habe große Probleme damit, dann auch noch bei anderen zu übernachten. Es sei denn ich bin voll, aber das ist was anderes. Vielleicht messe ich dem Thema gerade aber auch viel zu viel Bedeutung bei. Jedenfalls war ich bis dahin happy und freute mich unglaublich, ihn nach Ostern endlich wiederzusehen. Leider war dieses Wiedersehen echt nicht so geil. Wir waren beide nicht wirklich gut drauf und diese miese Stimmung zog sich dann weiter so durch die Woche, bis es dann infolge einer Kleinigkeit eskalierte. Ich war durch diesen miesen Tag des Wiedersehens so verunsichert, dass ich schon wieder Panik bekam. Er hatte generell eine schlechte Phase. Und irgendwie war unsere Kommunikation zu all dem richtig ineffektiv, was am Ende alles nur noch schlimmer machte. Das führte dann dazu, dass ich das nächste Treffen direkt komplett absagte und mich zurückzog in mein Schneckenhaus. Ich wurde traurig, verzweifelt, ja sogar fies und unfair – alles, was ich eigentlich nicht sein wollte. Ich hatte doch noch an Ostern darüber nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass im Grunde alles ganz wunderbar läuft. So wunderbar, wie noch nie. Ich hatte mich dabei ertappt, wie ich in Gedanken meiner Mutter erzählte, was dieser Mensch für mich war. Und das fühlte sich alles echt gut und richtig an.

Ich bin wirklich nicht krisenerprobt, oder besser gesagt nicht gut darin, Krisen nicht in ein allgemeines weltveränderndes Chaos umzuwandeln. Ich bin dann bockig und hasse die ganze Welt – vor allem mich. Ich bestrafe mich noch ein bisschen mehr als sonst und das mischt sich mit ekelhaftem Selbstmitleid. Es ist zum Verrücktwerden. Ich kann von Glück reden, dass MK noch da ist, dass er einfach sooo entspannt geblieben ist.

Ich hatte das Gefühl, er entgleitet mir wieder, er ist unfokussiert und das Schlimmste, dass er sich mir nicht öffnet oder – wie auch immer – es nicht für nötig hält, mich über das, was in ihm vorgeht in Kenntnis zu setzen und zwar so, dass ich es verstehe. Ich denke, das hat mir Angst gemacht und mich zugleich verletzt. Und jetzt weiß ich, dass ich da bereits ahnte, was er mir dann erzählte, als wir uns endlich an einen Tisch setzten und darüber redeten, was hier eigentlich gerade los war. Er sagt mir dann etwas, was mich zum einen überraschte und was ich zum anderen eigentlich nicht hören wollte. Ich hatte mich in den letzten Wochen sehr auf diese Beziehung eingeschossen, vielleicht etwas mehr, als gut gewesen war. Das war mir nicht bewusst gewesen. Hinzu kam, dass es ihm nach wie vor schwerfiel, mir zu vertrauen. Hatte ich ihm doch, immer wenn er Schwäche gezeigt hatte, den Rücken zugekehrt und ihn „verlassen“. Diese Erkenntnis traf mich wie verrückt. Sogar jetzt schießen mir wieder Tränen in die Augen. Aber er hatte ja auch irgendwo recht. Ich versuchte auch meine Seite zu erklären. Nämlich, dass mir in diesen Momenten oft Fakten fehlten. Dinge, die in seinem Kopf vor sich gingen, die er aber nicht aussprach, sodass mir eben immer wichtige Infos fehlten, um ihm folgen zu können. Irgendwie löst das in mir komplette Überforderung aus und ich verliere ihn gefühlsmäßig komplett. Und genau das war jetzt wieder passiert. Dabei ist es mir so wichtig, dass jeder von uns den Space hat, seine Probleme und Gefühle zu äußern, dass der andere da ist und zuhört. Ich möchte da sein und zuhören, aber ich möchte eben auch verstehen. Vermutlich war es gut, die Karten mal komplett auf den Tisch gelegt zu haben. Denn das hatte schon so einen AHA-Effekt für uns beide. Und ich war jedenfalls sehr erleichtert. Schluss machen wollte im Grunde keiner von uns. Und ich war daher umso dankbarer, dass es diesmal zumindest eine Erklärung gab für das ganze Verhalten auf beiden Seiten. Vielleicht habe ich mich doch geirrt. Wir haben dazu gelernt. Eine ganze Menge sogar. Ich wünsche mir jetzt nichts sehnlicher, dass er es schafft, mir wieder komplett zu vertrauen. Und dabei möchte ich ihm natürlich auch helfen. Wie?
Ich will in Zukunft – wenn wir wieder mal ins Wanken geraten – nicht zuerst daran denken, die Beziehung zu beenden. Die Option wird jetzt einfach mal komplett gestrichen. Ich möchte, dass das in meinem Mindset keine Rolle mehr spielt. Ich denke, wir sind mittlerweile so weit, wir kennen uns und wir kennen die Probleme. Es ist an der Zeit einmal generell JA zu sagen. Heißt nicht, dass wir was definieren, in Schubladen stecken, Labels drucken. Einfach nur JA.

