Briefe an meinen Ex-Mann – Last one

Lieber Ex-Mann,

was schreibt man, nach so langer Zeit?
Ich hoffe, es geht Dir gut?! Ja, sowas in der Art würde ich wohl sagen. Und ich ich meine es auch tatsächlich ernst. Wie schön, dass du jetzt ein Kind hast. Wie schön, dass deine neue Beziehung, in die du nahtlos gewechselt bist, immer noch hält. Wie schön, dass du jetzt auf dem Land lebst. Ich meine es ernst – nicht nur, weil das die Chancen erhöhrt, dass wir uns so schnell nicht wieder über den Weg laufen. Ich freue mich für Dich. Endlich haben wir beide, was wir immer wollten. Und vor allem haben wir beide uns los. Und ich wünsche mir wirklich, dass dieses Kind jetzt endlich den Sicherheit gebenden Faktor für dich darstellt, der dich an deiner Beziehung festhalten lässt – wenn eine Ehe es schon nicht war. Das klingt sarkastisch Herr L, aber ich meine es ernst! Pass darauf auf, es ist wertvoller als eine Unterschrift auf einem Blatt Papier und ein Ring am Finger.

Ob ich traurig bin, weil ich es nicht mehr bin? Nein! Ob ich gerade jetzt ein bisschen rührselig werde, weil morgen der 25. August – der Hochzeitstag – ist? Vielleicht! Aber das liegt eher an mir und den Hang zuDaten und Terminen.
Ich habe gelernt, dass dies nicht mein Leben war und niemals sein wird. Und dafür sage ich noch einmal danke. Schön, dass ich meine Freiheit habe, die mir geholfen hat, mich selbst und meinen eigenen Weg zu finden.
Warum ich Dir das schreibe? Warum ich überhaupt darüber nachdenke? Nun ja, ich war und bin ein sensibler Mensch. Dinge gehen nicht spurlos an mir vorüber. Natürlich habe ich darüber nachgedacht und mir Dich in deinem neuen Leben vorgestellt. Und ja, ich habe auch nochmal über die Schmerzen nachgedacht, die ich durch Dich hatte. Aber ich habe sie nicht mehr gespürt. Sie sind weg. Es gibt nur noch die Gedanken daran. Und ich hoffe, auch Du hast aus Deinen Fehlern gelernt.

Was auch immer es ist, Schicksal oder Karma, es hat seinen Job gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ob Du glücklich bist, weiß ich nicht. Und es ist mir auch egal, weil es mich nichts mehr angeht.
Ich bin es jedenfalls, mehr brauche ich nicht.

Lebe wohl.

Elli

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