Weg… (ein Gedanken-Wirrwarr)

Ein paar Tage bin ich weg aus Berlin. Abgelenkt, in meiner eigenen Welt, ohne Stress ohne Kinky-Life. Und gefühlt bist du auch weg.
Ich scrolle durch meine WhatsApp Chats und stoße auf dich. Schuldbewusst schreibe ich dir und frage, wie es dir geht. Es geht dir gut, du hast gezockt und jetzt gehst du aufs Klo. Echt jetzt? Und ich bemerke, wie ich enttäuscht mein Handy zur Seite lege. Ein Teil von mir hatte gehofft, du würdest fragen, wie es mir geht, wie mein Tag ist. Ein anderer Teil schämt sich dafür. Habe ich es bei meinem Ex-Mann nicht so sehr gehasst, dass er IMMER gefragt werden wollte. Ja, ich will manchmal auch gefragt werden. Aber ist es mir wirklich so wichtig? Ist es eine Pflichterfüllung? Ich versuche an dich zu denken und und versuche zu fühlen. Aber es scheint, als wären die Schmetterlinge ausgeflogen. Weg!

Waren diese kribbeligen Gefühle nur ein Zwischenspiel? War es doch nur wieder spontane Euphorie? Wie immer! Toll, Elli.
Kann ich mich denn jemals wieder auf meine Gefühle verlassen?
Ich sitze da und alles dreht sich, alles wiederholt sich. Ich bin nervös, wälze meinen Kalender. Ich kann meinen Kopf kaum sortieren und eine Termin-Kollision trifft die nächste. Prioritäten setzen, Mädchen! Hastig kritzle ich ein paar Erinnerungen auf einen Zettel. Kann ich nicht mehr heute erledigen, mache ich morgen.

Der Weg ist das Ziel. Ja, aber kann man auf diesem Weg nicht einfach auch mal zufrieden sein? Kann ich nicht mal zufrieden sein? Was will ich denn überhaupt? Ich bin doch letzten Endes selbst für meinen Stress verantwortlich. Ich liebe mein hektisches Leben und dass kein Tag wie der andere ist.

Irgendwie wird dieser Beitrag, der mit einer spontanen Gefühlsregung begann, plötzlich wieder zu einer Grundsatzdiskussion mit mir selbst. Ich möchte vorwärts und habe wie immer auch Angst vor der Veränderung. In Kürze wird sich so viel verändern. Meine Auszubildende wird fertig, ich werde selbstständig arbeiten. Nichts wird mehr sein, wie es war. Heute hat sie die Zusage für einen tollen Job bekommen. Ich war an diesem Erfolg nicht ganz unbeteiligt. Neben ihrem eigenen Können, habe ich sie zu dem geformt was sie ist. Zweieinhalb Jahre, fast jeden Tag. Und jetzt wird beim Baby flügge. Stolz erfüllt mich. Ich habe sie gelehrt und ausgebildet. Und gleichzeitig werde ich unendlich traurig. Ein Teil einer Ära geht zu Ende. Sie wird weg sein, weg aus meiner Obhut. Ich hoffe, dass sie mich nicht vergisst. Das wird sie nicht. Ich hoffe, wir bleiben Freunde und werden, demnächst bei einem Weinchen, immer noch alles teilen, uns ausheulen und uns gegenseitig am Leben des anderen teilhaben lassen.

Aber ich mag es eben nicht, wenn Dinge weg gehen. Und irgendwie mag ich es doch. Dinge, die weg sind, können einen auch erleichtern. Sie können einen von Pflichten frei sprechen, einen frei machen. Und es bedeutet Vorankommen und Veränderung. Das ist gut.
Ach, irgendwie mag ich das alles auch, die Veränderung. Denn Veränderung bedeutet, dass man nicht stillsteht, im besten Falle Fortschritt. Ich muss nur endlich aufhören, mich so gehetzt zu fühlen. Man kann eben nicht auf allen Hochzeiten tanzen.

Vielleicht ist das auch mein Fetisch. Pläne. Jaaa, Pläne machen mich geil! Und Pläne gehen am besten allein, oder mit einem Partner, der mit dem gleichen Ziel ebenso gern plant. Captain Fox, wir sollten reden!

Was ist denn nur los? Meine Gedanken rasen. Wie tausend Blitze zucken sie durch meinen Kopf und wecken einen nach dem anderen auf, erzeugen neue und bilden Ketten. Mein Kopf platzt! Kein Wunder, dass ich das Rasen brauche. Ich brauche es, wie Wasser zum Leben, zum Überleben. Der Strom hält mich am Leben. Ich liebe es. Ich sollte mich endlich damit abfinden.

Und was das Thema Beziehungen angeht: Im Grunde brauche ich niemanden. Ich bin so schnell unterwegs und wieder weg. Weil sich alles so schnell verändert, sich die Welt so schnell dreht. Ich habe kaum Zeit innezuhalten und zu genießen, bzw. innezuhalten und zu verweilen. Aber vermutlich ist es gut, dass ich Gefühlen immer wieder eine Chance gebe. Wenn es wirklich soweit ist, werde ich es merken. Da bin ich mir sicher. Und bis dahin habe ich so viele schöne Beziehungen, die mich ohnehin genug beanspruchen und erfüllen. Vielleicht ist in mir einfach nur noch ein kleiner Teil, der mich am traditionellen festhalten lässt. An dem, was ich lange nicht mehr bin und brauche.Aber auch daran werde ich mich gewöhnen.

 

3 Gedanken zu “Weg… (ein Gedanken-Wirrwarr)

    • Hehe…. Naja ich finde es eigentlich nicht schlimm und irgendwie macht ihn diese natürliche Art sehr sympathisch. In dem Moment war es nur strange, weil meine Erwartung eine ganz andere war.
      Apropos Erwartung: heute waren wir Kaffee trinken und irgendwie war ich viel entspannter, weil ich diesmal nicht die Erwartungen auf ein großes Feuerwerk und die ganzen Schmetterlinge hatte.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s