Relation-Shipping

Ich denke, langsam wird es an der Zeit, dass ich hier mal ein kleines Update zu meinem Beziehungsleben da lasse. Im Grunde hat sich nicht viel geändert. Ich date immer noch die gleichen Männer, wenn auch weniger regelmäßig. Aber aktuell geben es weder noch die Umstände her, dass man sich öfter trifft, noch die Zeit. Dating in Corona-Zeiten als Poly ist nicht wirklich einfach.

Nichtsdestotrotz finde ich es erwähnenswert, dass MK wieder einen bemerkenswerten Teil in meinem Leben eingenommen hat. Aber für jeden, der hier aufmerksam liest, ist nicht einmal das eine große Neuigkeit. Seit er vor mehr als vier Wochen in seine neue Wohnung gezogen ist, sehen wir uns jedes Wochenende. Und seit ich tagsüber in meinem neuen Co-Working-Space arbeite, sehen wir uns auch immer mal unter der Woche zum Mittag, da seine Wohnung nur fünf Minuten entfernt ist. Ich habe das nicht bewusst so ausgesucht, aber dieser Zufall passt mir und uns gerade sehr gut.

Irgendwie habe ich das Gefühl, zum ersten Mal selbst JA gesagt zu haben, zu meinen Gefühlen und zu der ganzen Beziehung. Nicht wie beim letzten Mal, wo es ja mehr oder weniger ein Experiment war, welches irgendwie viel zu kompromissig und daher irgendwie von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Aktuell sind wir uns zwar unserer Gefühle füreinander bewusst und sagen uns das auch ganz offen und leben es aus. Aber irgendwie ist da viel weniger Druck dahinter als noch in letzten Jahr. Ich habe mich DAFÜR entschieden. Ich will gerade. Und das fühlt sich verdammt gut an.

Nun frage ich mich natürlich, sind wir reifer geworden? Hat wirklich jeder für sich an seinen Problemen gearbeitet und funktioniert es deshalb jetzt besser? Ich denke ja, wir sind beide weiter gekommen. Und die neue Wohnung tut ihm wirklich sehr, sehr gut. Zum Anderen muss man auch sagen, wir haben gerade wieder einen Lockdown. Es gibt sonst nicht viel anderes zu machen. Daher können wir die freie Zeit gut miteinander verbringen. Das klingt jetzt irgendwie unromantisch, aber wir sind uns dessen diesmal durchaus bewusst. Wie wird es, wenn es alles wieder „normal“ wird? Die Frage kann mir sicher jetzt keiner beantworten. Diesmal kalkulieren wir das aber mit ein, dass sich wieder einmal alles ändern könnte. Und auch, wenn sich das so viel reifer und erwachsener anfühlt, habe ich die Befürchtung, es könnte diesmal genau deshalb noch härter werden. Aber das warten wir mal ab.

Jetzt gerade fühlt es sich so an, als wäre da endlich wieder der Mann, in den ich mich anfangs verliebt habe. Und ja, diese Gefühle sind echt. Niemals würde ich die magischen drei Worte zu jemandem sagen, wenn ich sie nicht ernst meine. Und das macht mich gerade unfassbar glücklich.
Ich fühle mich sicher. Und das will wirklich etwas heißen. Und irgendwie wünsche ich mir diesmal, dass es so bleiben könnte.
Ich meine, wir sind diesmal auf einem besseren Weg als noch vor einem Jahr. Und ja, ich bin eigentlich kein Fan von solchen on/off Geschichten. Aber irgendwie stehe ich wohl auf zweite Chancen.

Die letzten Tage und Wochen ging es mir teilweise gar nicht gut. Aktuell muss ich ganz viel verarbeiten und verstehen. Und nach wie vor ziehe ich mich in solchen Situationen zurück. Ich möchte dann regelrecht niemanden sehen oder hören. Vor allem, weil ich weiß, dass ich dann immer hypersensibel bin. An einem Tag, war mir bewusst, dass ich einen sinnlosen Streit vom Zaun brechen würde. Daher habe ich mir lieber Zeit für mich genommen. Alles andere wäre kontraproduktiv und am Ende auch ziemlich unfair gewesen. Ich fühlte mich auch echt elend deswegen. Dennoch war ich super froh, dass MK mich so nahm, wie ich bin und es akzeptieren konnte. Davor habe ich wahnsinnigen Respekt. Ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte. Und genau das sind die kleinen Dinge, die mir das Gefühl von Sicherheit geben. Wir müssen nicht immer da sein, wenn wir DA sind.
Und am Ende sind das Probleme, die ich selbst regeln muss. Er kann mir gar nicht aktiv helfen. Und das weiß er auch. Natürlich kann er mich in den Arm nehmen und für mich da sein. Aber die Sachen bewältigen muss ich ganz allein. Und dass er mir da keinen Druck macht und mich machen lässt, entspannt mich wirklich.

MK kennt mich, er kennt meine Macken und Schwachstellen und manchmal hilft er mir sogar, diesen noch weiter auf den Grund zu gehen. Ich muss mich nicht verstecken. Das wäre auch sinnlos. Er nimmt mich mit all dem Ballast, den ich mitbringe einfach. Kein Druck, keine Erwartungen. Ich denke er weiß, dass ich dann schneller wider weg sein könnte, als uns beiden lieb ist. Zunächst einmal muss ich mir selbst verzeihen in vielen Dingen. Und dann irgendwann werde ich es schaffen, mir zu erlauben so richtig zu lieben und geliebt zu werden.

Daher belassen wir es aktuell auch bei: Wir tun uns gut. Und wenn er mich seine Freundin nennt, bekomme ich auch nicht gleich Schnappatmung. Mir ist es mittlerweile vollkommen egal, wie wir uns nennen. In erster Linie geht es darum, wie es uns dabei geht.

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