Ski Action

Hier mal wieder ein kleiner Bericht aus dem unkinky Bereich meines Lebens: mein Ski-Urlaub mit meinem kleinen Bruder.

Ich muss sagen, ich hatte etwas Bammel, da ich seit mehr als sechs Jahren nicht mehr wirklich auf Skiern stand. Das konnte ja was werden. Dennoch freute ich mich auf die gemeinsame Zeit mit meinem kleinen Bruder, die ja in den letzten Jahren irgendwie auch immer weniger wurde. Zugleich sollte es eine ganz ruhige und entspannte Woche werden. Ohne Kinky-Kram, ohne Dates, ohne Beine rasieren.

Und wie das so oft ist bei Geschwistern, verstehen wir nus wirklich immer am besten, wenn wir unter uns sind. Was ich außerdem sehr genieße ist, dass ich mit ihm so gut wie über alles reden kann, Quatsch machen kann und wir aber auch einfach mal nichts sagen können, ohne dass das Schweigen komisch ist. Wir verstehen uns eben auch ohne Worte.

Am ersten Tag hatte wir die besten Wetterbedingungen. Die Sonne schien, es lag genug Schnee auf den Pisten und zu kalt war es auch nicht. Meine ersten Versuche auf den Brettern waren vorsichtig, aber es klappte doch gleich wieder ganz gut. Mein Bruder war auf dem Snowboard unterwegs und hängte mich locker ab. Aber er wartete immer geduldig, bis ich nach kam, oder wenn ich mal wieder ratlos vor einer Schneewehe stand und nicht weiter wusste. Ich bin sicher kein schlechter Skifahrer. Aber ich fahre eben nicht gern auf Risiko. Am Ende des ersten Tages hatten wir eine Strecke gefunden, auf der ich sehr gut klar kam und mich dann endlich auch an die Geschwindigkeit ran traute. Nach vier Stunden warf ich das Handtuch. Ich merkte, wie meine Kräfte nachließen und ich müde wurde. Das Gefühl, sich ausgepowert zu haben war gut. Außerdem hatte ich bei all der Konzentration meinen ganzen Stress kurz hinter mir lassen können. Ein super erster Tag.

Am zweiten Tag hatte ich etwas mit meinem linken Knie zu kämpfen und beschloss daher, den Tag etwas ruhiger angehen zu lassen. Die Piste war auch bei weitem leerer und mein Bruder gab mir noch etwas Grundlagen-Nachhilfe. Allgemein machte das Fahren etwas mehr Spaß, die Pisten waren gut präpariert und weniger abgefahren als am Tag zuvor. Dafür machte uns das Wetter das Fahren schwer. Es zog zu und schneite, sodass wir bald eine Pause einlegten. Als es wieder aufklarte, wollten wir wieder loslegen. Doch kaum auf dem nächsten Berg angekommen, war der Nebel so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen sehen konnten. Also suchten wir erneut eine der urigen Hütten auf und wärmten uns an Heißgetränken. Wir warteten ab, aber es wurde nicht besser. Wir mussten los, zum Skibus. Die Abfahrt im Blindflug war ein Abendteuer. Aber wir schafften es wohlbehalten zur Talstation. Anschließend machten wir noch einen kleinen Ausflug ins benachbarte Österreich, wo wir doch noch einmal die Sonne trafen. Ich kochte uns ein leckeres Abendessen und wir ließen den Tag erschöpft ausklingen. Ski fahren ist echt anstrengend.

Kein Skiurlaub ohne Verletzungen. Mein Knie machte mir schon nach dem ersten Tag Schwierigkeiten. Dank einer Bandage, ging es aber beim Fahren ohne weitere Schmerzen. Zu allem Überfluss verbrühte ich mich am Abend mit heißem Glühwein. Ausgerechnet an dem Bein bzw. dem dazugehörigen Fuß, wo ich ohnehin schon Schmerzen hatte. Also wieder zur Apotheke und ein großes Blasen Pflaster holen, um die Brandwunde zu verarzten. Auch das ging das beim Fahren zum Glück recht gut. Den dritten Tag haben wir voll ausgenutzt, auch wenn ich zwischenzeitlich echt Motivationsarbeit leisten musste, da mein Bruder etwas schwächelte. Ich fuhr an diesem Tag echt gut und beinahe sturzfrei. Ich fühlte mich endlich wieder richtig sicher. Das war toll. Trotzdem kam ich am Ende an meine Grenzen. Die Oberschenkel brannten, so muss es sein. Am Abend fielen wir völlig geschafft in unsere Betten.

Tag vier startete entspannt. Wir schliefen aus und überlegten uns beim Frühstück, wie wir den letzten Urlaubstag verbringen wollten. Wir entschieden uns für ein anderes nahe gelegenes Ski Gebiet. Die Sonne strahlte wie nix Gutes, beste Bedingungen also. Und so war es dann am Ende auch. Das Skigebiet war ebenfalls entspannt, die Pisten super präpariert und der Andrang hielt sich in Grenzen. Mittags gab es die übliche Brotzeit: alskoholfreies Weizen und Brezel. Mein Bruder aß Kaiserschmarrn, der neben Germknödel und Käse-Spätzle zu den Must-Eats des Winterurlaubs gehörte.

Insgesamt war es eine tolle, erholsame und entspannte Woche. Ganz unaufgeregt und unkinky. Ich habe die Entschleunigung sehr genossen und reise voller Energie wieder zurück nach Berlin, wo schon wieder die nächste Action auf mich wartet.

Berlin und ich gehören eben doch irgendwie zusammen und vermisst habe ich es auf jeden Fall.

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