Mindfuck

Meine dezente Faszination vom SM-Boy hatte ich ja schon mal ansatzweise erwähnt. Seit wir das erste Mal miteinander geschlafen haben, schreiben wir uns auch jeden Tag. Nicht immer super tiefgründig, aber man tauscht sich eben aus und wir halten die Beziehung mit großem Interesse am Laufen. Ich mag das sehr gern. Er ist einer von denen, von dem ich wirklich jeden Morgen einen virtuellen Kuss bekomme. So schön.

Unser zweites Date ergab sich dann jetzt relativ spontan nach meinem Urlaub. Ich bat ihn schon letzte Woche, dass er mir bei einer wichtigen Sache helfen müsse.
Mein Dom hatte mir mal wieder Orgasmusverbot erteilt. Ich dürfe so lange nicht vaginal oder klitoral kommen, bis ich anal gekommen wäre. Und das würde er mir spätestens in vier Wochen beibringen, wenn er wieder in Berlin wäre. 4 Wochen!!! Hallo??!! Und anal ist wirklich eines meiner schlimmsten Trigger-Themen was Sex und schlechte Erfahrungen angeht.
Also musste ich jemanden finden, der mir vorher auf einfühlsame Art und Weise aus der Misere hilft, oder den Meister verärgern. Aber das wollte ich natürlich nicht. Der SM-Boy willigte sofort ein, mir zu helfen. (Update: hier gab es ein Missverständnis. Ich darf immer noch nur anal kommen, aber das klären wir noch)

Auf dem Weg zu ihm wurde ich natürlich wieder ziemlich nervös. Als ich dann da war, legte sich die Aufregung schnell. Obwohl wir uns noch nicht lange kennen, vertraue ich ihm wirklich sehr und er hat eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Ich glaube fast mit guter Absprache, könnte er alles mit mir machen. Ich trank noch ein Glas Wein und wir gingen ins Schlafzimmer. Dort erklärte er mir genau, was er vor hatte. Auch das entspannte mich. Ich durfte Musik aussuchen und er nahm sich viel Zeit für eine Massage. Er fing am Rücken an, ich wurde noch ruhiger, er wanderte tiefer, mein Atem wurde schwerer. Dabei redete er behutsam auf mich ein. Er machte alles ganz langsam, vorsichtig und achtete genau darauf, wie ich reagierte. Er ließ seine Finger in mich gleiten und ich war wie jedes Mal unsicher, ob ich das Gefühl mochte. Hatte auch wieder den Impuls, mich zurück zu ziehen. Aber ich ließ ihn machen. Zumindestes tat es nicht weh. Seine Bewegungen wurden schneller und da stellte ich fest, dass ich es tatsächlich mochte. Es bereitete mir eine Art von Lust, die ich so noch nicht gespürt hatte. Mein Atem wurde schneller, ich stöhnte, ich gab mich hin und es dauerte tatsächlich nicht lange, bis ich keuchend kam. Ein unglaubliches Gefühl. So intensiv. Ich hatte es geschafft. Er versuchte dann auch selbst in mich einzudringen, was beim ersten Mal überhaupt nicht klappte. Ich spürte den mir wohl bekannten Schmerz und Bilder kamen in meinen Kopf. Er merkte sofort, dass etwas nicht stimmte und machte zunächst mit den Fingern weiter, so lange, bis ich mich wieder vollkommen entspannt hatte. Und dann klappte es am Ende sogar wirklich. Ich kam ein zweites Mal und das Gefühl war noch heftiger, als das Mal zuvor. Ich war erleichtert, glücklich und dankbar. Er hatte mir auf sehr einfühlsame Art und Weise mein Trauma genommen. Ziemlich schade, dass so manch anderer zwar denkt „geil Arschfick“ aber eben leider keine Ahnung hat, wie es funktioniert.

Was folgte war ziemlich geiler, wilder Sex, den ich über alle Maßen genoss. Immerhin durfte ich jetzt wieder kommen. (dachte ich) Ich staune immer noch über dieses große Vertrauen. Ich hatte in keinem Moment das Gefühl, irgendetwas sei unangenehm. Und das passiert mir trotz einer Menge Erfahrung doch noch recht häufig.
Und natürlich musste dann noch ein bisschen gespielt werden. Diesmal mit verschiedenen Floggern. Ich mag die ja sehr gern, vor allem, weil der Schmerz ein sehr angenehmer ist. Fast wie streicheln oder kraulen. Ich versuchte, mich auf das zu konzentrieren, was er mir beim letzten Mal gesagt hatte. Ruhig atmen, entspannen, tief gehen, loslassen. Auch jetzt war er mit seiner beruhigenden Stimme bei mir. Ich fühlte mich unglaublich geborgen und plötzlich sehr emotional und verletzlich. Er ermutigte mich, noch mehr loszulassen. Und ich ließ los. Und noch jetzt, wo ich diese Zeilen Tippe muss ich schlucken und ein wohliger Schauer läuft mir über den Rücken. Ich spüre ein Kribbeln im ganzen Körper. Ich ließ los, und weinte einfach. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Und es fühlte sich unglaublich gut und extrem befreiend an. Ich geborgen in Sicherheit, vollkommen entspannt und gelöst. Das passiert nicht oft und das schafft nicht jeder. Noch Stunden danach war ich verzaubert von der Magie.

Und am Ende gab es natürlich noch eine schöne Runde Sex. Und auch hier keine Scheu. Ich brauche manchmal echt eine Weile, bis ich bei neuen Partner gern Handjobs, Blowjobs und Obensein praktiziere. Ich weiß auch nicht so recht, woher das kommt. Diesmal ist es anders. Aber ich schätze, es liegt auch sehr an seiner dominanten Art. Er weiß genau, was er will und setzt es auf der charmante Weise um. Eine gute Kombi aus Dominanzt und Achtsamkeit, sowie gesundem Egoistmus und Empatie. Ich freue mich schon sehr auf weitere schöne Spielerunden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s