Einblicke…

Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft: Ich war auf der Venus – der Erotikmesse in Berlin. Ich muss sagen, ich habe mir vorher nicht wirklich viele Gedanken darüber gemacht, was mich dort erwarten würde. Eine Freundin und ich haben uns einfach Tickets geholt und ich für meinen Teil kann sagen, dass ich die Wochen zuvor in Vorfreude auf den geplanten Sonntags-Ausflug verbrachte.

Ein paar Tage bevor es dann soweit war, wurde die Vorfreude dann etwas getrübt, da mir ein Freund von eher negativen Venus-Erfahrungen berichtete: Laut, haufenweise notgeile Singe-Kerle….usw.
Aber ich lasse mich von sowas ja nicht abschrecken -im Gegenteil: ein Grund mehr, mir selbst ein Bild von der Sache zu machen. Wir trafen uns also Sonntagmittag am Messegelände und betraten die erotische Welt. Im Großen und Ganzen war die Messe tatsächlich recht unspektakulär. In jeder der drei Hallen gab es einen großen Stand mit allerhand (altmodischem) Sexspielzeug, welches von motivierten Verkäufern vorgeführt wurde. Wir ließen uns tatsächlich zum Kauf eines Rückenmassagegerätes mit LED-Leuchten überreden. (Bisher kann ich sagen: gute Investition, mein Koch mag es – bisher nur am Rücken getestet) Außerdem hatten wir unseren Spaß daran, die teilweise doch etwas obskuren Geräte unter die Lupe zu nehmen. Warum zur Hölle braucht man einen fast einem Meter langen leuchtenden Penis?! Aber gut, auch dafür gibt es sicher Abnehmer. Der Höhepunkt des Amüsements war aber eindeutig das pinkfarbene Rodeo in Penisform, welches Mitten in einer der Hallen platziert war und sich zahlreicher mutiger Reiter erfreute.
Zudem wurde man an jeder Ecke zu einer Weinverkostung eingeladen. Wenn man da überall JA sagt, kommt man sicher recht schnell in angeheiterte Stimmung (inklusive Kauflaune). Da uns beiden nicht nach Alkohol zu Mute war, probierten wir uns an einem Stand durch das Saftsortiment. Natürlich ohne uns den komplett überteuerten Saft andrehen zu lassen. Danach ging es in die Fetisch-Halle, wo wir zunächst von einem „alten“ Szene-Hasen einige Anekdoten über das „Geschäft“ erfuhren und uns später durch die Verkaufsstände zwischen Leder, Lack und Latex wühlten. Und ich sage es mal so: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, hätte ich mich dort schon ganz gern mit einigen Utensilien wie einer neuen Peitsche, einem kurzen Lackröckchen oder einer schicken Maske eingedeckt. Es gab einige Teile, die mein Interesse weckten. Vor allem im Hinblick darauf, dass ich demnächst endlich mal in einen der Berliner-Clubs gehen möchte, wo man sowas auch tragen kann und muss. Ich beließ es aber dann dabei, mich lediglich inspirieren zu lassen. Außerdem gab es einen Bondage-Stand, an dem ein Mann sehr kunstvoll Seile und Ketten um Frauen drapierte, sodass es fast wie schöne Unterwäsche wirkte. Als ich das sah, bekam ich große Lust darauf, dass mich auch mal jemand so schön verschnürt…

Im Allgemeinen waren die Leute an den Ständen (natürlich) sehr offen und zugänglich. Man durfte alles ausprobieren, Fragen stellen und sich vorführen lassen. So kam es auch, dass mir plötzlich eine kleine Asiatin ungefragt einen Mini-Vibrator in den Schritt drückte…auch nett.

In der dritten Halle gab es dann allerhand nackt Haut zu sehen…vielleicht sogar etwas zu viel. Will heißen, dass dort viele junge Mädchen zu lauter Musik tanzten und die Hüllen fallen ließen. Es ist nicht so, dass mir das nicht gefallen würde, ich schaue mir sowas auch ganz gern an. Schlimm fand ich eher dieses extreme „Zur-Schau-Stellen“. Diese Mädchen zeigten einfach alles – wirklich alles – von sich und dutzende gaffende Männer mit Handykameras standen drum herum. Ja ich weiß, das ist eben die Branche und die Mädels machen das (hoffentlich) auch freiwillig, dennoch fand ich es etwas schockierend. Auch vor dem Hintergrund, dass man bei Frauen offensichtlich problemlos alles begaffen darf und bei Männern komischerweise nicht. Wir stellten uns nämlich später in der Schlange für eine Men-Strip-Show an (Girls only), wo drei knackige Herren ihre Muskeln entblößten. Aber bis zuletzt blieb das beste Stück immer verdeckt.

Aber ich möchte hier gar nicht so sehr den großen Kritiker raushängen lassen. Ich habe den Anblick der drei Sahnestücke sehr genossen, auch wenn ich froh war, nicht von ihnen auf die Bühne geholt zu werden, um alles im wahrsten Sinne des Wortes „hautnah“ zu erleben. Ich habe mich auf der Messe schon auch ziemlich wohl gefühlt und hatte wirklich Spaß dabei, die ganzen Spielzeuge und Accessoires eingehend zu studieren und mich inspirieren zu lassen. Meine Freundin hat ein ähnlich großes Interesse an diesen schönen Dingen und ich konnte mich mit ihr während des Schlenderns durch die Stände wunderbar offen über Fantasien und Vorlieben austauschen. Am Ende habe ich mir auch noch selbst ein kleines, schickes neues Spielzeug gegönnt, eines das nicht so sehr nach „Spielzeug“ aussieht, sehr edel in schwarz-gold…. und diese Investition war jeden Cent wert.

Mein Fazit zu diesem Sonntags-Ausflug: Die Venus sollte man mal gesehen haben, wenn man Lust an Erotik, Spielzeugen und Fetisch-Accesoires hat. Und prinzipiell würde ich dort auch mit (m)einem Partner noch einmal hingehen, denn für Inspiration beim Sexspiel, ein leichtes Kribbeln und Lust auf mehr sorgt die Messe definitiv.

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