Plastik-Fasten Part II.: Sushi-Sonntag?!

Wenn man nichts kauft, ist Plastik-Fasten einfach. Und so einfach mache ich es mir auch gerade. Ich habe aber auch den ganzen Vorratsschrank voll, wieso sollte ich also etwas kaufen? Vielleicht lehrt mich dieses Fasten auch, mal nicht immer Neues in den Schrank zu stellen, sondern eben einfach erstmal alles aufzubrauchen, bis man wirklich nichts mehr hat. Man sagt so oft „Ich habe nichts zum Essen im Haus“, dabei sind die Möglichkeiten fast endlos. Man muss nur ein bisschen kreativ sein.

Ansonsten habe ich am Freitag noch Mandeln im Unverpackt-Laden geholt und werde mich morgen dem Projekt Madelmilch widmen. Ich bin gespannt und werde berichten.

Eine Sache, die ich mir irgendwie in der Pandemie angewöhnt habe, ist mein Sushi-Sonntag. Einfach unnormal viel Sushi bestellen, alles in mich reinschaufeln und dann schön im Fresskoma den Sonntag vor Netflix verschwenden. Besser geht es doch gar nicht. Das absolute Wochenhighlight. Zumal ich unter der Woche essenstechnisch auch echt spartanisch lebe. Allerdings ist Sushi immer in verdammt viel Plastik eingepackt. Diese Müllmengen haben mich schon die ganze Zeit massiv gestört. Wie gut, dass pünktlich mit der Fastenzeit auch dieser merkwürdige Früh-Frühling angefangen hat. Also ehrlich, da hatten wir ewig keinen Schnee mehr in Berlin, dann kommt diese Kältewelle und zwei Wochen später taut der Schnee innerhalb eines Tages weg und wir switchen direkt vom Wintermantel auf die kurze Hose. Schon verrückt. Aber ich liebe es. Dieses Wetter macht mein Leben und meine Laune um 1000 % besser. Also bin ich heute mit dem Fahrrad zum Sushi-Dealer meiner Wahl gefahren und habe meine eigenen Dosen mitgebracht. Das war für den Laden auch überhaupt kein Problem, zwecks Hygiene oder so. Immerhin sparen sie so ja auch. Leider wurde Wasabi, Ingwer und Soja-Soße doch in Plastik eingepackt. Dabei war ich stolz, dass ich tatsächlich so kleine Döschen habe, die sich dafür echt gut eigenen würden. Naja…vielleicht sage ich das demnächst nochmal dazu. So hatte ich eben leider doch ein bisschen Plastik dabei. Aber man lernt ja immer dazu.

Ansonsten war dieses Wochenende echt super. Wie gesagt, dieses Wetter weckt meine Lebensgeister. Ich bin wieder Fahrrad gefahren. Ich habe viele Menschen gesehen (natürlich mit Abstand i.S.v. von Weitem gesehen). Klingt alles wenig spektakulär, aber wenn man seit mehr als sechs Wochen das Haus nur im Notfall verlassen hat, ist das schon bahnbrechend. Ich war auch endlich wieder laufen. Ein Gefühl von vollkommener Freiheit. Gestern habe ich einen tollen Spaziergang mit MK gemacht und danach haben wir noch Zeit in seiner neuen Wohnung verbracht und konnten sogar noch auf dem Balkon sitzen. Irgendwie ist es gerade wieder schön. Nicht hinterfragen, sein lassen, genießen.

Das Sushi habe ich dann heute im Park gegessen. Ich habe mich mit dem attraktiven Single verabredet. Ja, mit dem habe ich nach wie vor guten Kontakt und wir sind richtig gute Freunde geworden, die sich alles erzählen können. Dieser Kontakt besteht nun mittlerweile auch seit zwei Jahren, schon cool. Zum Essen gab es Bier. Wir haben gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass man zwar wieder draußen trinken darf, aber nicht in Grünanlagen. Darauf sprach uns tatsächlich die Polizei an. Aber die Beamten mussten selbst etwas schmunzeln. Die Ansage hieß „gehen oder schnell austrinken“. Wenn da jeder im Park sein Bier geext hat, waren am Ende sicher auch alle betrunken. Die Sache ist, in diesem Park hat so ziemlich jeder Alkohol konsumiert, der wurde dort ja auch verkauft. Dass so ca. 1000 Haushalte auf engstem Raum zusammen saßen, hat keinen interessiert. Naja…ohne Worte.

Ich fühle mich jedenfalls sehr sonnengeküsst und positiv erschöpft. Das gibt mir viel Energie für die nächste Woche auf deren Überraschungen und Herausforderungen ich mich gerade sehr freue. Tolles Gefühl.

5 Gedanken zu “Plastik-Fasten Part II.: Sushi-Sonntag?!

  1. Muss mal gerade ein bisserl stänkern: Da schwörst du dem Plastik ab, fährst sogar mit dem Fahrrad Essen holen… Alles keine schlechten Ideen. Aber dann holst du Sushi. Was meinst du wo der Fisch herkommt? Gerade bei Sushi ist der oftmals weit gereist, und zwar möglichst kalt (Tiefkühlen unterwegs ist sehr Energie-aufwendig), und möglichst schnell (hat wahrscheinlich sogar Vielfliegermeilen gesammelt). Ausserdem kommt der Lachs oftmals von der Farm, und Thunfisch (Gross-)Fangflotten fahren leider auch nicht mit Segel oder Muskelkraft.

    Versteh mich nicht falsch, ich liebe Sushi auch – aber die tiefrote Öko-Bilanz dafür wäre auch mit Plastik-Verpackung (bei uns grossteils recyclebar) und mit dem Auto (vermutlich Kurzstrecke?) nicht viel anders ausgefallen.

    Ist natürlich nicht böse gegen dich persönlich gemeint – viele Supermarktketten denken ja mittlerweile selbst über Verpackungen nach (z.b. Mehrweg-Obstnetze bei Aldi – finde ich super). Nur wenn man da dann mitten im Winter die Erdbeeren und Heidelbeeren aus Chile damit einpackt: eindeutig Ziel verfehlt!

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  2. Warum überhaupt Obstnetze? Einkaufskorb (gibts auch für Fahrräder)…
    Helmut Palmer, ein Obstbauer aus meiner Heimat, hat schon vor 40 Jahren auf dem Wochenmarkt nur an Kunden verkauft die einen Einkaufskorb dabei hatten. Und die Einkaufskörbe waren damals noch meist von Blinden gefertigte Weidenkörbe.

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  3. Ja das liebe Wetter hier in Wien war nichts anders.. zuerst schön kalt und aufeinmal schön frühlingshaft 🤗😎💪

    Wäre interessant zu wissen ob des mit der eigenen Verpackung auch hier klappen würde.. is5 gesetzlich nicht so einfach für die Restaurants 🥴🥴
    Genieße die Zeit so wie du es machst 🤗🤗

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