Drei mal getrennt – Teil 3

Trennung Nummer 3:
Zeitpunkt: Nach viereinhalb Jahren Beziehung und 5 Monaten Ehe.
Wir hatten uns also entschlossen zu heiraten. Es konnte gar nicht mehr schnell genug gehen. Schon kurz vor der Hochzeit lernte er N kennen. Wieder eine Arbeitskollegin. Und komischer Weise nahm sie sehr schnell ziemlich viel Raum in seinem und damit auch unserem Leben ein. Und auch, wenn ich gar nicht daran glauben wollte: ich prophezeihte es auch diesmal: „Sie wird sich von ihrem Freund trennen und sich in dich verlieben.“
Trotzdem redete ich mir ein, dass wir ja jetzt verheiratet waren und so etwas deswegen natürlich nicht mehr passieren könnte, weil eine Hochzeit einen ja vor so etwas schützt. Also machte ich gute Mine zum bösen Spiel und versuchte auch mit ihr sowas wie eine Freundschaft aufzubauen. Im Nachhinein gesehen hätte ich das lieber gelassen. Sie machte sich in unserem Leben immer mehr breit, nahm ihn für sich ein, machte ihm besondere Geschenke und ich hatte immer mehr das Gefühl, sie würde mich damit ausstechen wollen. Nennen wir es Schicksal, aber ihre Beziehung zerbrach tatsächlich kurze Zeit später. Mein Mann – der Gutmensch – war natürlich immer für sie da, kümmerte sich um sie, nahm sie morgens mit zur Arbeit, schenkte ihr danach ein offenes Ohr, bot ihr unser Gästezimmer an. Und ich machte das natürlich alles mit. Selbst als er ihr zu Weihnachten eine ganz besondere Karte schrieb, versuchte ich immer noch zu denken, dass das eben nur eine ganz super tolle Freundschaft sei.
Wie Anfang des Jahres alles eskalierte, habe ich hier ja bereits detailreich beschrieben. Natürlich verbrachte er dann ganz viel Zeit mit ihr. Übernachtete bei ihr als wir noch nicht mal offiziell getrennt waren. Fuhr mit ihr an die Ostsee, was wir lange Zeit schon machen wollten. Woher ich das weiß? Naja Karma ist eine Bitch. Ein Freund aus Rostock hat die beiden doch tatsächlich gesehen, wie sie Hand in Hand am Strand spazieren gingen. Und selbst als ich meinen (Ex-) Mann darauf ansprach, war da ja eigentlich gar nichts so wirklich zwischen den beiden. Also ja, sie wollte schon länger was von ihm (hab ich ja gesagt!), aber er wollte eigentlich nicht so richtig und hatte angeblich ja auch erstmal so viel unverbindlichen Sex nach unserer Trennung.
Als ich dann irgendwann ihre Sachen in der Schublade fand, die einst meine war, war die Sache schon sehr eindeutig. Natürlich hatte er dann allen Grund, sauer auf mich zu sein, da ich ja in seinen Sachen (in unserer Wohnung) rumgeschnüffelt hatte. Aber er mochte es ja ohnehin gern, den Spieß umzudrehen, damit er selbst das Opfer sein konnte.
Ich muss sagen, dass ich bis heute keine Ahnung habe, was ich glauben soll. Ob da schon vorher etwas lief, wenn sie sich allein trafen, oder ob es sich erst entwickelte. Ist mir auch vollkommen egal. Ich hatte in der Zeit den Kontakt zu T wieder gesucht, der mir glücklicher Weise verzeihen konnte, dass ich ihn damals für meinen Mann in den Wind geschossen habe. Wir trafen uns auch, natürlich unverbindlich, um uns über die eineinhalb Jahre der Kontaktlosigkeit auf den neuesten Stand zu bringen. Und auch, wenn ich ihm nur ungern recht geben wollte: Er hatte mich vorher gewarnt und er hatte Recht behalten, als er meinte, diese Beziehung würde mir nicht gut tun.
Und natürlich konnte ich auch an diesem Abend nicht widerstehen. Und auch, wenn ich damit streng genommen eine Ehebrecherin bin, habe ich es nicht bereut, weil ich da schon wusste, dass diese nicht mehr zu retten ist.
Vielleicht hat es mir auch ein bisschen geholfen, den Schlussstrich endgültig zu ziehen. Ich bin jedenfalls dankbar über die Verbindung zu T, weil er in den letzten Monaten zu einem tollen Liebhaber und treuen Freund geworden ist.
Ob die neue Beziehung meines (Ex-) Mannes gehalten hat? Keine Ahnung. Manchmal hoffe ich um ehrlich zu sein, dass dem nicht so ist und dass N erkannt hat, dass auch sie ihn nicht retten kann. Das ist die gemeine schwarze Seite in mir. Die andere hofft ebenfalls, dass sie sich getrennt haben, allerdings mit dem Hintergrund, dass er endlich erkannt hat, dass Beziehungen ihn nicht retten können.

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