Die Sache mit T

Ich habe es ja schon ein paar mal erwähnt, T ist mittlerweile zu einer verlässlichen Konstante in meinem Leben geworden – Freund, Liebhaber, eine gute Beziehung.
Deswegen mal kurz zurück zum Anfang:

T trat 2016 eher zufällig in mein Leben. Es war kurz nach meinem Geburtstag, ich war gerade in der zweiten Trennungsphase von meinem (Ex-) Mann und hatte ein paar Mädels zum Anstoßen eingeladen. Es wurde später, der Abend lustiger und wir beschlossen spontan zu zweit noch feiern zu gehen. Meine Freundin war vergeben, flirtete aber dennoch, was das Zeug hielt. Ich hatte natürlich auch die Fühler ausgestreckt, war allerdings unsicher, immerhin war das erste Mal seit drei Jahren, dass ich wieder auf Männerfang ging. Mal abgesehen von ausgelassenem Tanzen lief an dem Abend auch nicht wirklich viel. Ich beschloss gerade, kurz eine rauchen zu gehen, als mein unbeholfenes, betrunkenes Ich auf dem Weg nach draußen im wahrsten Sinne des Wortes über ihn fiel: T.
Nach dieser unerwarteten Begegnung kamen wir direkt ins Gespräch. Da wir beide nicht mehr wahnsinnig viel Bock auf tanzen hatten, beschlossen wir, meine Freundin zu holen und zu verschwinden. Wir setzten sie in die Bahn nach Hause und gönnten uns noch zwei Bierchen, bevor wir uns auf den Weg zu seiner nahe gelegenen Wohnung machten. Schon in der Bar, fingen wir an zu knutschen und auf dem Heimweg liefen wir Hand in Hand, während ich ihm meine „tragische Geschichte“ erzählte.

Aufgrund des Alkohols und der Müdigkeit (es war mittlerweile wieder hell) lief in dieser Nacht nicht mehr wirklich viel, wohl aber am nächsten Morgen (oder besser gesagt Mittag). Leider hatte ich keine Zeit mehr für ein Happy End, da ein Treffen mit meinem Ex anstand. Was ich allerdings sehr schade fand, denn was er mir bis dahin zeigte, bzw. mit mir machte, weckte meine Neugier. Wir tauschten Nummern und versprachen, in Kontakt zu bleiben. In den nächsten Wochen schrieben wir viel und lernten uns so besser kennen…natürlich ging es auch, oder besser gesagt sehr viel um Sex und unsere Vorstellungen – es knisterte. Da er unter der Woche nicht in Berlin war, dauerte es einige Zeit, bis wir uns wieder sahen. Und schon da musste ich feststellen, dass es nicht so einfach war, sich mit ihm zu verabreden. In der Nacht, als wir uns wiedersahen, hatten wir dann aber Sex und zwar auf eine Art und Weise, die ich lange vermisst hatte und die mein Ex mir damals nicht geben wollte/konnte.

Es folgten einige Wochen, wo bei mir Chaos herrschte. Mein Ex schlief mit der Arbeitskollegin, ich warf ihn raus, er zog aus, wir kamen uns wieder näher… Und da ich ihn nicht betrügen wollte, legte ich die Sache mit T erstmal auf Eis, zumindest den körperlichen Teil und war im ersten Moment etwas überrascht, dass das Interesse an meiner Person blieb. Mein Ex fand irgendwann heraus, dass es da jemanden gab und war (natürlich) nicht begeistert, besser gesagt verunsichert. Irgendwann erzählte ich ihm, was mich an der Verbindung reizte, vor allem an dem Sex (zu diesem Zeitpunkt), ich schlug sogar eine offene Beziehung vor – er lehnte ab, ich entschied mich „aus lauter Liebe“ aber für ihn. Zumindest tolerierte er den Kontakt zu T weiterhin.

