Dates Vol. IV – spontan ist immer noch am Besten

Ich hatte mich nun am Freitag ein weiteres Mal zugunsten meines Körpers entschieden, einen Abend zu Hause zu verbringen und früh schlafen zu gehen. Ich liege also auf der Couch, nippe an meinem Gin-Tonic, als C mir schreibt. Er wäre allein zu Hause, seine Frau sei unterwegs und er trinke einen köstlichen Sekt-Aperol…. mmhhh. Wir schreiben also ein bisschen und ich spüre in mir schon das Bedürfnis aufsteigen, ihn sehen zu wollen und HALLO meine Libido ist auch gleich wieder ganz schön wach und aufgeregt. Und während wir noch versuchen einen Termin innerhalb der nächsten Wochen zu finden, kommt da immer mehr der Reiz des Spontanen. Also gut, er bietet an, das Taxi zu bezahlen, ich springe unter die Dusche und bin 20 Minuten später bei ihm. Er begrüßt mich mit eisgekühlten Drinks und nur mit einer Schlafanzughose bekleidet und schon fallen wir gemeinsam in die Kissen. Und was soll ich sagen?! Es war herrlich. Schön vertraut, schön intensiv, zärtlich, wertschätzend, einfach richtig guter Sex.
Danach liegen wir noch eine Weile im Bett und tauschen uns über dies und das aus. C kenne ich mittlerweile fast ein Jahr. Er hat zwei Kinder und ist seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Ich glaube, mit ihm habe ich eine der entspanntesten Beziehungen. Wir sehen uns regelmäßig alle paar Wochen. Wir gehen zusammen feiern, trinken, oder hängen einfach nur ab. Ich kann ihn in seiner Wohnung besuchen, in seinem Bett schlafen und nichts fühlt sich komisch an. Er ist immer aufmerksam und wertschätzend und hat auch einfach mal nur so ein offenes Ohr, wenn ich es brauche. Kein Drama, kein Stress, alles easy.
Nach zwei Stunden setzte er mich wieder ins Taxi, ich fuhr nach Hause und schlief zufrieden ein.

Am Samstag war ich zwar nicht ganz so fit, wie erhofft, startete aber dennoch den Tag früh und ging zum Sport. Während ich vor mich hinschwitzte, schrieb mir ein Okc Match. Ich checkte natürlich gleich mal die Bilder, um mich zu erinnern, wen ich da geliked habe und fand ihn unglaublich attraktiv: Bart, nettes Lächeln, schlank, aber nicht zu durchtrainiert, 31, Single und endlich mal einer mit meinem Musikgeschmack.
Auch die Art und Weise, wie er schrieb, gefiel mir. Das einzige, was mich etwas störte: Interesse an einer monogamen Beziehung. Wir tauschten dann relativ schnell Nummern und er fragte auch direkt nach einem spontanen Treffen am Abend. Da ich abends schon verplant war, fiel das schon mal aus. Allerdings war mein kompletter Nachmittag noch frei. Also verabredeten wir uns spontan auf einen Kaffee. Dabei fiel mir auf, dass ich im letzten Jahr nie ein Kaffee-Date hatte. Die Stimmung war von Anfang an extrem locker, wir quatschten über Gott und die Welt und lachten viel. Live war er zwar nicht ganz so attraktiv, wie auf den Bildern, trotzdem war er mir nicht unsympathisch. Er machte mir ein paar sehr nette Komplimente. Was ich nicht mochte, waren seine Hände. Ja, bei sowas bin ich eigen. Zum Abschied küsste er mich dann (was sich wiederum echt gut anfühlte) und wir vereinbarten, dass es auf jeden Fall ein weiteres Date geben wird.
Ich muss im Nachhinein gestehen, ich fand es spannend und witzig, habe aber wieder mal nichts empfunden. Auch bei dem Kuss spürte ich nichts und ich hätte von mir aus diesen Schritt (noch) nicht gemacht. Da frage ich mich immer wieder, ob das echt so eine Art Trophäen-Sammeln ist, oder Bestätigung?! Ein Date ohne körperliche Nähe, ist kein gelungenes Date?!

