Amazing Amsterdam II

Das Wetter in Amsterdam meint es nicht sonderlich gut mit uns. Dennoch haben wir es ganz gut abgepasst. Nachdem wir den Vormittag in der Wohnung chillen (also ich chillte, J schlief), suchten wir ein kleines Café mit gutem, starken Kaffee aus und fuhren danach mit einem der Hop on Hop off Boote durch die Amsterdamer Grachten in die Innenstadt. So bekamen wir auf dem Weg noch allerhand zu sehen. Wir hatten uns zuvor den Amsterdam Pass geholt, der uns Eintritt zu allerhand Attraktionen bieten sollte.

Unser Ziel war das Amsterdam Dungeon. In einer Führung durch dunkle Folterkammern, Gruften, Keller und zwielichtige Bars erfuhren wir auf gruselig witzige Weise eine Menge über Amsterdams Geschichte. Am Eingang bekam ich ein Zertifikat, auf dem mir Hexenkräfte zugeschrieben wurden. Ob es an den roten Haaren liegt?! Ich hab noch nicht probiert, was ich jetzt alles kann, aber vielleicht sollte ich das nächste Mal, wenn ich einen Besen sehe spontan aufsteigen. Das Dungeon ist wirklich toll gemacht und immer einen Besuch wert. Meinen Freund J habe ich dabei aus Versehen an einen Menschenhändler verkauft. Ich bekam ihn aber am Ende zurück.

Danach ging es nach kurzer Stärkung ins Heineken Experience, ein Museum über die Geschichte des berühmten Bieres mit anschließender Bier Verkostung. Sehr toll gemacht, mit vielen Infos und Einblicken rund ums Thema Bier brauen und gleichzeitig witzigen Aktionen wie Fotoboxen, Tischkicker und einer virtuellen Fahrt durch die Flaschenabfüllung. Ich glaube so langsam komme ich wirklich auf den Geschmack, was Bier angeht. Es schmeckt mir wirklich.

Danach mussten wir kurz in der Wohnung die Füße hoch legen. Immerhin hatten wir bereits 15.000 Schritte hinter uns gebracht. Nach einer kurzen Verschnaufpause rafften wir uns aber noch einmal auf und schlenderten zu einem sehr belebten Viertel mit vielen Bars und urigen Kneipen. Eigentlich wollten wir in eine Rock-Kneipe gehen, das versprach zumindest Google. Auf dem Weg dahin blieben wir aber an einer anderen kleinen Bar hängen, aus der Livemusik nach draußen dröhnte. Wir kehrten also spontan dort ein und blieben auch da für den Rest des Abends. In der Ecke saß ein brasilianischer Gitarrist, der mit weicher, rauchiger Stimme Evergreens sang und von seinem Kumpel auf dem Cajón begleitet wurde. Die Stimmung war toll und entspannt, überall wurde mitgesungen und das Duo sorgte für gute Laune, die ansteckend war. Insofern störte es mich wenig, dass J an dem Abend mehr mit seinem Handy kommunizierte, als mit mir. Ich fühlte mich bestens unterhalten. Der Sänger kam sogar für einen kurzen Smalltalk an unseren Tisch und als wir gehen wollten schien es fast, als hätte er gern noch was mit uns getrunken. Wir mussten aber dringend ins Bett, in das J dann auch sofort fiel und tief einschlief.

Ein Vorfall in der Bar hat mich mal wieder am Anstand einiger Menschen zweifeln lassen. Am Tisch gegenüber der ließen sich vier Mädels nieder. Ich bin nicht sicher, ob sie überhaupt schon 18 waren. Jedenfalls wirkten sie schon von Anfang an sehr bitchy auf mich und verbreiteten unangenehme Vibes. Die zweite Runde bestellten die vier Grazien (inkl. Mitleidsfreundin) nach draußen. Kaum waren die Drinks getrunken, sah ich die vier aufspringen und in einem Affenzahn weg rennen…. So schnell konnte ich gar nicht gucken. Die Kellnerin natürlich direkt hinterher, leider vergebens. Das ist wirklich extrem dreistes Verhalten, welches ich absolut nicht toleriere.

Wer jetzt hier noch irgendwelche prickelnden Highlights erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Zum Thema „gewisse Vorzüge“ gibt es nichts zu berichten. Ich habe drei Vermutungen dazu:

1. Wir waren einfach jeden Tag viel zu müde

2. Wir waren einfach bisher immer viel zu nüchtern

3. Wir haben uns gefriendzoned

Was auch immer es ist, es ist vollkommen okay so. Alles kann, nichts muss. Ich freue mich, dass wir uns allgemein ziemlich gut verstehen und J ein überaus entspannter Reisebegleiter ist.

Insofern kann ich auch guten Gewissens sagen, dass es mir hier sehr gut geht, ich den Urlaub genieße und das hier wirklich eine richtige Auszeit für mich ist. Und ich lerne Amsterdam erstmals von einer ganz anderen Seite kennen, was die Stadt für mich auch bei meinem sechsten Besuch unglaublich spannend macht.

2 Gedanken zu “Amazing Amsterdam II

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s