Finale: Fastenbrechen

Seit Gründonnerstag frage ich mich, wann man denn nun eigentlich dieses Fasten brechen darf. Am 17. Februar habe ich angefangen. Ich hätte einfach die 40 Tage nachrechnen können. Aber nein, ich habe gegoogelt und wurde dadurch auch nicht schlauer. Ich las etwas von der Osternacht. Aber wann ist die? Ich hörte, dass Menschen das Fasten am Karfreitag brechen. Nun ist das ja mit dem Plastik-Fastenbrechen so eine Sache. Faste ich 40 Tage lang Schokolade oder Alkohol, dann ist es (natürlich) naheliegend, dieses oder jenes dann endlich wieder voller Genuss zu konsumieren. Aber Plastik? Nein! Ich habe das ja bewusst gemacht, um nachhaltig auf Plastik in bestimmten Lebensbereichen verzichten zu können. Also habe ich mir nicht Haufenweise in Plastik verpackte Dinge gekauft, die mir in den letzten Wochen so wahnsinnig gefehlt haben. Ich könnte nicht mal sagen, was ich besonders vermisst habe. Und um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ich habe für mich den Ostersonntag zum Fastenbrechen-Tag erklärt. Allerdings nur symbolisch, um mit diesem Post hier ein kleines Fazit zu ziehen. Die Thematik Plastik-Reduzieren ist noch lange nicht vorbei – im Gegenteil – es fängt gerade erst an. Daher hier eine kleine Zwischenbilanz mit weiteren Learnings und Erfahrungen.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Experiments ist für mich, dass ich tatsächlich zweimal überlege, ob ich eine Sache, vor allem Lebensmittel, wirklich kaufen möchte. Ich wähle lieber das Prinzip KISS – keep it short and simple. Es ist das eine, Dinge aus Plastik zu besitzen, die lange halten, vielleicht ewig, als Essen zu kaufen, welches in Plastik verpackt ist, obwohl das komplett unnötig ist. Das hat mich weitestgehend auch von ungesunden Fertiggerichten bzw. stark verarbeiteten Lebensmitteln ferngehalten. Denn mittlerweile gibt es „ungesunden“ Mist auch ohne Ende für Veganer. Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich, dass die Lebensmittelindustrie da mitzieht. Ab und an kann man sich so etwas gönnen. Aber generell, möchte ich wirklich schauen, nicht zu viel Quatsch in mich rein zu stecken. Dieser Körper will noch eine Weile leben.
Allerdings habe ich dadurch viel auf Lebensmittel in Gläsern und Konserven zurückgegriffen. Ich weiß, die sind auch verarbeitet. Aber wir suchen ja nach praktikablen Lösungen. Für mich ist das tatsächlich der leichteste Weg. Ich habe selten Zeit, meine Woche essensmäßig zu planen, geschweige denn immer zu kochen. Ich sehe auch immer wieder wie schwer das anderen Menschen fällt und die am Ende total viel wegwerfen. Ich werfe so gut wie nie Lebensmittel weg. Dafür ist meine Ernährung vielleicht insgesamt nicht so die ausgewogenste. Aber, was heißt das schon?!

Darüber hinaus habe ich euch ja bereits in den letzten Beiträgen beschrieben, auf welche Bereiche ich mich ganz besonders Fokussiert habe beim Fasten und wo ich es geschafft habe, in den letzten 6 Wochen hier und da, nach und nach das Plastik durch nachhaltige Materialien zu ersetzen.

Hier nochmal ein kleiner Rückblick:

Plastik-Fasten Part I.: Der Anfang

Plastik-Fasten Part II.: Sushi-Sonntag?!

Plastik-Fasten Part III.: Mandelmilch und Alltagstücken

Plastik-Fasten Part IV.: Kosmetik

Plastik-Fasten Part V.: Putzen (folgt)

Ich schätze, ich habe in der Zeit wesentlich mehr Geld ausgegeben, vor allem für Dinge, die ich zunächst einmal neu anschaffen musste, wie Flaschen für die Putzmittel, einiges an Kosmetik, Nussmilchbeutel, Mandeln in großen Mengen…. Aber dafür habe ich jetzt vermutlich erstmal eine Weile Ruhe. Das mit der Pflanzenmilch habe ich mittlerweile auch echt gut raus. Es ist wirklich kein Aufwand mehr. Wenn es schnell gehen muss, nehme ich Haferflocken. Hafermilch ist mittlerweile (gerade für den Kaffee) auch meine liebste Alternative. Und warum auch immer, bin ich weggekommen vom schwarzen Kaffee. Insgesamt bin ich dadurch wohl auch sparsamer geworden. Geht es irgendwem auch so? Wenn ich 6 Tetrapaks Mandelmilch da habe, dann sind die irgendwie auch recht schnell leer. Nach dem Motto: ich hab ja noch. Wenn ich eine oder maximal zwei Flaschen Hafermilch vorbereite, dann gehe ich damit sehr sparsam um. Komisch, wie die Psyche einem da zusätzlich dazwischen funkt.

