Endlich wieder genießen

Aufmerksame Leser mögen gemerkt haben, dass meine Beiträge in den letzten Wochen leichter, fröhlicher und gelöster daher kommen, als in der Zeit davor, als ich mir noch so viele Sorgen um die Scheidung gemacht habe und mit Kopf und Herz damit beschäftigt war, mit den Ereignissen des letzten Jahres abzuschließen. Und ja, ich bin unheimlich froh, sagen zu können, dass es mir besser geht. Viel besser. Um genau zu sein, so gut wie schon lange nicht mehr. Ich bin stolz und erleichtert. Meine größten Sorgen sind zur Zeit, was ich morgens anziehe und dass ich ab und an vielleicht sogar ein bisschen zu viel um die Ohren habe, um allen meinen sozialen Kontakten gleichermaßen gerecht zu werden, dass ich manchmal tagelang nicht zu Hause bin und irgendwann meine Couch vermisse. Aber ganz ehrlich, das sind reine Luxusprobleme. Und ich genieße den Trubel, das viele Unterwegssein, den Sommer und allgemein wie mein Leben gerade läuft. Ich stehe auf, sehe in den Spiegel und bin zufrieden und glücklich. Und dieses Zufriedensein lässt mich alles, was ich erlebe noch 1000 Mal intensiver erleben und genießen.

Und siehe da, es gibt sogar einen neuen Mann in meinem Leben. Darf ich vorstellen: der Architekt. Ich habe ihn vor einigen Wochen bei einem netten Zusammentreffen einer größeren Gruppe kennengelernt. In der Gruppe waren nur Leute, die alle sehr sexpositiv und allgemein eher an offenen Beziehungen interessiert waren. Und da seine Begleitung, sich eine Weile mit meiner beschäftigte, sind wir beiden uns näher gekommen. Und schon beim ersten Küssen merkte ich, dass die Chemie irgenwie stimmt. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr feine Kuss-Sensoren habe, die mir gleich zeigen, ob ich mit einem Menschen gut harmoniere und man eine Art gemeinsamer Basis hat.

Ich ging zunächst nicht davon aus, dass wir uns so schnell wiedersehen würden, da ich auch annahm, dass seine Begleitung seine feste Freundin wäre. Ich bin zwar sehr offen, finde das Gefühl, die andere Hälfte zu kennen, dennoch ein wenig befremdlich. Wir schrieben am Anfang auch nur sporadisch. Irgendwann wurden die Nachrichten häufiger und intensiver, sehr sexy und anzüglich. Langsam wurde klar, dass wir beide viel Lust auf ein Wiedersehen hatten. Er ist ein echt entspannter Typ und irgendwie übertrug sich das auf mich. Ich habe aktuell echt viele Optionen und Angebote. Bei einigen zögere ich immer noch. Bei ihm hatte ich aber endlich mal wieder ein gutes Gefühl. Deswegen lud ich ihn auch direkt zu mir nach Hause ein. Er brachte Wein mit, wir quatschten ein bisschen. Das Knistern zwischen uns war spürbar. Und so lagen wir bald eng umschlungen auf meiner Couch und auch die Klamotten waren sehr schnell weg. Und dann tat er etwas, was ich so schon ewig nicht mehr hatte. Um ehrlich zu sein, vermisse ich es in qualitativ einwandfreier Ausführung seit meinem Ex-Mann. Ich habe seitdem keinen mehr kennengelernt, der so zielstrebig, ausdauernd und intensiv mit seiner Zunge umgehen konnte. Viele haben es versucht, einige haben es auch gut gemacht. Aber keiner konnte es zu 100%. Der Architekt kann es. An diesem ersten Abend war es erstmal nur sehr nett. Bei unserem zweiten Date, als ich ihn an einem Wochenende in seinem Haus am See besuchte, war es einfach nur perfekt. Über ein Jahr habe ich es vermisst so zu kommen. Es war wie eine Explosion, ein Feuerwerk, ich konnte es kaum glauben und hätte am liebsten vor Glück geweint.

Ich glaube, hier kamen viele gute Dinge zusammen. Zum einen ist er ein Zungenakrobat aus Leidenschaft, zum anderen war ich frei, unbeschwert und sorgenlos und konnte mich fallen lassen. Es war meine innere Reinheit mit mir selbst, meinem Körper und meinem Leben. Gleichzeitig spürte ich, dass ich ihm vertrauen konnte.