Im Anschluss machte ich mich auf den Weg zu meiner besten Freundin, in der WG wurde gefeiert. Mit ihrem Mitbewohner hatte ich natürlich schon vereinbart, dass ich dort übernachten werde. Allerdings legte ich nicht viel wert darauf, auf der Party als „sein Date“ zu gelten. Zumal mich ohnehin einige der Gäste auf das „letzte Mal“ ansprachen, was mir doch ein ganz klein wenig unangenehm war. Ich war erleichtert, als ich merkte, dass auch er sich Gedanken darüber gemacht hatte. Wir einigten uns darauf, alles locker zu halten. Heißt, dass wir uns manchmal küssten oder ein bisschen neckten, aber sowohl er als auch ich hielten die Augen immer ein bisschen  offen, um die zu checken, welche Optionen sich noch auftun könnten. 😉 Er verschwand auch mehrere Male mit einer anderen Dame zum Knutschen in sein Zimmer. Ich wurde ein paar Mal gefragt, ob mir das denn nichts ausmachte. Nein, machte es tatsächlich nicht. Wozu sollte ich bitte eine Szene machen, oder mich ärgern?! Er hatte Spaß, es freute mich. Solange er sich an unsere Abmachung hielt, was das Schlafen anging, war für mich alles gut. Ich holte mir an dem Abend tatsächlich noch zwei Abfuhren ein. Der eine stand grad sexuell nicht so auf mich, der andere schon, aber kurze Haare wären ein No-Go. Okay, gut dass wir drüber gesprochen haben. Im Endeffekt war das ganze auch nur eine Art Ego-Trip von mir und ich habe mich insgeheim doch sehr darüber amüsiert.
Ganz allgemein war es eine super Party, mit vielen guten Gesprächen, netten Leuten, es wurde viel getanzt insgesamt gab es (für meine Verhältnisse) wenig Alkohol – nett, dass ich diesmal am Ende noch alles wusste.
Gegen vier fielen wir dann erschöpft ins Bett. Um neun wurde ich wieder „geweckt“. Wir hatten ja noch ein bisschen was nachzuholen. Zu allem Überfluss passierte dabei ein kleines Missgeschick. Also verbrachten wir einen Teil des Sonntagnachmittags mit einem Spaziergang zur Apotheke. Ein weiterer Haken auf der Liste in der Kategorie „Muss nicht sein, aber kann man mal gemacht haben“. Wir nahmen es beide mit Humor und ich verspürte zum Glück keine sonderlichen Nebenwirkungen. Und er war wirklich toll. Er lud mich unterwegs spontan in ein Burgerrestaurant ein und bezahlte auch von der Pille die Hälfte, immerhin trugen wir ja irgendwie beide die Verantwortung dafür. Ich war ziemlich froh darüber, das nicht allein machen zu müssen. Außerdem stellte ich wieder fest, wie gut wir uns verstanden.
Auf dem Rückweg trafen wir noch meine beste Freundin, mit der ich einen kleinen Spaziergang machte. Wir ließen die Party noch einmal Revue passieren und auch sie war der Meinung, es wäre ein gelungener Abend gewesen.

Am Ende war ich insgesamt doch ganz schön fertig und froh, endlich wieder zu Hause zu sein und mich auf meine Couch legen zu können. Ich schrieb noch etwas halbherzig mit der neuen Bekanntschaft von meinem Kaffee-Date, hatte aber insgesamt keinen großen Nerv mehr zu irgendwas an dem Abend. Obwohl ich knappe vier Optionen gehabt hätte. Aber das war mir dann doch alles ein bisschen zu viel.
Fazit: Auch, wenn dieses Wochenende ziemlich chaotisch war, ich hatte extrem viel Spaß und habe mal wieder gemerkt, dass es gut sein kann, sich ab und zu mal zu trauen, ein bisschen Spontaneität an den Tag zu legen. Oft passieren dann ja die coolsten Dinge. Schade, dass man Spontaneität nicht planen kann. Insofern ist mein Vorsatz für diese Woche: entspannen und die Dinge auf mich zukommen lassen.

 

Ein Gedanke zu “Dates Vol. IV – spontan ist immer noch am Besten

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