Happy holiday in Hamburg

Das lange Wochenende habe ich mit meinem Amsterdamer Australier in Hamburg verbracht und es war ein Traum. Ich war (wie fast immer) vorher etwas skeptisch, immerhin hatten wir uns bisher nur einmal gesehen und das auch nur für wenige Stunden. Aber irgendwie spürte ich doch, dass wir eine gute Connection haben. Ich fuhr also ohne jegliche Erwartungen nach Hamburg und war von mir selbst überracht, dass irgendwie so gar nicht aufgregt war. Vielleicht liegt es daran, dass ich mittlerweile sehr selbstbewusst geworden bin und mich so leicht nichts aus der Ruhe bringen kann.
Unser Wiedersehen am Hauptbahnhof war herzlich und wir hatten uns auch direkt eine Menge zu erzählen. Ich muss gestehen, dass mich die Tatsache, dass wir uns nur auf Englisch unterhalten konnten dann doch etwas unsicher machte. Mein Englisch ist sicher nicht schlecht, aber gerade emotionale oder Sex-Themen lassen sich in der eigenen Muttersprache irgendwie besser in Worte fassen. Ich will gar nicht wissen, wie unbeholfen sich einige meiner Erklärungsversuche anhörten. Ich fragte auch diverse Male Google-Übersetzer um Rat. Ich denke aber, im Großen und Ganzen haben wir bzw. er mich ganz gut verstanden.

Wir ließen den Donnerstagabend bei einem Gläschen Rosé ausklingen und ein bisschen Sex gab es dann natürlich auch noch. Und wie schon bei unserem ersten Mal im Sommer, harmonierten wir dabei wirklich gut.
Am Freitag musste er noch etwas arbeiten und ließ mich ausschlafen. Das Wetter war eher bescheiden, weswegen wir lange in der Wohnung rumgammelten, bis uns der Hunger in die Stadt trieb. Zuerst wollten wir aber natürlich noch etwas von Hamburg sehen. Wir entschieden uns für eine Tour mit dem Boot durch den Hamburger Hafen. So konnten wir dabei wenigstens im Trockenen bleiben. Die Kulisse war beeindruckend. Und auch hier waren wieder meine Englisch-Skills gefragt, da ich die komplette Tour für ihn übersetzen musste. Irgendwann waren meine Hemmungen dann auch vergessen und ich plapperte einfach drauf los.
Nach der Bootstour gingen wir in einen Burger-Laden, denn in Hamburg muss man schließlich Hamburger essen und Bier trinken.
Anschließend fuhren wir in Richtung Sankt Pauli, wo ich von einer Kollegin einige Empfehlungen für Kneipen bekommen hatte. Und sie hatte wirklich einen guten Geschmack. Von einer urigen Kneipe von kuscheligen Sofas, ging es weiter in ein Jazz Café und von dort aus in eine alte Kaschemme auf der Reperbahn. Letzteres war wirklich eine Art Geheimtipp. Die meisten Kneipen in dieser Gegend sind sehr touristisch und voll mit Besoffenen. Diese Bar hatte einien riesigen Tresen, der sich durch den ganzen Raum schlängelte. Dort spielte gerade eine kleine Band alte rockige Klassiker, die Stimmung war famos. Haufenweise Rocker, alle ein bisschen älter, kein bisschen peinlich, touri, nervig. Wir blieben auf einige Bier und Schnäpse. Wir tranken Berliner Luft und Mexikaner, für mich die typischen Party-Shots. Er kannte beides noch nicht war sichtlich angetan. Auch das gute Hamburger Astra schmeckte ihm vorzüglich und er freute sich, dass ich ihm ein bisschen deutsche Kneipenkultur beibrachte. Unser letzter Stop war der Golden Pudel Club, ein kleiner Laden, wo gute, tanzbare elektronische Musik gespielt wurde. Wir tanzten ausgelassen und tranken munter weiter. Die Gespräche wurden schlüpfriger, wir sprachen über Vorlieben beim Sex. Er selbst ist weder Dom noch Sub, mag aber beide Rollen ganz gern. Wir sprachen über Spanking und Bondage und irgendwann war ich davon so angefixt, dass wir uns dringend auf den Weg nach Hause machen mussten.