Wir kennen uns jetzt fast zwei Jahre. Und in diesen zwei Jahren haben wir immer irgendeine Art von Beziehung geführt. Und so oft ich versucht habe, diesen Kerl aus meinem Leben zu kicken, es hat nicht funktioniert. Ich denke, ich finde mich jetzt einfach mal damit ab, dass er, ich zitiere „solange wie möglich mit mir zusammen sein möchte“. Da musste ich das zweite Mal heulen.

Ich will nicht mehr so sein, wie mein blöder Ex-Mann, der immer, wenn es ihm nicht mehr gefiel, dachte es wäre super okay, einfach das Handtuch zu werfen. Ich denke, über diesen Punkt sind wir mittlerweile hinaus. Und ich will so auch nicht sein. Das ist weder mein Anspruch an mich, noch an das Leben noch an Beziehungen. Ich will eben keine Wegwerfgesellschaft mehr. Ich will Nachhaltigkeit, und Ich meine hey, so einen Mann findet man nicht an jeder Ecke. Weit weg von perfekt, aber eben auch fucking good für mich.

Und nun kommen wir zu dem, was ich meiner Mutter erzählt hätte, wenn sie gefragt hätte: Ich vertraue ihm. Wir sehen uns regelmäßig. Ich stehe mit Gedanken an ihn auf und schlafe mit Gedanken an ihn ein. Er bringt mich jeden Tag zum Lachen. Ich kann mit ihm weinen. Er versteht mich wie kein anderer und er ist im Großen und Ganzen so entspannt und verständnisvoll, wie sonst keiner. Er lässt mich machen und schafft es dennoch, mich ganz vorsichtig und unbewusst auf den rechten Weg zu leiten, ohne Druck, ohne Kontrolle. Weil ich durch ihn will. Er respektiert meine Arbeit und ist stolz auf mich. Ich kann mich über ihn aufregen, wie über sonst keinen, er macht mich rasend. Dieser Mann darf mit mir Dinge tun, die sonst keiner darf. Dieser Mann schenkt mir Orgasmen, von denen andere nur träumen, von denen ich zuvor nicht mal träumte. Dieser Mann holt mich auf eine Art und Weise ab, die gut ist. Und wann auch immer uns das Leben auseinanderreißen sollte, werde ich immer an die bereichernden Momente dieser Beziehung zurückdenken und dafür dankbar sein.

So okay, jetzt habe ich mich etwa hinreißen lassen. So detailliert hätte ich das meiner Mutter nicht gesagt, aber es ist genau, was ich empfinde. Und jetzt drücken wir mal die Daumen und geben uns ganz viel Mühe, dass das auch so bleibt. Und – achtung Kitsch – irgendwie hatte doch jede dieser Diskussionen auch etwas Gutes. Wir haben dazu gelernt, sowohl über uns selbst, als auch über den anderen und vielleicht wachsen wir genau deshalb jedes Mal ein bisschen daran und rücken immer so einen Millimeter näher zusammen, als dass es uns entzweit…

tbc….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s