Insgesamt konnte ich durch all die Umstellungen und bewussteres Einkaufen einiges an Müll vermeiden bzw. Plastik in meinem Haushalt deutlich reduzieren. Wenn ich jetzt zurückdenke, ist der Aufwand gar nicht so groß. Es ist, wie jede Umstellung, eben eine Gewohnheitssache. Mit etwas Routine ist es gar nicht mehr so schwer. Eigentlich war das bei der Umstellung auf vegane Ernährung ähnlich. Am Anfang gab man viel Geld für neue Produkte aus, musste überall genau lesen, was drin ist und es dauerte alles wesentlich länger. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat und man weiß, was man bedenkenlos kaufen kann, was es wo gibt etc., dann ist es wirklich nicht mehr schwer. Und genau das sehe ich beim Plastik-Reduzieren jetzt auch. Und am Ende möchte ich meinen, dass ich insgesamt viel weniger benötige und mich im Alltag mit einfachen Dingen zufriedengeben kann. Damit meine ich hauptsächlich das Thema Essen. Diese ganze to go Gesellschaft nervt mich ohnehin massiv. Aber da bin ich als essgestörter Mensch auch doppelt anfällig. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, wenn Restaurants endlich wieder öffnen und ich nicht immer im Gewissenskonflikt stehe, wenn ich Essen to go hole, auch wenn ich weiß, dass man mit etwas Planung auch da Plastik vermeiden kann.

Ich denke in Zukunft werde ich insgesamt noch versuchen, mehr Lebensmittel zu retten bzw. auch mal auf dem Wochenmarkt einkaufen zu gehen. Die Auswahl im Supermarkt hat sich für deutlich reduziert, gerade was frisches Obst und Gemüse angeht, da hier nach wie vor unheimlich viele Dinge in Plastik verpackt sind. Insofern werde ich weiterhin meine Basics im Supermarkt kaufen und vielleicht ja demnächst mal ein Abo für eine Gemüsekiste abschließen. Für Tipps und Erfahrungen bin ich jederzeit dankbar.

Fazit: Plastik-Reduzieren hat für mich viel mit Achtsamkeit für mich und meine Umwelt zu tun. Es ist eine „es ist mir eben nicht egal“- Haltung. Es scheint am Anfang unheimlich umständlich, aber mit etwas Übung stellt sich hie leicht eine Routine ein. Und – das finde ich besonders schön – eine Art Zufriedenheit. Ich gestehe, dass ich schon manchmal ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich gerade mal viel Müll produziere.
Und natürlich bin ich jetzt nicht der Plastikfrei-Samariter. Es gibt genug Bereiche, in denen ich es nicht besonders gut hinbekomme. Ich denke da nur an das Thema Online-Shopping. Aber werde ich hoffentlich konsequenter. Spätestens, wenn man wieder uneingeschränkt einkaufen gehen kann… wann auch immer das sein wird.

Insofern war das sicher nicht der letzte Beitrag zu dem Thema.
Euch allen frohe Ostern!

9 Gedanken zu “Finale: Fastenbrechen

  1. Frohe Ostern!
    Super dass Du Deine Erfahrungen an uns weitergegeben hast. Und uns gezeigt hast, dass ein Grossteil der Plastikverpackungen ohne Einbussen an Lebensqualität vermieden werden kann wenn wir nur etwas genauer darüber nachdenken.
    Es wird Zeit, dass auf TOGO-Behälter entweder mindestens 1 EUR Pfand oder drastische Steuern eingeführt werden.
    Was bin ich froh, dass wir im Ort einen Gemüsehändler haben der bei den umliegenden Gemüsebauern bzw. täglich im Grossmarkt, nach Möglichkeit regional, einkauft. Ist im Grunde nicht teurer da super frisch und deshalb fast nichts verdirbt.
    Unser Restaurant füllt das vorbestellte Essen in mitgebrachte Behälter (Grauzone der Hygienevorschriften).

