Einfach ganz schön fertig…

… fertig, dass ich seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr zu Schreiben kam. Deswegen hier mal ein kurzer Abriss der letzten Wochen.

Ja, hallo Welt, ich lebe noch. Wobei ich mich manchmal echt nicht so fühle, sondern nur so, als würde ich eben funktionieren…tagein, tagaus.
Irgendwie wird der Stress auch einfach nicht weniger. Und vor allem, werden mir immer wieder Steine in den Weg gelegt, was mein neues Business angeht. Und ich bin es langsam wirklich leid. Ob ich mich auf Weihnachten freue? Grad so semi…

Ich stehe jeden Tag so unter Strom, bin nur am Rotieren, will alles perfekt machen und perfekt haben. Aber vielleicht sollte ich mich wirklich langsam mal von perfekt verabschieden. Ich komme kaum zum Nachdenken und vor allem kaum zum Fühlen. Ich bin ausgelaugt und man sieht mir an, wie sehr die letzten Wochen an mir gezehrt haben.
Normalerweise passiert es mir nicht, dass jemand zu mir sagt: “ Du siehst aber fertig aus!“ Make-up sei Dank.
Auf einer Party am letzten Wochenende war das allerdings gleich mehrfach der Fall. Und als ich mich eigentlich mit MK vergnügen wollte, passiert es dann, dicke Tränen rollten mir die Wangen runter ich ich konnte nicht anders, als mich einfach nur in seinen Arm fallen zu lassen. Und das tat unheimlich gut. Endlich loslassen, endlich durchatmen. Er beteuerte, dass er gern für mich da wäre. Er selbst war allerdings auch nicht so wirklich in Stimmung. Wieder mal eine Sache, bei der wir recht ähnlich ticken. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin es leid, Tag für Tag zu kämpfen und ich bin es leid, dass man mich mit Füßen tritt. Ich bin es leid, dass die Anerkennung nicht von da kommt, von wo ich sie gebrauchen könnte. Und ich fühle mich einsam. Ich bin gern allein, aber gerade in den letzten Wochen fehlte es mir, dass abends jemand da ist, mich ansieht, mich sieht, mich in den Arm nimmt und mir sagt, dass alles gut wird. Das ist, was ich brauche.

Ich liebe meinen Job und das, was ich tue. Und würde ich nicht mit solcher Leidenschaft dafür brennen, mir endlich mein eigenes Business aufzubauen, hätte ich vermutlich längst aufgegeben und einen leichteren Weg gewählt. Aber wer mich kennt, weiß dass das nicht mein Style ist.

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird. Vermutlich sollte ich meine Naivität endlich an den Nagel hängen. Floskeln und leere Worte sind nichts wert.
Ich muss aufhören jedes Mal über die Dreistigkeit derer, die Macht haben, zu staunen. Ich muss anfangen, damit zu rechnen, dass hinter jeder Ecke eine neue Überraschung oder Gefahr lauert. Und ich brauche endlich ein dickeres Fell.
Wenn bald jede Minute Arbeit mein eigenes Geld in die Kasse spielt, wenn es ums Überleben geht, dann ist auch keine Zeit mehr für Befindlichkeiten. Und vor allem schenkt einem niemand etwas.

Aber es ist nicht alles nur negativ. Ich habe in den letzten Tagen viele Menschen und Geschäftspartner besucht, die auf meiner Seite stehen, die mir nur das Beste wünschen und die bereit sind, mich zu unterstützen. Das macht Mut und ist gleichzeitig Balsam für die Seele.
Ich werde meinen alten Arbeitsplatz erhobenen Hauptes verlassen, weil ich alles richtig gemacht habe. Weil ich eine großartige Entwicklung durchlaufen habe und weil ich einem lieben Menschlein einen tollen Weg in die berufliche Zukunft bereitet habe. Ich werde auf die letzten sechs Jahre zurückblicken und stolz auf das sein, was ich erreicht habe. Und ich werde stolz in die Zukunft gehen und daran denken, was und wer mir diesen Schritt auf dem neuen Weg ermöglicht hat.
Und ich werde immer wieder Niederlagen ertragen müssen, verkraften müssen. Aber ich werde jedes Mal wieder aufstehen, wie immer. Und ich werde jedes Mal ein kleines bisschen stärker sein.

Manchmal bin ich körperlich allein. Aber ich habe überall meine Supporter. Egal, ob sie hunderte Kilometer weit weg sind oder nur ein paar Straßen weiter wohnen. Egal ob sie im Job an mich glauben, oder als Mensch, als Geliebte, als Gespielin. Sie sind alle da.
Und irgendwann wird es auch wieder die Zeiten geben, in denen ich mehr Ressourcen für andere Dinge habe.

In der letzten Zeit hat gerade mein Privatleben ziemlich gelitten. Wobei das sicher auch damit zu tun hat, dass ich momentan zu viel Auswahl und zu wenig Fokus habe.
Zudem kann ich mich, wenn ich unter Stress stehe einfach nicht auf Körperlichkeiten, Spiele oder ähnliches konzentrieren oder einlassen. Die Tage unter der Woche bin ich eigentlich eher asexuell. Es ist gefühlt kein Platz. Und ich bekomme ein schlechtes Gewissen, wenn ich Dinge halbherzig angehe. Manchmal kann ich mich auch einfach tagelang nicht bei den Menschen melden. Es ist dieses „mit sich im Reinen sein“.
Vielleicht flüchte ich manchmal auch nur. Keine Ahnung.

Auf jeden Fall übe ich noch diese Sache mit dem Kräfte einteilen und mit der Work Life Balance.
Eine Sache habe ich zumindest endlich erledigt. Ich habe mir ein neues Schlafzimmer geleistet. Endlich sind die letzten Altlasten aus meiner Ehe verschwunden. Und siehe da, ich schlafe in meinem neuen Bett tatsächlich besser und fühle mich viel ausgeruhter. Lasst es eine Kopfsache sei, mir egal. Hauptsache es funktioniert.

Okay, das war mein kleines Update. Und ich denke, ich habe jetzt genug gejammert. Es wird alles gut, sagen sie immer. Und ich denke, sie werden schon recht haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s