Kinky Update

Da ich seit Wochen irgendwie nur auf Achse bin, komme ich manchmal im Alltag gar nicht mehr zum Schreiben.
Nichtsdestotrotz schaffe ich das mit der Work-Life-Balance gerade ziemlich gut. Ich versuche, Prioritäten zu setzen, auch wenn das bedeutet, dass ich manchen Leuten auch mal einen Korb geben muss. Wenn ich jede Anfrage annehmen würde, dann müsste meine Woche mindestens 10 Tage haben. Hat sie aber nicht, also geht es nicht anders. Ich möchte aber mein Leben und vor allem mein Privatleben so richtig doll genießen. Insofern macht es mich nicht glücklich, immer auf allen Hochzeiten zu tanzen. Da nehme ich lieber nur ausgewählte und schlemme da umso mehr.

Vor ungefähr einer Woche habe ich meinen Sex-Detox beendet. Es wurde aber auch höchste Zeit. Ergeben hatte sich das auch eher zufällig. Da ein paar Männer aus der Szene noch Damen zur Begleitung für ein Event suchten. Es ist üblich, dass bei Sexpartys der Mann mehr zahlen muss und die Preise für Paare günstiger sind. Das verhindert mit dieser Preispolitik sogenannte „Würstchen-Partys“. Insofern bin ich gern und bereitwillig die Dame zur Begleitung. Immerhin habe ich auch etwas davon.
Außerdem waren Captain Fox und der SM-Boy dabei. Erfahrungsgemäß verspricht diese Konstellation schon einen guten Abend.
Es war eine Geburtstagsfeier in einer kleinen frivolen Bar. Im vorderen Bereich konnte man sitzen, trinken, rauchen. Hinten gab es kleine Separés mit Liegeflächen zum Spielen und Vögeln.

Ich hatte richtig Lust auf den Abend. Mittlerweile habe ich gelernt, zu meiner Geilheit zu stehen. Und wenn der SM-Boy mich dann schon mit diesem Blick ansieht, dem ich einfach nicht widerstehen kann und mich fragt, ob wir vögeln wollen, kann ich mich auch nicht mehr zurück halten. Außerdem vertraue ich ihm. Ich hatte ihm auch zuvor gesagt, dass wir wegen des neuen Piercings vorsichtig sein müssen. Er passte wirklich gut auf und fragte mich auch immer wieder ob alles okay sei. Es war alles okay und ich genoss das Fastenbrechen in allen Zügen. Captain Fox war auch schon aktiv und machte mit seinen geschickten Fingern reihenweise Frauen glücklich. Mich auch!

Später am Abend versuchten sich noch einige aus unserer Gruppe am Poledancing, was eher zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Eine Weile chillten wir auf den Lederliegen und schauten Pornos, die auf den zahlreichen Bildschirmen liefen. Der SM-Boy vögelte noch seine Sub, die ihren Höhepunkt dann auch unter Captain Fox flinken Fingern erlebte. Ich mag es ja auch gern, wenn Frauen kommen, aber – und das habe ich jetzt schon mehrfach festgestellt – bei ihr macht mich das extrem geil. Ich werde richtig wuschig. Der letzte, der erlöst wurde, war dann der SM-Boy, der einen schönen Blowjob von ihr bekam. Auch das fand ich ziemlich sexy, vor allem, weil er dabei meine Hand hielt bzw. viel mehr drückte und ich jede Phase seiner Erregung spüren konnte, der Druck immer stärker wurde und er sich schließlich in ihren Mund ergoss.
Hach ja, welch schöner Abend. Ich fühlte mich richtig gut. Und ich merkte, wie mir Sex und das Ganze drum herum gefehlt haben.

Was ist noch passiert?
Der Architekt hat mich daran erinnert, dass ich dringend mal in Latex-Laken investieren sollte, oder bald in eine neue Couch…
Die Geburtstagsparty von Captain Fox verwandelte sich spontan auch in eine kleine Orgie. Wobei ich ehrlich gesagt nicht so überzeugt von dem Konzept war. Aber immer wenn eine Menge Kinkys auf einem Haufen sind, wollen sie eben auch irgendwann spielen. Obwohl von vorn herein gesagt wurde, dass es eine Vanilla Party ist. Leider spaltete die Schlafzimmer-Action die Party ziemlich. Sodass ich beschloss, mich nach einem Quickie wieder den „Vanillas“ anzuschließen.
Es kann schwierig werden, wenn beide Welten aufeinander prallen. Dann passiert es schon mal, dass ein besoffener Kinky meiner Freundin auf den Arsch haut, so im Eifer des Gefechts. In meinem mutig-alkoholisierten Zustand habe ich ihm direkt die Leviten gelesen: Wenn du sie noch einmal anfasst, reiße ich dir die Eier ab!
Das fand er dann nicht mehr so lustig.
Später stellten wir fest, dass wir alle ein wenig überreagiert hatten und vergaßen die Sache schnell wieder.
Aber hey, ich weiß eben, wo ich stehe und verteidige, wen ich liebe.
Ansonsten war der Abend aber wirklich super, vor allem, weil so viele Menschen da waren, die ich liebe!

Das bringt mich zu einem weiteren Punkt, über den ich mir aus aktuellem Anlass viele Gedanken gemacht habe: Konsens. Finde ich unglaublich wichtig und unverzichtbar.
Es sollten definitv immer alle Partner ihre eindeutige Einwilligung geben. Und ich gehe dabei sogar noch ein Stück weiter. Sollte dabei ein Paar involviert sein, möchte ich, dass beide ihre Zustimmung geben. Heißt, auch wenn sie selbst nicht aktiv ist, möchte ich, dass sie im Groben weiß, was passiert und abgesprochen ist, was geht und was nicht. Ich war jetzt schon mehrfach in der Situation, dass ich die Aussage des Mannes bekam, es sei sein Ding und ich sollte mir darüber keine Gedanken machen. Mache ich aber. Ich möchte, dass es allen gut geht. Ich möchte nicht bereut werden. (Diesen tollen Satz habe ich von T). Und ich möchte vor allem nicht mitschuld sein, wenn der „Fehltritt“ mal heraus kommt. Und sowas kommt immer irgendwann heraus. Und ich möchte kein Notnagel und kein Ventil für dicke Luft oder schlecht laufende Beziehungen sein. Da vertrete ich ganz klar meinen Standpunkt und ich bin sehr stolz auf mich, dass ich in besagten Situationen stark geblieben bin, mich nicht von einer Stimmung hinreißen zu lassen. Sorry, aber dafür habe ich es am Ende wirklich nicht nötig genug.

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