Plastik-Fasten Part I.: Der Anfang

Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben dafür entscheiden in der (christlichen) Fastenzeit auf etwas zu verzichten. Bisher fand ich das immer unnötig. Da ich Fasten eher mit Essen verbinde und ich ja sowieso schon auf alles Mögliche beim Essen verzichte. Vor Kurzem habe ich dann bei utopia.de einen Bericht gesehen übers Plastik-Fasten mit zahlreichen Tipps und einer App, die einen unterstützen kann. Und da ich insgesamt in vielen Lebensbereichen versuche, mehr Nachhaltigkeit reinzubringen, hochwertiger zu kaufen, länger zu nutzen und eben Plastik zu meiden, dachte ich mir, dass ich mich dieser Herausforderung stellen sollte. Allein um zu merken, wo man dauerhaft auf Plastik verzichten kann. Ich werde euch in diesen 40 Tagen hier regelmäßig auf dem Laufenden halten, wie es läuft und meine positiven und negativen Erfahrungen mit euch teilen.

Groß vorbereitet habe ich mich nicht. Natürlich darf ich alles, was ich noch zu Hause habe und in Plastik verpackt ist weiter nutzen. Generelle Ausnahmen sind Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente und Dinge, die für meine Arbeit unverzichtbar sind.

Ansonsten hilft mir die Replace Plastic App. Mit dieser kann man Barcodes scannen und sich Alternativen anzeigen lassen. Diesen Alternativen kann man dann direkt als Empfehlung bzw. Wunsch weitergeben lassen und ganz fest hoffen, dass sie demnächst im Supermarkt meiner Wahl auch zu bekommen sind.

Die ersten Tage liefen ohne besondere Vorkommnisse oder Entbehrungen. Allerdings kann ich einen großen Teil meiner wöchentlichen Lebensmittelbestellung nicht mehr aufgeben. Man weiß bspw. auch bei dem Obst und Gemüse, welches geliefert wird, nicht ob es in Plastik verpackt wird. Meine Mandel- und Hafermilch will ich ab sofort selbst machen und habe mir dafür Nussmilchbeutel bestellt. Dummerweise kamen die in Plastik verpackt hier an. Ärgerlich. Da möchte man doch meinen, dass man bei einer Forma, die auch groß Öko usw. darauf stehen hat, auf sowas geachtet wird. Nun gut… sowas kann passieren. Haferflocken kauft man gewöhnlich in einer Papierverpackung. Also auch kein Problem. Aber was ist mit Mandeln? Im normalen Supermarkt sind die in Plastik verpackt. Also fahre ich morgen erstmal los zu einem Unverpackt-Laden und kaufe Mandeln und Süßstoff. Denn den bekommt man auch so gut wie nur in Plastik. Zumindest im normalen Supermarkt.

Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass mich dieses Projekt beim Einkaufen mehr Zeit kosten wird. Das ist für mich ein Faktor, der definitiv negativ zu bewerten ist. Aber vielleicht braucht man tatsächlich erstmal eine gewisse Grundausstattung. Ich möchte das wirklich tun, aber es darf mich nicht zu sehr einschränken.
Einen Teil an Nahrungsergänzungsmitteln habe ich jetzt bei Innonature und Floranutris bestellt. Allerdings nur die Sachen die sich preislich zumindest in der Nähe der Plastik-Produkte befinden. Denn 30 € im Monat für Magnesium auszugeben finde ich dann doch etwas übertrieben. Aber hierfür gibt es auch günstig bei dm Produkte.

Außerdem habe ich so eine tolle Seite für Naturkosmetik gefunden, da werde ich sicher demnächst mal bestellen. Was Kosmetik angeht, habe ich viele meiner Produkte bereits umgestellt auf hochwertiger und damit automatisch auch auf plastikfrei. Gesichtsseren und Öle bekommt man ohnehin meist in Glasflaschen. Zudem benutze ich wiederverwendbare Bads zum Gesicht reinigen und höchstens für die Augen mal etwas Kokosöl anstatt aggressive Reiniger oder Peelings mit Mikroplastik.

Auch für den Haushalt habe ich bereits vorgesorgt. Ich habe mir von Moana Tabs für Küche, Bad und Glas geholt, mit denen man seine Reinigungsmittel selbst „anmischt“. Dazu gibt es Sprühflaschen aus Glas, die man sich aber auch selbst besorgen kann, dann ist es noch günstiger. Ich finde, die sehen auch viel schöner aus, als die bunten Plastikflaschen. Das vermeidet zudem unglaublich viel Müll und auch das leidliche Schleppen. Erfahrungsberichte hierzu folgen später.

Essen bestellen fällt in Zukunft auch erstmal aus. Ich werde immer brav das Essen abholen und meine eigenen Dosen mitbringen. Das ist umweltschonend, schont außerdem den Geldbeutel der Restaurants und ich komme vor dem Essen nochmal an die frische Luft. Bei den frühlingshaften Temperaturen, die anstehen, ist das echt gut.

Kleiner Exkurs am Rande: ich bin in den letzten Wochen, wo wir teilweise -10 Grad hatten so gut wie nicht aus dem Haus gegangen. Die Kälte konnte ich absolut nicht ertragen in diesem Jahr. Umso toller war es, gestern endlich mal wieder das Rad rauszuholen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich noch so machen werde.
Tbc….

5 Gedanken zu “Plastik-Fasten Part I.: Der Anfang

  1. Als ich die Überschift „Plastik-Fasten“ gelesen hatte, dachte ich zuerst so an meine Gewohnheiten und fühlte mich als „Hero“. Je weiter ich in Deinem Text kam, desto mehr bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Ich geh mit Leinenbeuteln einkaufen, verpacke frisches Obst & Gemüse, wenn überhaupt, in Mehrwegnetze oder mal ne Papiertüte. Aber dieses „alltägliche“ Plastik hatte ich irgendwie überhaupt nicht auf dem Schirm.
    Je länger ich über meinen Alltag nachdenke, desto größer wird der Plastikberg…
    Respekt vor Deinem Vorhaben!
    Danke für’s Teilen.

    Gefällt 1 Person

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