Kleine Rückschläge…

Trotz all der anfänglichen Erleichterung und dem scheinbaren Stimmungswechsel von zutiefst betrübt zu energiegeladen muss ich mir mal wieder eingestehen, dass das kein dauerhafter Wechsel zu einer Hochphase war – noch nicht!
Insgeheim war mir das auch vor einer Woche schon klar, dass es etwas zu einfach gewesen wäre, die Trennung und all das von heute auf morgen runterzuschlucken und so zu tun, als könnte ich nahtlos zum Alltag übergehen.
Ich bin im Allgemeinen entspannter geworden, bin wieder unter Leute gegangen und habe angefangen das Leben, wie es ist wieder viel mehr zu genießen. Und vor allem genieße ich meine Unabhängigkeit und Freiheit.
Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen es mich einholt. Und mit „Es“ meine ich nicht in erster Linie die Trennung vom Koch, sondern gefühlt eher das ganze Jahr mit seinen Höhen und Tiefen. Und so kam es, dass ich seit langem Mal wieder eine Panikattacke hatte, die mich ganz schön aus der Bahn geworfen hat. Ich fühlte mich plötzlich hilflos, mein Hals wurde eng, ich konnte nicht atmen… Und – oh Wunder – ich habe blitzschnell reagieren können, um mich selbst zu retten. Ich habe mich direkt an meine beste Freundin gewandt, die wunderbar für mich da war und mir zugehört hat und mir einfach das Gefühl gab, nicht allein zu sein.
Eine solche Attacke allein durchstehen zu wollen, ist für mich das Schlechteste, was ich versuchen kann. Am Ende führt es nur dazu, dass ich mich immer weiter hineinsteigere und gar nicht mehr klar komme. Meine Freundin hat es mit ihren verständnisvollen Worten und guten Ratschlägen geschafft, mich zu beruhigen, sodass ich irgendwann einfach nur in einen tiefen Schlaf fiel. Am nächsten Morgen fühlte ich mich zwar wie gerädert, aber ich war lang nicht mehr so traurig und verzweifelt.

Das Positive ist, dass ich gerade das Gefühl habe, dass ich aus solchen negativen bedrückenden Situationen tatsächlich endlich mal was mitnehme. Dass ich den Mut finde, mich direkt an jemanden zu wenden, der mir hilft und für mich da ist, war nicht immer so. Jetzt weiß ich, dass es wahnsinnig gut tut und (vorausgesetzt es ist die richtige Person) auch keine Schande ist. Und es gibt ein paar Menschen in meinem Leben, die zu jeder Tag- und Nachtzeit für mich da sein würden, wenn ich sie nur frage. Und das ist wunderbar und wertvoll zu erkennen.
Eine weitere Einsicht, die kommt ist, dass es niemals gut ist, wenn ich versuche die Emotionen zu betäuben. Im Gegenteil, meist kommt es dann sogar noch schlimmer als ohnehin schon und wenn es nur der Kater am nächsten Morgen ist.
Auch wenn es nervt und ich manchmal schlaflos wach liege, oder mich von Albträumen geplagt hin und her wälze, Gedanken und Gefühle kommen nicht ohne Grund. Und sie haben ihre Daseinsberechtigung. Ich kann nur beeinflussen, was ich damit mache und wie nah ich sie an mich heran lasse. Wenn ich will, kann ich sie einfach da sein lassen, ohne zu analysieren oder zu hinterfragen oder sonst irgendwas damit zu machen. Sie werden auch wieder gehen – das Prinzip mit den alten Bekannten.
Ich merke, je mehr ich das verinnerliche und je mehr ich den Mut finde, das alles auch mal zuzulassen, umso besser funktioniert es. Und selbst, wenn es mal nicht so gut funktioniert, dann versuche ich, auch das hinzunehmen und mich nicht zu ärgern. Immer in kleinen Schritten, dann kann nichts passieren. Und ich will mich im allgemeinen wirklich nicht beschwerden. Ich habe viel geschafft und es geht mir immer besser. Ich kann mich selbst lieben und akzeptieren, habe großartige Freunde und eine tolle Familie… Was will man mehr?!

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