Bye bye Barcelona

Schon sitze ich wieder im Flieger und die Reise geht im Sonnenuntergang wieder zurück Richtung Deutschland. Irgendwie hatte ich erwartet, spätestens im Flugzeug eine Art Leere zu empfinden. So wie ich sie schon so manches Mal gespürt habe, wenn eine tolle Reise zu Ende geht. Doch ich fühle mich gar nicht leer. Ich fühle mich komplett erfüllt von Liebe und positiven Gefühlen.

Zum einen haben mich diese neun Tage in Barcelona die Zeit vergessen lassen. Ich liebe diese Stadt und habe so viele neue Eindrücke gewinnen können. Zum anderen verging die Zeit auch wie im Flug und gerade drückt mich der Abschiedsschmerz doch sehr. Was auch damit zusammen hängt, dass ich meinen Koch soeben am Sicherheitscheck verabschieden musste. Ich fliege nun zunächst noch nach Frankfurt. Für ihn geht es direkt zurück nach Berlin. Jetzt muss ich erstmal alle Erlebnisse und Emotionen der letzten Tage verdauen. Dieser Urlaub war perfekt, wenn es das überhaupt gibt. Ich bin meinem Ich wieder etwas näher gekommen und habe einen Zustand der inneren Ruhe erlangen können. Ich habe eine wundervolle Stadt kennen lernen dürfen. Wenn ich tatsächlich mal auswandern sollte, wäre Barcelona definitiv in der engeren Wahl. Ich bin auch meinem Koch um einiges näher gekommen. Fünf Tage non stop zu zweit ist schon ziemlich krass. Vor allem, wenn weil wir uns ja gerade mal gute drei Monate kennen. Eine ganze Menge Beziehungen gehen laut diverser Statistiken im Urlaub kaputt. Liegt es also daran, dass wir uns immer noch kennen lernen, oder vielleicht auch daran, dass das eine wirklich spontane Aktion war? Oder passen wir wirklich einfach irgendwie ziemlich gut zusammen?! Was meine Gefühle angeht, kann ich sagen, dass ich definitiv in ihn verliebt bin oder besser gesagt, mich ziemlich in ihn verliebt habe. Wow! Und nein, ich habe keinerlei Hemmungen, das auszusprechen. Natürlich ist nie immer alles super toll und auch wir haben Meinungsverschiedenheiten. Aber im Großen und Ganzen harmonieren wir ziemlich gut. Es bleibt nach wie vor bei den kleinen Sticheleien, was andere Männer/Frauen angeht. In diesem Punkt bin ich einfach noch nicht weiter gekommen. Es ist aber definitiv so, dass ich mit mehr vorstellen kann, sogar irgendwie an eine gemeinsame Zukunft denken könnte… Egal wie die aussehen mag. Und auch er hat erwidert, dass diese Reise eine komplett positive Erfahrung war. Und er hat zugegeben, dass die Beweggründe am Anfang eher die waren, dass er mich dort nicht allein lassen wollte. Aber er hat festgestellt, dass sich durch diese enge Zweisamkeit zwischen uns noch mehr entwickelt hat und uns diese Art von gemeinsamer Zweisamkeit sehr gut getan hat.

Den letzten Tag haben wir am Strand von Badalona verbracht. Dort ist es weitaus entspannter als in Barceloneta, dem Strand in Barcelona. Wir haben den ganzen Tag entspannt, gemeinsam in den Wellen getobt, Bier getrunken und er hat ein metertiefes Loch im Sand gebuddelt. Ja, in jedem Mann steckt doch ein kleines Kind. Und natürlich haben wir ganz nebenbei ein bisschen über die anderen Badegäste gelästert. Das machen wir einfach zu gern. Ich muss sagen, dass ich da tatsächlich kurz einen Punkt erreicht habe, wo mir seine laute und manchmal auch penetrante Art etwas zu viel wurde. Wir haben am Abend darüber gesprochen und er sagte mir, dass er damit versucht, meine Grenzen auszutesten. Insofern… Gar nicht verkehrt, wenn auch provokativ. Ich denke, ich schaffe es auch, ihm seine Grenzen entsprechend aufzuzeigen. Das alles geschieht aber immer auf Augenhöhe, was ich sehr gut finde und uns bereichert. Abends ging es dann noch zum Romantik-Scheiß an den wunderschön beleuchteten Brunnen am Plaça Catalunya und danach in eine Bar zu ein paar letzten Gläsern Sangria. Im Bett haben wir spät nachts noch Lovesongs gehört, bis wir eingeschlafen sind. Ja, voll romantisch.

In vier Wochen planen wir den nächsten Trip: Amsterdam. Nach den vergangenen fünf Tagen sehe ich dem sehr freudig entgegen.

Abschließend kann ich sagen, dass mein Barcelona-Urlaub wirklich mehr als gelungen ist. Ich habe alles erreicht, was ich mir gewünscht habe, es gab keinerlei Katastrophen und ich hatte verdammt viel Spaß. Zudem bin ich nach wie vor einfach begeistert von der Stadt, die unglaublich viele Facetten hat. Viel Kultur, Gastfreundlichkeit, Berge, Strand, Sangria und Tapas.

In den Berliner Alltag muss ich zum Glück trotzdem noch nicht zurück. Heute geht die Reise nach Frankfurt, wo ich als Zwischenstopp, bei einer Freundin nächtige. Danach geht es weiter in die Nähe von Baden-Baden, wo eine alte Freundin, mit der ich mein Auslandsjahr in Lettland verbrachte, ihren 30. Geburtstag feiert. Ich bin sehr gespannt, alte Freunde wieder zu treffen. Zehn Jahre ist das gemeinsame Abenteuer bereits her. Wir sehen uns nur unregelmäßig, aber diese Erfahrung hat uns extrem zusammen geschweißt und jedes Mal ist es, als wäre keine Zeit vergangen.

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