Action, Auszeit, Eiersuche

Ostern liegt hinter mir und ich wäre nicht ich, wenn ich nicht einiges über die vergangenen Tage zu berichten hätte. Ich sage nur: Völlerei ohne Ende.
Beginnen wir am Gründonnerstag. Ich war zunächst nach der Arbeit sehr gerädert und extrem unmotiviert. Ein Grund dafür war meine ins Wanken geratene Abendplanung. Ich überwand schließlich den Schweinehund und ging noch eine Runde ins Fitnessstudio. Als ich zurück kam, stand fest: der Plan ist futsch. Eigentlich wollte ich mit T und einer Freundin feiern gehen. Sie hatte mir schon zuvor abgesagt und T würde es nicht rechtzeitig nach Berlin schaffen. Der Kellner hatte auch schon Pläne und ich war ratlos. Ich fragte dann noch C, der zumindest offen war, an diesem Abend was zu starten. Bis aber fest stand, was und wann…das dauerte.
Schließlich ergab es sich doch, dass ich noch zum Kellner fuhr. Er hockte zu Hause und kiffte und war entsprechend verpeilt, als ich ankam. Wir machten es uns auf seiner Couch gemütlich und schauten einen Film. Sehr entspannt, etwas kuschelig und auch witzig. Zunächst schien es wenig sexuelle Ambitionen zu geben (er war auch einfach ganz schön breit), beim zweiten Film wurde aus Kuscheln dann aber doch recht schnell mehr. Auch diesmal war es einfach nur schön und ich fühlte mich sehr wohl.

In der Zwischenzeit hatte C zumindest das Haus verlassen. Wann und ob man noch feiern ging, war aber immer noch nicht klar. Dem Kellner hatte ich von vornherein meine Pläne für den Abend offen gelegt. Vor allem aber, hatte ich klargestellt, dass ich auf jeden Fall zu Hause schlafen würde.
Nach einigem hin und her und nachdem es fast so aussah, als wollte C mich „ins Bett schicken“, beschlossen er und sein Kumpel, doch noch in den Club zu gehen, wo ich eigentlich hin wollte. Ich verabschiedete mich also vom Kellner, machte mich zu Hause kurz frisch und traf mich halb zwei mit C vor dem Club. C fiel sofort mein sexy Outfit auf. Ich nutzte den Abend, meine neue Netzstrumpfhose und meinen Leorock auszuführen. Ich war derweil irgendwas zwischen müde und voll aufgedreht, nüchtern und betrunken…völlig undefiniert. C konnte da ein bisschen „nachhelfen“. Und ich war im Handumdrehen wieder fit. Mit ihm ist es mittlerweile wirklich extrem entspannt. Er ist auch einer der Männer, in dessen Gegenwart ich unweigerlich sexuelle Erregung verspüre. Ihm ging es offensichtlich ähnlich. Wir hätten dann auch beinahe eine Nummer auf der Toilette geschoben, entschieden uns aber, seinen Freund nicht warten zu lassen und gingen erstmal auf die Tanzfläche. Nach zwei Stunden wildem Getanze hatten wir genug, quatschten noch eine Weile und wollten dann doch noch zu Ende zu bringen, was wir auf dem Klo angefangen hatten. Schon im Taxi ging das wilde Geknutsche wieder los, die Strumpfhose und das darunter schienen ihn ganz wild zu machen. Und wie immer war es großartig mit ihm zu schlafen. Ich war danach immer noch extrem aufgedreht, machte mich aber auf den Heimweg, immerhin wurde es bald hell. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem zweistündigen Powernap, ging es auch schon weiter Richtung Heimat.

Jetzt, wo ich die Ereignisse so runter tippe, fühlt es sich an, wie das Normalste der Welt. 24 Stunden wach, zweieinhalb mal Sex mit zwei unterschiedlichen Typen. Ich finde das nicht schlimm und auch nicht verwerflich. Immerhin war das nicht irgendwer und ich wurde nicht benutzt oder so. Ich hatte einfach Spaß. Einer in dieser Konstellation war damit allerdings überhaupt nicht glücklich: der Kellner. Er schrieb mir direkt, als ich seine Wohnung verlassen hatte und wollte „Schluss machen“- per WhatsApp – Ernsthaft? Er kam mit all dem überhaupt nicht klar. Und obwohl ich es nicht so geplant und auch nicht explizit so erwähnt hatte, ging er davon aus, dass ich direkt nach ihm zum nächsten Sexdate fuhr. Hier sei betont: ich bin zum Kellner auch nicht wegen des Sex gefahren. Jedenfalls war er extrem gekränkt und ich war dann auch ziemlich sauer. Als ich am Freitag im Auto saß, schrieben wir noch weiter und diskutierten über poly vs. mono.

Ich will niemanden davon überzeugen, dass poly die einzig richtige Art der Beziehung ist, das muss jeder für sich entscheiden. Was ich mir aber nicht sagen lasse ist, dass ich Leidenschaft auf Knopfdruck geschehen lasse, meine Männer beliebig sind und es einzig und allein um den Sex geht. Das ist nämlich einfach mal nicht so. Die Frustsex-Zeiten sind längst vorbei.
Tja, nach etwas hin und her und nachdem sich die Gemüter allmählich wieder beruhigt hatten, erklärte ich noch einmal ganz klar: ich will mein Leben nicht ändern, werde es auch nicht. Er kann damit klar kommen, oder gehen. Ich möchte aber definitiv nicht immer eine Rechtfertigung finden müssen oder ständig wieder die gleiche Thematik diskutieren. Er sagte, er will mich definitiv weiterhin sehen. Der Countdown bis zur nächsten Eskalation läuft also.

