Drei mal getrennt – Teil 2

Trennung Nummer 2:
Zeitpunkt: Nach zweieinhalb Jahren Beziehung.
Ich würde behaupten, nach der ersten Trennung haben wir in Trennungdingen schon ein bisschen Routine bekommen. Ich zumindest erkannte die ersten Anzeichen einer wiederkehrenden Unzufriedenheit bei ihm. Gleiches Muster, gleiche Herangehensweise. Diesmal war es eine Arbeitskollegin C2. Wir waren bei meinen Großeltern auf einer großen Familienfeier und wie so oft verbrachte er wirklich viel Zeit am Handy, was mich besonders am Familientisch maßlos ärgerte. Er schien gar nicht richtig anwesend. Der weitere Verlauf war beinahe wie beim ersten Mal. „Ich bin nicht mehr glücklich“, er schlief mit mir, wir redeten, wir versuchten es erneut, ich riss mir ein Bein aus, ihm alles recht zu machen und dann plötzlich sein Rückzug. Nachdem wir es zwei Tage mit zuneigung und Leidenschaft komplett übertrieben hatten, kam ich nun gar nicht mehr an ihn ran. Aber diesmal war ich schon etwas weiter und schottete mich ebenfalls ab. Nach zwei Tagen schlug ich vor, dass uns etwas Abstand gut tun würde. Er sagte, er würde zu seiner Mutter fahren, Als die allerdings später anrief, wusste sie nichts von alledem. Am nächsten Tag kam er kurz noch ein paar Sachen holen. Und wo war er nachts gewesen? Bei C2 natürlich! Als ich ihn fragte, ob es denn schön gewesen sein sagte er allen Ernstes: „Ja, wir haben richtig gut gefickt!“ Na danke….
Die Woche verging und ich hatte viel Zeit zum Nachdenken. Mir wurde klar: ich will das so nicht mehr, also war ich diesmal diejenige, die die endgültige Entscheidung traf…naja… Abschiedssex gab es dann doch noch. Und auch diesmal: alles nüchtern geklärt, jetzt wollte ich, dass er auszieht. Und auch, wenn wir jetzt Nägel mit Köpfen machten, kamen wir nicht voneinander los. Und diesmal wusste ich, selbst wenn er immer wieder betonte, dass das mit C2 nur platonisch wäre, dass er mich anlog. Und als es dann tatsächlich so war, war der Blick in sein Handy eigentlich komplett unnötig. Meinem Gefühl konnte ich trauen, jetzt wusste ich ja schon, wie es sich anfühlt. Was mich dennoch schockierte: er hatte ihr ebenfalls gesagt, sie wäre die einzige…armes Mädchen. Es war Sonntagmorgen, er hatte mal wieder bei mir geschlafen, als er aus dem Bad zurück ins Bett kam, verführte ich ihn. Danach setzte ich ihm die Pistole auf die Brust. Er schien sichtlich verwirrt und fragte, wieso ich überhaupt noch einmal mit ihm geschlafen hatte. „Aus Prinzip!“ „Schönes Prinzip!“ Danach warf ich ihn raus.
Die folgenden Wochen waren für mich irgendwie befreiend. Da ich einen Grund hatte, sauer auf ihn zu sein, fiel es mir leichter, Abstand zu gewinnen. Außerdem hatte ich auch jemanden kennengelernt. Und die Reise, die mit T zu diesem Zeitpunkt begann, ist heute noch lange nicht zu Ende. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Trennung wurde also wirklich spruchreif. Er fand eine Wohnung mit seinem besten Freund und der Umzug wurde geplant. Und wie sollte es anders sein: Pünktlich zum Umzug, lief natürlich wieder was zwischen uns. In einer rührenden Mail, schrieb er mir, wie sehr er alles bereute… zuerst wollte ich ihm die kalte Schulter zeigen, doch dann wurde ich doch weich. In den nächsten Wochen lief es super. Es war als wäre die räumliche Trennung und der Tapetenwechsel das beste, was uns passieren konnte. Den Kontakt zu T hielt ich dennoch in der Zeit. Es lief zwar lange nichts mehr, aber irgendwie fand ich die Vorstellung die Beziehung mit meinem Mann zu öffnen reizvoll. Mein Mann sah das allerdings nicht so. Er wollte zwar selbst eigentlich Freiheit, aber seine Besitzansprüche an mich waren größer, so zumindest erst einmal der Eindruck. Als mich dann mit T an einem Abend auf einen unverbindlichen Drink traf, bleib es nicht einfach nur beim Reden und trinken. Ein Teil von mir bereute es, ein Teil von mir hatte es genau so gewollt.
Am nächsten Tag fand die X. Hochzeit der Mutter meines Mannes statt. Eigentlich wollte ich gar nicht hingehen, kam aber später doch spontan dazu. Ich entschied mich, die Sache mit T geheim zu halten. Was so lange gut ging, bis mein Mann seinem Misstrauen erlag und sich mit Hilfe meines Handys überzeugte, dass diesmal ihn sein Gefühl nicht trügen konnte. Es folgte ein Wutausbrucht, ein Schlag mit der Faust gegen die Badtür, viele Tränen und meinerseits das Versprechen, den Kontakt mit T abzubrechen. Tja, damit hatte ich ihm perfekt in die Karten gespielt, da mein Mann nun selbst die Opferrolle einnehmen konnte. Das Thema Treue war von da an immer ein riesiges zwischen uns. Und wie kann man sowas am besten bekämpfen? Klar: Verlobung! Gesagt getan. Es folgten Ein Kleid, ein Anzug und der Ringtausch.

Das Vertrauen war trotzdem nachhaltig geschädigt und als Frau Nummer drei in sein Leben trat, wusste ich eigentlich schon Bescheid…

3 Gedanken zu “Drei mal getrennt – Teil 2

  1. Ohgott, es tut mir sehr leid zu lesen, dass du so viel Zeit und Energie an so einem Menschen „verschwendet“ hast. Das klingt ja wirklich heftig. Nichtsdestotrotz kann ich dich sehr gut verstehen. Ich bin genauso unfähig wie du, mich auf Beziehungen einzulassen wie mich wieder von ihnen zu lösen. Man weiß ganz genau, dass einem ein bestimmter Mensch auf Dauer nicht gut tut und trotzdem handelt man dann anders und schafft es nicht, solche Menschen endgültig aus seinem Leben zu werfen…
    Fühl dich gedrückt! ❤🙂

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