FantaC Vol. VIII: Karma

Also so langsam glaube ich, das Karma fickt mich nur noch. Nun ja, jetzt könnte man sagen, wenigstens einer… Wobei das nicht stimmt. Es gab ein kleines Abenteur…aber dazu an irgendeiner anderen Stelle mehr. Das gehört hier gerade nicht hin.

Ich hab so langsam wirklich die Schnauze voll. Seit zwei Jahren kämpfe ich darum und arbeite daran, dass ich zufrieden bin. Dass ich mir Dinge aufbaue, dass ich ein Leben führe, mit dem ich mich gut arrangieren kann. Weit weg von perfekt, aber doch irgendwie ziemlich nah dran. Und jedes Mal, wenn ich denke, dass ich jetzt schon richtig weit gekommen bin. Oder jedes Mal, wenn sich soetwas wie Zufriedenheit in mir ausbreitet… dann kommt dieses Karma und macht mir einen Strich durch die Rechnung. Dann passiert irgendetwas, was als völlig neue Katastrope alles durcheinander wirbelt.

Also hier die harten Fakten:

  • Ich habe geheiratet, ich dachte, damit habe ich (fast) alles in meinem Leben, was ich zum Glücklichsein brauche. Tja, falsch gedacht. Nach fünf Monaten verlässt mich mein Mann. Wir streiten uns bis aufs Messer und führen noch anderthalb Jahre diesen Krieg, bis wir endlich geschieden sind.

Bis dahin habe ich wirklich sehr gelitten. Als die Scheidung dann endlich durch war, konnte ich aufatmen und tatsächlich schien es mir ab diesem Moment zum ersten Mal wieder richtig gut zu gehen. Ich dachte, jetzt kann das Leben endlich kommen. Zudem waren wir mit der Arbeit in ein neues Büro gezogen. Ich freute mich auf eine neue Ära. Bis…

  • Genau an dem Tag, als ich meine Scheidungsunterlagen erhielt, ging das Desaster mit meiner Firma los. Chef weg, Perspektive weg und mal wieder Boden unter den Füßen weg. Wieder sehe ich kein Land. Wieder muss ich kämpfen.

Es beginnt beruflich gesehen für mich die härteste Zeit meines Lebens. Nicht nur, dass ich plötzlich eine Firma leiten muss. Ich muss auch noch blitzschnell entscheiden, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Ich entscheide mich für die Selbtständigkeit. Endlich mein Ausweg aus der Abhängigkeit. Und neben vielen Dingen, die ich dafür organisieren muss, gehen mir eine Menge machtgeiler Arschlöcher ziemlich auf den Sack. Ich glaube, ich habe mich selten so allein und so ausgelaugt gefühlt.

Aber auch diesen Kampf habe ich gekämpft und gewonnen. Bis aufs Messer, bis aufs Letzte habe ich mich immer wieder zur Wehr gesetzt, bis ich am Ende alles bekam, was ich wollte und vor allem, was mir zustand.

Jetzt sollte es wirklich logehen, das perfekte Leben. Frei, unabhängig, gutaussehend, ohne große Sorgen, oder Geldprobleme. Und dann…

  • Corona! Ich wollte doch endlich nur meinen Traumjob machen. Und nach ersten kleinen Startschwierigkeiten lief es echt super. Und dann hatte ich von heute auf morgen keine Arbeit mehr. Die Tage wurden scheinbar sinnlos. Und die Aufgaben, die ich machte, machten mir absolut keinen Spaß.

Wie man sieht zieht sich hier so eine Art roter Faden durch. Immer wenn ich eine Hürde gemeistert habe, kommt die nächste Prüfung. Ich habe es wirklich satt. Ist es nicht langsam genug?

Ich weiß, dass Karma am Ende alles regelt und dass am Ende jeder seine gerechte „Strafe“ oder aber auch Belohnung bekommt. Aber aktuell sehe ich noch nicht wann das kommen wird und vor allem, was das sein soll. Also die „Soforthilfe“ kann es noch nicht gewesen sein. Dann wäre Karma nämlich diesmal echt sparsam gewesen.

Um es noch auf die Spitze zu treiben, ist eine meiner Beziehungen gerade extrem fragil, aber auch dazu später mehr. Und mein Fahrrad wurde mal wieder geklaut. Wobei ich hier noch Hoffnung habe, beim letzten Mal wurde es nämlich sogar wiedergefunden. Das hat Karma echt gut geregelt.

Okay, ich will nicht so viel Jammern sagen meine Neujahrsvorsätze. Ich wollte nur sagen, dass ich echt gerne einmal zur Ruhe kommen würde. Ruhiges Fahrwasser und so. Ja, ich liebe Action, aber einfach mal so ein paar Monate mit ausreichend Boden unter meinen Füßen, das würde ich wirklich toll finden. Also Karma, wenn du das hier liest. Wir haben uns bisher immer gut verstanden. Ich wäre dir total dankbar, wenn du diese „Situation“ im Sinne aller Beteiligten bald regeln könntest. Bestrafe gern die schlechten Menschen noch ein bisschen. Aber belohne bitte auch die, die täglich kämpfen und es verdienen. Und an dieser Stelle stehe ich nicht allein.

Was sagt du? Alle oder keiner?
Ich hatte es befürchtet. In unserer Welt hat sich so viel „Ungutes“, so viel Neid, Missgunst, Rücksichtslosigkeit … angesammelt. Und daran sind wir alle ein kleines bisschen mit Schuld. Manche mehr, manche weniger. Und aus diesem Grund werden wir nun alle auf eine harte Probe gestellt. Das ist auch irgendwie nur fair. Und nur, wenn es auch der letzte kapiert hat, werden wir erlöst.

Habt ihr darüber einmal nachgedacht?

2 Gedanken zu “FantaC Vol. VIII: Karma

  1. Es ist deprimierend und manchmal auch niederschmetternd, wenn immer in die Aufbruchstimmung hinein der Schwinger kommt. Kenne das und hab das in den sieben Jahren seit meinem Neuanfang immer wieder erleben müssen. Es macht müde und mürbe.
    Hatte manches mal den Eindruck ich kann nicht noch mal aufstehen.
    Jedoch ist immer wieder irgendwie ein Licht angegegangen, mal waren es tolle Menschen, mal hat mir ein Wort oder ein Lied den Weg gezeigt.

    Ich wünsche Dir solche Lichtblicke, grade jetzt wo auch noch die Isolation alles noch schwerer macht.

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