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    • Ja, das mit dem Pfand finde ich auch eine super Idee. Ich meine für Plastiktüten musste man im Supermarkt auch bezahlen, bis sie abgeschafft wurden. Für mich waren selbst die wenigen Cent ein Grund, das nicht zu tun.
      Ich bin auch immer froh, wenn Restaurants ohne „meckern“ meine mitgebrachten Behälter nehmen, trotz Grauzone.

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  2. Die Osternacht ist die zu Ostersonntag.
    Interessante Erfahrungen mit Deiner Plastik- Reduzierung. Hier bei uns setzt die Kreisverwaltung einen Impuls von außen, indem es gelbe Tonnen gibt und man nicht mehr unendlich viele gelbe Säcke an die Straße stellen kann. Dau nur eine statt zwei Leerungen monatlich.

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    • Danke für die Aufklärung zur Osternacht. Als Atheist habe ich mich damit bisher nie so wirklich beschäftigt.
      JA, die Abschaffung der gelben Säcke finde ich auch eine richtig gute Sache. Die Menschen sollten allgemein mal anfangen nachzudenken, wenn die Mülltonnen im Hinterhof regelmäßig überquellen.

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  3. Hier bei mir daheim in Kärnten wird das Fasten meist am Karsamstag nach der Fleischweihe gebrochen. Da gibts eine Korb mit Ostersdhinken, div. Würsten, Salami, teils auch Zunge, Eier und wichtig Reindling (sehr spezieller Germteiggebäck in Gugelhupfform), der zur Kirche getragen wird und dort vom Priester dann gesegnet wird. Das ganze ist allerdings sehr speziell auf Kärnten beschränkt, hier sperren die Geschäfte auch Samstag um 14 Uhr zu, im Gegensatz zu Rest Österreich.. 🤗😆.
    Zu deinem speziellen Fasten, wäre es schade wenn du damit aufhören würdest, jetzt wo Du mitten drin bist. Da Plastik sich manchmal nicht vermeiden lässt, isind die letzten Tage, einfach als erster Schritt zu sehen für Dich. 🤗🤗🤗

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    • Danke für den kleinen Einblick in die Kärntener Ostertraditionen.
      Aufhören werde ich sicher nicht. Und ein Fastenbrechen gab es in dem Sinne nun auch tatsächlich nicht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich dieses Osterfest einfach ausgelassen habe, weder gefeiert noch eingekauft und allgemein sehr sparsam gelebt habe.

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  4. Zwecks Gemüsekiste habe ich gute Erfahrungen mit Etepetete gemacht. Bei uns im Umkreis gibt’s keine Bauern oder solidarische Landwirtschaft (SoLaWi), die sowas anbieten, das hätte ich dem vielleicht noch vorgezogen, weil es dann vermutlich ja auch regionaler ist als vielleicht bei Etepetete. In der Mixkiste (Obst und Gemüse) waren halt regelmäßig Bananen, Zitrusfrüchte und auch mal Avocado bei, die haben ja nun mal einen weiteren Reiseweg zu uns. Zumindest sind die Kisten plastikfrei, es ist „Gerettetes“ und ich fand auch, dass sich das Gemüse/Obst oft echt lange gehalten hat, wenn man jetzt mal keine Zeit hatte das zu verarbeiten. Leider ist der kleinste Bezugszeitraum 2 Wochen, da stapeln sich dann halt die Pappkartons, besser als Plastik klar, aber auch irgendwo Müll und mit der Zeit nervig, wenn man das laufend wieder loswerden muss. Wäre halt schön, wenn es da auch sowas wie ein Pfandsystem gäbe. Aktuell hab ich das Abo auch nicht mehr, weil wir seit einem Jahr keine eigene Küche haben und sich dann gezeigt hat, dass wir dadurch im Moment nicht oft genug selbst kochen, um eben alle 2 Wochen solchen Lieferungen zu bekommen und vollständig zu verarbeiten.

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    • Hi, danke dass du deine Erfahrungen mit Etepetete hier mit uns teilst.
      Ja, das mit dem Müll ist eben immer so eine Sache. Das nervt mich auch gerade sehr, da ich vieles bestelle aufgrund der aktuellen Situation.
      Das mit der Gemüsekiste werde ich mir aber mal überlegen. Alternativ hat to good to go ja auch immer mal solche Angebote, wo man nicht gleich an ein ABO gebunden ist. Denn ich hätte als Single-Haushalt das gleiche Problem, dass ich vermutlich nicht alles schaffe.

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