Es wird nie so heiß gegessen, wie es gekocht wird…

An meine Zeit mit dem Koch denke ich hin und wieder zurück. Es gibt Phasen, da sind die Erinnerungen stärker, manchmal ist er weg aus meinem Orbit. Es ist mittlerweile ein Jahr her, dass ich ihn kennen lernte und damit ein halbes Jahr, dass unsere Wege sich wieder trennten.

Manchmal denke ich, dass es mir leid tut, was passiert ist und wie es zwischen uns gelaufen ist. Es wurden Gefühle verletzt. Und immer dann ist es so, als würde ein kleines Stück der Seele sterben. Ein kleines Stück, welches vorher noch glühte, erlischt und ein grauer Fleck bleibt zurück.
Ich zumindest glaube, dass ich seitdem noch zurückhaltender geworden bin, was das Zulassen von Gefühlen angeht.

Andererseits bin ich oft nicht sicher, was ich wirklich empfunden habe. Er kam zum richtigen und falschen Zeitpunkt zugleich. Er sollte mich auffangen, alle Last von mir nehmen, mir alles geben, was ich brauche und gleichzeitig alles annehmen wie es ist, alles ertragen. Eine Große Aufgabe, die ich ihm gegeben habe. Daran konnte er am Ende nur scheitern. Gleichzeitig hat er genau das auch von mir verlangt. Und auch ich konnte diese Last niemals stemmen. Ich denke, keiner kann das.

Trotzdem erinnere ich mich manchmal noch gern an unser Kennenlernen. Es war eine extrem verrückte Zeit mit viel Leidenschaft und Zärtlichkeit, mit endlosen Gesprächen und unglaublich viel Freiheit und Unbeschwertheit.
Da brodelte eine heiße Suppe auf dem Herd und es dauerte nicht lange, bis wir uns beim stürmischen übereilten Kosten zum ersten Mal die Zungen verbrannten.

Aber genauso schnell wie die Suppe hoch kochte, war sie auch wieder abgekühlt und lau geworden. Als wir einsehen mussten, dass uns eben nur dieser Gedanke an den möglichen Rettungsring verband, der wir uns gegenseitig nicht sein konnten.

Er dachte ich wäre die große Liebe, die ihn endlich auf den richtigen Weg führen würde. Dabei war das Wunschdenken. Er dachte, es könnte so einfach sein. Er wollte so vieles ändern. Aber es hätte niemals gereicht, sodass unsere Leben dauerhaft zusammen gepasst hätten. Das würde ich von einem Menschen auch nie verlangen, oder es erzwingen. Allerdings habe ich die Erwartung an meinen Partner, dass er zu mir passt, dass es zumindest eine Grundlage gibt. Und diese Grundlage sollte mehr sein als guter Sex und Spaß am Alkohol. Und ließ auf beiden Seiten irgendwann die Motivation nach, weil es viel zu anstrengend wurde.

Ich denke, er wollte es sich selbst immer wieder beweisen, indem er mir Dinge versprach, die er nicht einhalten konnte. Sowas ist unweigerlich enttäuschend. Aber ich war ja selbst nicht besser.

Es ist, was es ist. Ein gescheiterter Rettungsversuch zweier unglücklicher Seelen, die sich am Ende gegenseitig noch ein Stückchen mehr der glühenden Leidenschaft genommen haben. Die Zeit war schön und dennoch war es am Ende dieses Opfer nicht wert.

Vielleicht hülle ich deswegen jetzt meinen glühenden Kern in eine dicke Schicht aus Eis. Um niemanden in seine Nähe lassen zu können und um nicht noch ein weiteres Stück davon erlöschen zu lassen. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Leidenschaft, Offenheit für Gefühle und die Fähigkeit, Wärme nach außen zu lassen.

Ich hoffe der Sommer kann das Eis zum schmelzen bringen, damit ich wieder wärmer und inniger lieben kann.

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