Der Karfreitag sollte ruhig werden. Ich besuchte mit meinem Bruder unsere Großeltern und unsere Cousine mit dem kleinen Baby. Schon ein ziemlicher Kontrast, vom wilden sexy Partyleben in die ländliche Familienidylle mit Kuchen essen und Sandburgen bauen auf dem Spielplatz.
Am Abend kamen wir dann bei meinen Eltern an, wo ich nach dem Grillen im Garten den Abend nur noch entspannt ausklingen ließ.
Der Samstag startete früh mit einem Familienfrühstück, danach machten wir uns bereit zu einer Wanderung durch die vogtländischen Berge. Ich genoss die Natur und das Wegsein in diesem Moment sehr.
Außerdem sehnte ich mich nach Bewegung. Das reichhaltige Essen rächte sich nämlich mit sehr schlechtem Gewissen. Auch der Samstagabend war ruhig, ich hatte ein starkes Bedürfnis zu schlafen und war frühzeitig ins Bett.
Actionreich ging es auch am Ostersonntag weiter. Nach dem Frühstück nahm mich mein Bruder auf seinem Moped mit zur Talsperre, wo wir knappe drei Stunden im Kletterwald von Baum zu Baum sprangen. Ich hatte das zuvor nie gemacht und deutlich unterschätzt, welche Kräfte es kostete. Cool war es aber auf jeden Fall.

Am Nachmittag wollte ich eigentlich nur im Garten in der Sonne entspannen. Aber ein Programmpunkt des Wochenendes war ja noch offen: Der Barkeeper (vom Klassentreffen). Nachdem unser Versuch, uns zu treffen im Februar gescheitert war, war unsere Vorfreude darauf, dass das zwischen uns nicht nur ein ONS bleiben sollte nun umso größer.
Auch hier das übliche hin und her, bis ich mich entschloss, jetzt mal spontan zu sein. Also schnell unter die Dusche gesprungen, Beine rasiert und mit Mamas Auto in die Stadt gedüst. Ich glaube, es war gut, dass ich mir wenig Gedanken darüber gemacht habe. Normalerweise bin ich ja nicht für geplant spontanen Sex zu haben. Und dann auch noch mitten am Tag. ABER: es war verdammt gut. Ich hatte fast schon vergessen, wie intensiv nüchterner Sex sein kann. Als ich ankam, kamen wir ziemlich direkt zur Sache und wälzten uns übers Sofa und den Fußboden in allen erdenklichen Stellungen, bis wir nicht mehr konnten. Es war leidenschaftlich, schmutzig, lustvoll und witzig zugleich. Immer wieder brachen wir in Gelächter aus, gefolgt vom nächsten sexuellen Höhepunkt und lauten Gestöhne. Ich glaube, wir waren beide recht überrascht, wie gut wir harmonierten und wie viel Spaß es uns machte. Und der Typ hat echt alles was er haben muss: gut gebaut, gut bestückt, guter Küsser, kann perfekt mit seiner Zunge umgehen…mit seinen Händen auch, gute Ausdauer UND: ich stehe ja eigentlich nicht auf lange Haare, aber nur deswegen, weil ich sie bei den meisten Menschen irgendwie eklig finde. Aber seine langen blonden Haare sind so weich und auch wenn sie überall waren, ich fand es wahnsinnig geil. Danach folgte – was ich sehr zu schätzen weiß – noch ein entspanntes Cooldown. Wir quatschten über dies und das, über Beziehungen… er war einfühlsam und interessiert. Mir ist es ja immer wichtig, nicht nur irgendeine schnelle Nummer zu sein. Und das war definitiv alles andere als ein egoistischer Quickie. Insofern: gerne wieder.

Nachdem ich ja nun schon sehr erfolgreich einige Eier gefunden hatte, schlich ich mich zu Hause bei meinen Eltern schnell unter die Dusche, um dann – noch leicht errötet – pünktlich zu Abendessen zu kommen. Und auch wenn mein Bruder und ich dazu mittlerweile eigentlich zu alt sind: wir haben auch im Wohnzimmer noch kleine Osterüberraschungen suchen dürfen.

Da ich den Abend nicht wieder nur auf der Couch verbringen wollte, beschoss ich mal wieder in den Club bei uns um die Ecke zu gehen. Bei der 90er Party konnte man nicht viel falsch machen. Ich traf mich mit einem Kumpel meines Bruders. Der war leider ziemlich stoned, also beschloss ich, allein zu tanzen. Ich tingelte gute zwei Stunden zwischen Tanzfläche, Bar und Raucherraum hin und her. Wirklich betrunken wurde ich allerdings nicht. Dafür alle anderen umso mehr. Irgendwann wurde mir das Ganze dann ein wenig zu asozial und ich machte mich auf den Heimweg. Immerhin hatte ich kurz meinen Spaß gehabt. Zum Einschlafen skypte ich noch mit T und schon war das Wochenende wieder vorbei. Am Ostermontag passierte bis auf die Rückfahrt nach Berlin nicht viel. Ich freute mich auf meine Wohnung, meine Couch und meine Ruhe. Erstmal bisschen runterkommen, bevor es bald weiter geht.

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