Der Tag und die Nacht in seinem Haus waren sowieso ein absolutes Highlight für mich. Er holte mich mit dem Auto ab, er hielt mir sogar die Tür beim Einsteigen auf. Ich weiß, das finden manche vielleicht etwas over the top, aber ich finde es toll, dass es heutzutage noch Gentlemen gibt und ich bin auch gern mal ein bisschen Prinzessin. Bei ihm angekommen gab es erstmal ein kühles Bier und er zeigte mir ausführlich das Haus und das Grundstück. Ich war maßlos begeistert. Wir quatschten, wir kuschelten, wir hatten Sex – schönen, ausführlichen, leidenschaftlichen – und das nicht zu knapp. Zwischendurch schauten wir einen Film und tranken Weißwein dazu. Auch bei der Filmauswahl waren wir uns schnell einig und stellten fest, dass wir den gleichen Humor haben. Als ich nach einem Shirt zum Drüberziehen fragte, gab es kein Shirt, es gab einen frisch gewaschenen weißen Bademantel für mich. Er blieb die ganze Zeit wie Gott ihn schuf, was mich nicht im Geringsten störte. Er hatte sogar eine Auswahl an veganen Sachen eingekauft nach dem Motto, besser zu viel, als dass die Frau Hunger leiden muss. Und als ich nachts um 23.00 Uhr tatsächlich noch Hunger bekam, zauberte er uns einen sehr leckeren Salat, der sowohl optisch als auch geschmacklich auf ganzer Linie überzeugte. Ja, mit Salat kann man wirklich mein Herz erobern. Als wäre das nicht längst genug, gab es später noch ein paar Mojitos.
Achja, und… hatte ich schon Sex erwähnt?

Ich blieb natürlich über Nacht. Am Sonntagmorgen schliefen wir lange, kuschelten und…naja, ihr wisst schon. Ich bekomme von dieser Zunge echt nicht genug.
Als ich unter der Dusche war, zauberte er ein tolles Frühstück, mit frischem Brot, Erdbeeren, Salat, Gemüse, sogar vegane Wurst und Hummus hatte er besorgt. Auch alles Dinge, mit denen man mich am sehr späten Sonntagvormittag glücklich machen kann. UND Kaffee!!! Ich musste mich wirklich von meiner Bescheidenheit verabschieden, als er fragte, ob ich noch dies oder jenes haben möchte, oder wie ich meinen Kaffee am liebsten trinke. Er tat einfach alles, damit es mir rundum gut ging und es mir an nichts fehlte. Er fuhr mich dann sogar die Strecke von einer Stunde mit dem Auto wieder zu mir.

Dieser kleine Ausflug ins Haus am See war so rundum perfekt und entspannend. Ich denke, es lag einerseits an ihm, da er sowohl auf alles vorbereitet, als auch frei von jeglichen Erwartungen war. Es stand mir frei zu sagen, was ich gern wollte, oder was nicht, ob ich gehen oder bleiben wollte. Ich war selbst etwas überrascht über diese extreme Gelassenheit. Und doch schaffte er es, mich damit ein bisschen anzustecken. Ich denke, ich werde insgesamt noch eine Weile brauchen, um mich selbst bei bestimmten Dingen nicht ständig so einem hohen Erwartungsdruck auszusetzen. Aber ich merke, wie ich in der letzten Zeit immer mehr loslasse und meine Freiheit so genießen kann, dass ich in erster Linie auf meine eigenen Bedürfnisse höre und in der Folge jedes kleine Detail viel intensiver genießen kann.

Als ich wieder allein war, kribbelte mein Körper nur so von Endorphinen. Ich war glücklich, zufrieden und befriedigt. Ich glaube, ich habe mich ein bisschen in diese „Situation“ verknallt. Und das macht mich unglaublich glücklich. In den letzten Monaten habe ich solche Gefühle nicht mal ansatzweise an mich heran gelassen und fühlte mich oft abgestumpft und sinnlos. Jetzt endlich wieder etwas zu spüren, fühlt sich an, als würde ich zu neuem Leben erweckt und das gilt nicht nur für diese wunderbare neue Bekanntschaft.

4 Gedanken zu “Endlich wieder genießen

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