Und wieder…

… finde ich endlich etwas Ruhe und Zufriedenheit, atme durch, genieße die Freiheit und schon kommt die nächste Welle des Chaos unaufhaltsam über mich. Diesmal geht es um meinen Job, den ich über alles liebe. Ich hatte gehofft, dass es noch eine Weile so weiter gehen würde in meinem kleinen Team, mit meiner Arbeit, die mir unglaublich Spaß macht, vor allem wegen den Menschen, mit denen ich jeden Tag zusammen arbeiten darf. Ja darf! Es waren kuriose Umstände, die mich in diesen Job gebracht haben. Ich hatte Höhen und Tiefen und habe dadurch aber endlich meinen Platz gefunden. Dafür bin ich insbesondere einem Kollegen unendlich dankbar. Und dann wird mir das auf einmal genommen.

Nein, ich habe nicht meinen Job verloren. Aber durch eine Reihe unglücklicher Begebenheiten, hat eben dieser Kollege seine Stelle verloren. Und plötzlich stehe ich allein da, mit einer Auszubilden, die durch die Prüfung muss, mit haufenweise Geschäftspartnern, mit denen ich reden muss, mit Kunden und großen Aufträgen. Ich fühle mich, als würde ich komplett den Boden unter den Füßen verlieren, fallen und fallen und es hört nicht auf. Ich habe keine Ahnung, wofür ich mich noch motivieren soll, da auch meine Zeit hier enden wird.

Auf der anderen Seite weiß ich, ich kann es schaffen, ich bin bereit dazu. So oft passiert es, dass man gerade in solchen Situationen, wo man im kalten Wasser schwimmt, plötzlich über sich hinaus wächst. Diese unfreiwillige Beförderung ist Fluch und Segen zugleich. Natürlich weiß ich, dass das für mich ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter sein kann und wird. Aber mehr Geld und mehr Macht, machen mich eben auch nicht glücklich.

Meinen Kollegen und mich hat ein besonderes Verhältnis verbunden. Wir waren immer Geschäftspartner auf Augenhöhe und wir waren zugleich auch Freunde. Er war ein wichtiger Grund, wieso ich jeden Tag gern auf Arbeit gegangen bin. Das meiste, was ich kann, habe ich von ihm gelernt. Und nun ist von heute auf morgen alles anders. Ich weiß, er traut mir zu, dass ich das schaffe. Aber das ist nun mal nicht alles. Er fehlt mir. Seine Art, die Möglichkeit, ihn immer um Rat zu fragen, unsere Gespräche, gemeinsames Mittagessen. Einfach alles. Wir bleiben natürlich Freunde. Aber mein Leben wird sich ändern. Meine Arbeit war immer ein Teil von meinem Leben, ein positiver. Und nun fühle ich mich allein. Ich fühle mich hintergangen und ausgenutzt von denen, die das zu verantworten haben. Ich fühle mich sinnlos, weil da eine Lücke ist und weil die Zukunft ungewiss scheint.

Ich weiß, wir können aus der Situation Großes machen. Mein neues Motto lautet: Aus Scheiße Gold machen. Ja, das können wir wirklich. Um meine berufliche Zukunft mache ich mir keine Sorgen. Aber im Moment ist hier nur große Trauer über etwas, das für mich zu früh und zu plötzlich geendet hat. Ich bin nicht überfordert, aber ich bin gelähmt.

Und wieder hat jemand Einfluss auf mein Leben genommen, wieder hat jemand die Kontrolle an sich gerissen. Aber diesmal bin ich schlauer, stärker, optimistischer. Aus jeder ausweglos erscheinenden Situation kann ich etwas Gutes machen. Vielleicht sogar etwas Großartiges.
Und das Schöne ist, ich bin nicht allein.

Danke an alle, die für mich da waren und sind. ❤

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