Irgendwann traf ich mich noch einmal freundschaftlich mit T. Ich war der festen Überzeugung, ich könnte standhaft bleiben. In unseren Gesprächen vertieften wir uns in Beziehungsthemen. Er konnte schon damals nicht nachvollziehen, wie ich mich an einer so komplizierten Beziehung festhalten konnte. Er selbst war lange mit einer Frau zusammen, entschied sich aber danach dafür, sich nicht mehr im klassischen Sinne an eine Frau zu binden. Ich mochte seine unkomplizierten Ansichten schon damals. In der Nacht schliefen wir zusammen in meinem Bett und natürlich war der Reiz der Leidenschaft und des Verbotenen groß… ich wollte mehr, doch T brach die Sache ab mit den Worten „Ich möchte nicht bereut werden.“ Diesen „Fehltritt“ habe ich hier bereits erwähnt. Um es kurz zu machen: hier endete die Geschichte mit T – vorerst.

Ich dachte noch oft an ihn und verspürte immer wieder eine gewisse Sehnsucht, weswegen ich direkt wieder den Kontakt suchte, als meine Ehe in die Brüche ging. Er war zwar verletzt von meinem Verhalten, konnte aber auch verstehen, warum ich so gehandelt hatte. Und auch, wenn eineinhalb Jahre vergangen waren, fühlte ich mich ihm gleich wieder so nah wie vorher. Ich sagte ja schon, dass ich mich bei unserem ersten Wiedersehen auch nicht zurückhalten konnte – immernoch dieser Reiz. Unsere Geschichte ging also weiter. Eine Geschichte mit gutem Sex, langen Gesprächen und eine Zeit, in der T zu einem sehr engen Freund und unsere Verbindung wieder zu einer Beziehung wurde. Ich hatte sogar manchmal richtig Schmetterlinge im Bauch, als wir uns sahen. Ich fühlte mich einfach jedes Mal sehr wohl bei ihm.

Es gab – wie in jeder Beziehung – Höhen und Tiefen. Manchmal war ich enttäuscht von seiner Unverbindlichkeit. Aber ich lernte, damit umzugehen und er zeigte mir, dass ich mich im „Notfall“ auf ihn verlassen konnte. So verbrachten wir zum Beispiel meinen Geburtstag zusammen, der Dank ihm mit Nacktbaden, Picknick, Fummeln in der S-Bahn, durch den Regen rennen, leidenschaftlichem Sex und einem abschließenden Bad zu einem unvergesslichen Tag wurde.

Als der Koch in mein Leben kam, stellte ich die Beziehung zu T wieder zurück. Trotzdem war er immer da, hatte ein offenes Ohr, zeigte Anteilnahme, wenn es mir schlecht ging und schaffte es, mich in schweren Momenten, wieder aufzumuntern. Ich vertraue ihm blind und weiß, er würde niemals etwas tun, was mich verletzen könnte. Wir sind uns in vielen Dingen einig, vor allem darüber, wie wir Beziehungen führen wollen. Und ich habe bisher so gut wie nie Eifersucht gespürt.

Wenn man das hier so liest, könnte man meinen, das ist die perfekte Beziehung. Wir mögen uns, wir finden uns attraktiv, wir haben unglaublich guten Sex und wir nehmen den anderen genau so wie er ist. Bedingungslose Liebe?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und ich glaube, ich will auch gar nicht so viel darüber nachdenken, oder will dem auch irgendwie keinen Namen geben. Ich will einfach nur genießen, was wir haben und dass es einmal nichts zu hinterfragen gibt.

Tbc….

3 Gedanken zu “Die Sache mit T

  1. ey, nicht blind vertrauen!!! ich will nicht der einzige sein der mich hinterfragt 😛

    und das mit dem niemals verletzen: hmm… ich fürchte dafür sind wir zu ehrlich um das so zu sagen!!

    Gruß
    dein T.

    *PS: Hehe, wenn du über den sex mit mir schreibst wär der name G. viel lustiger 😛

    Gefällt 1 Person

    • Heißt ja nicht, dass ich DICH nicht hinterfrage. Nur an der Beziehung gibt’s nichts zu hinterfragen im Moment.
      Blind vertrauen würde mir nie wieder einfallen.
      Ehrlichkeit ist eine gute Grundlage, auch wenn sie nicht vor Verletzungen schützt.
      Aber das wird nie vorsätzlichch passieren. So gut glaube ich dich zu kennen.

      PS: Der G. wird überbewertet…

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