Dort angekommen, zeigte er mir sehr ausführlich seine dominate Seite. Verglichen mit den Dingen, die ich auf der Party am Mittwoch erlebt hatte, war das alles natürlich sehr harmlos, aber für den Rahmen sehr angemessen. Ich genoss es. Es machte unglaublich viel Spaß und obwohl das genau genommen erst unser zweites Date war, konnte ich mich wirklich gut fallen lassen. Und ich steh echt auf diesen englischen Dirty-Talk.

Am Samstagmorgen war er wieder früher wach als ich. Ich ging unter die Dusche und überlegte noch, ob ich mich schon fertig machen sollte, um das Haus zu verlassen. Ich entschied mich jedoch vorerst für meinen scharzen, kurzen Satin-Morgenmantel und fand ihn dann im Wohnzimmer bei einem kleinen Workout. Er war sichtlich angetan von meinem Anblick und sofot versanken wir eng umschlungen auf der Couch. So muss ein Samstagmorgen beginnen.

Am Samstag hatten wir dann richtig Glück mit dem Wetter, die Sonne strahlte und wir suchten uns am Nachmittag im Portugiesenviertel ein Restaurant, wo wir sogar noch draußen sitzen konnten. Gestärkt ging es weiter zum Hamburger Michel. Die Aussicht war atemberaubend. Der Himmel war ein Traum und wir konnten die ganze Pracht der Stadt bestaunen. Wir bummelten später noch ein bisschen am Hafen entlang und durch die Speicherstadt. Und in keinem Moment war zwischen uns irgendetwas komisch. Wir sprachen über dies und das, saßen in der Sonne, schwiegen, kuschelten, genossen.

Am frühen Abend kehrten wir in die Wohnung zurück, wo wir uns fertig machten für eine BDSM Party, die mir vorher jemand aus der Kinky-Community empfohlen hatte. Eigentlich ging ich davon aus, dass er aufgrund seiner vielen Partys, auf denen er so unterwegs ist, schon Erfahrungen mit solchen Events hatte. Aber wie sich herausstellte, war dies sein erster Abend in der Richtung. Und überhaupt hatte er noch nie in der Öffentlichkeit Sex gehabt.
Der Abend war dann wirklich ein toller Erfolg. Neben einer großen Tanzfläche gab es eine Empore mit Liegeflächen und einen Raum, mit einigen netten Spielecken, wo ordentlich gespankt wurde. Ich war neugierig und als mir eine Femdom anbot, an ihrem Sub einmal Hand anzulegen, sagte ich nicht nein. Ich war etwas unbeholfen, aber ich hatte meinen Spaß daran.
Sex mit meiner Begleitung gab es später auch noch. Er war absolut nicht schüchtern. Im Gegenteil. Es machte ihn regelrecht geil, mich auf der Empore zu ficken, während er die Aussicht auf das Treiben genoss. Insgesamt mochte er es, dort zu sein und all die schönen Menschen zu beobachten. Allgemein muss ich allerdings sagen, dass man für meinen Geschmack zu wenig Sex sehen konnte. Vielleicht lag das aber auch daran, dass die Liegeflächen etwas begrenzt waren.
Eigentlich wollten wir für ihn noch eine Domina finden, damit auch er mal ein bisschen gespankt werden konnte. Leider passierte dann nicht sehr viel mehr als ein kurzes Gespräch und nach einer weiteren Runde Sex mit mir schien er irgendwie satt zu sein.
Es war auch spät geworden und der Club leerte sich. Also machten auch wir uns auf den Heimweg und fielen erschöpft und glücklich in Bett.

Ich freute mich sehr, dass wir ein so wunderbar tolles und entspanntes Wochenende zusammen hatten. Wir ticken in so vielen Dingen gleich und diese Verbindung scheint uns beiden sehr gut zu tun. Sicherlich wird das nicht die letzte gemeinsame Reise gewesen sein und ich freue mich schon darauf, ihn bald mal in Amsterdam zu besuchen.

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