Unkinky feiern?!

Die letzte wirkliche Kinky-Party ist schon eine Weile her, um genau zu sein einen Monat. Keine Angst, mein Leben wird nicht langweilig. Aber zwischendurch durften es auch mal wieder ein paar unkinky Anlässe und Partys sein. Wobei ich mir in den letzten Wochen immer wieder die Frage stelle, ob mein inneres Party-Ich das überhaupt noch unterscheiden kann. Denn ich hatte sowhl auf der Vanilla-WG-Party vor einer Woche, als auch im Club am letzten Wochenende Sex.

Ich habe sogar – und das ist mir zugegeben etwas peinlich – auf einer Firmenfeier letztens rumgeknutscht. Echt jetzt, Elli?? Klasse Einstand, wirklich. Aber gut, das war eben wirklich nicht der richtige Tag, um Alkohol zu trinken. Ich war super angepisst von meinen alten Chefs, weil die, auch nachdem ich dir Firma bereits verlassen hatte, noch einmal schön nachtreten mussten. Aber das gehört hier gerade nicht hin.
Fakt ist, dieser Abend war insofern scheiße, weil ich zum völlig unpassenden Anlass plötzlich wieder die kleine hilflose, frustrierte Elli war, die sich betrinken und nicht allein sein wollte. Und da MK dummerweise schon schlief, als ich ihn um Hilfe bitten wollte, machte ich eben sowas. Glücklicher Weise ist am Ende nicht mehr passiert. Man muss sich ja nicht zum Gespött der „Kollegen“ machen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Muss man immer und überall auf Partys Sex haben? Ist es schon Gewohnheit, oder ist es ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Den Score schaffen, was zu erzählen haben, die imaginäre Strichliste weiter führen…?! Ich meine, ja ich gebe es zu, ich sehe schon jeden einzelnen wie eine kleine Trophäe. Und manchmal ist es ja auch eine kleine Herausforderung.

Vermutlich hätte ich mir diese Fragen auch nicht gestellt, wenn meine beste Freundin nicht Gedanken in diese Richtung geäußert hätte.
Ich muss dazu sagen, dass wir beide recht unterschiedlich ticken, was das Thema Sex angeht. Sie ist da schon eher das, was man vanilla nennt – ohne es negativ zu meinen. Dennoch verurteilt sie mich nicht. Aber Denkanstöße schaden nicht.

Nun frage ich mich selbst, ob es reines Geltungsbedürfnis ist. Ich sage jetzt mal ganz mutig NEIN. Vielleicht klingt das etwas überheblich, aber ich glaube nicht, dass ich das nötig habe. Ich glaube, es ist bei vielen Menschen der/ein Grund dahinter. Und ich möchte das bei mir auf keinen Fall zu 100% auschließen, jeder braucht ab und zu mal ein paar Perlen. Aber ich habe nicht nur Sex um beliebt zu sein, oder Komplimente zu bekommen. Ich habe Sex, weil ich ihn verdammt nochmal liebe. Und ja, ich werde halt schon schnell horny, wenn auf Partys geile Typen rumlaufen. Der Alkohol tut dann sein übliches. Und irgendwie hat es ja auch was geiles, dieses Verbotene, sich verstecken, erwischt werden können. Das finde ich sogar noch geiler, als öffentlich Sex zu haben. Ich glaube, bei mir ist es schon ein bisschen Gewohnheit aufgrund der vielen Kinky-Partys, auf denen man sich nicht verstecken muss. Und dann eben die Liebe zum Sex. Wobei mir manchmal so ganz stinklangweiliger, zärtlicher Blümchensex im Bett auch etwas fehlt.

Ich glaube, das Problem entsteht dann, wenn zwei Welten aufeinander prallen. Und insofern kann ich meine Freundin da auch gut verstehen. Die Kinky-Leute sind, was Sex angeht, schon so schmerzbefreit, dass sie es am liebsten immer und überall tun würden. Aber wo bleibt denn da der Reiz? Eine wichtige Frage, finde ich. Ist es nicht auch spannend, einfach mal zu warten, ohne sich direkt der Lust hinzugeben? Vielleicht auch aus Rücksicht auf die anderen? Sex ist so dermaßen überall verfügbar, dass wir der Meinung sind, ihn uns immer und zu jeder Zeit genehmigen zu können.
Das ist okay, ich bin die Letzte, die das schlecht macht. Ich denke wirklich, Respekt ist da ein ganz gutes Stichwort. Wir sollten Respekt haben, vor den Leuten, die das nicht wollen, nicht können, oder einfach davon nichts wissen wollen.

Insofern kann ich auch T verstehen, der mir ja letztens sagte, er würde auch gern mal wieder etwas unkinky-mäßiges mit mir machen. Fun-Fact an dieser Stelle: nach dem unkinky Abend mit T, hat er bei mir übernachtet und wir haben nach ziemlich langer (viel zu langer Zeit) mal wieder miteinander geschlafen. Allgemein war der Abend mit ihm sehr, sehr schön und irgendwie extrem vertraut, also noch mehr als sowieso schon. Am nächsten Tag dachte ich, dass mir das ganz schön gefehlt hat, dieses Kuscheln und auch mit ihm zu schlafen.

Gleichzeitig gingen ein winzig kleines bisschen wieder meine „Zu-viel-Nähe-Alarmglocken“an. Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Aber vermutlich ist das auch der Grund, weshalb ich im Moment wenig zweisame Dates habe. Ich habe Angst vor der Nähe – also richtiger Nähe. Mal davon abgesehen, bilde ich mir ein, dass mich die Arbeit gerade ziemlich einnimmt, sodass ich für andere Dinge einfach nicht so den Kopf habe. Wie das immer so ist, ein kleines Dilemma löst das nächste ab.

Aber hey, ich will mich nicht beschweren. Und ich will die generelle Frage nach Sex oder nicht, oder wo und wann es richtig ist, hier eigentlich auch offen halten. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber Respekt und Rücksichtnahme gegenüber anderen ist wichtig. Vergesst das nicht!

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