Urlaub in Zweisamkeit

Um ehrlich zu sein, hätte ich wirklich nicht gedacht, dass die Zeit zu zweit hier so schön und so entspannt sein kann. Und ich war ziemlich erstaunt darüber, wie ich die Gesellschaft einer vertrauten Person und vor allem die Kommunikation vermisst habe. Da mein Koch von der Reise und dem Schlafentzug ziemlich müde war, war er auch nicht ganz so gesprächig in den ersten Stunden. Umso mehr plapperte ich von den letzten Tagen und meinen Erlebnissen. Das tat unglaublich gut. Ich gab ihm noch eine kurze Stadtführung und zeigte ihm die für mich wichtigsten Hotspots. Natürlich auch die Sagrada Familia, von der er ebenso begeistert war wie ich.

Hungrig vom Laufen gönnten wir uns im gotischen Viertel eine große Portion verschiedener Tapas. Im Anschluss ging es über die Ramblas und den Fischmarkt in eine Bar, die an eine Art Studentenkeller erinnerte und dementsprechend auch große und günstige Drinks im Angebot hatte. Genau das Richtige um meinen Nicht-Hochzeitstag mit Tequila und Sangria zu begießen. Dabei kam noch einmal das Legostein-Thema auf. Kann es sein, dass Legosteine im Laufe der Zeit Kratzer und Kanten bekommen und sie deswegen nicht mehr so gut halten?! Oder macht es sie genau deswegen zu Unikaten? Zugegeben, das ist eine eher negative Sicht, nachdem die Liebeserklärung so romantisch war. Aber wir sind eben auch realistisch und das mag ich so an dieser Verbindung. Wir sind auch beide skeptisch, was das Thema Sicherheit in einer Beziehung angeht. Sicherheit ist etwas, was auf Gegenseitigkeit beruht….ich schätze, dieses Thema ist noch nicht ausdiskutiert und ich schätze es, dass wir über solche Dinge sehr offen reden können, eine Sache die sich hoffentlich nie ändert.

Nach einer sehr schönen, zweisamen Nacht sind wir heute entspannt in den Tag gestartet und haben uns auf den Weg zum Park Güell gemacht. Dieser liegt in den Hügeln am Stadtrand und bietet einen wundervollen Blick auf Barcelona und die umliegenden Berge. Ich habe es sehr genossen mit dem Koch an meiner Seite dort lang zu schlendern. Komplett unverkrampft, Hand in Hand … Dabei streichelt er mit seinem Daumen immer sanft über meinen Zeigefinger. Ich fühle mich sicher bei ihm und mag es, dass man uns zusammen sieht. Er passt immer verdammt gut auf, dass mir ja nichts passiert. Zudem finde ich es toll, wie er sich hier ebenfalls für alles so begeistern kann. Ich lerne eine komplett neue Seite kennen, die mir sehr gut gefällt. Und ganz nebenbei haben wir beide in vielen Dingen den gleichen Humor und ähnliche Einstellungen. Unsere Lieblingsbeschäftigung: über nervige Touristen lästern. Zum Glück wehrt auch er sich gegen die anstrengende Selfie-Kultur, die leider nicht nur ein Trend war, sondern immer schlimmer wird.

Ich bin wirklich sehr froh darüber, wie sich hier alles entwickelt und wie entspannt und selbstverständlich alles ist. Ich kann komplett ich selbst sein. Und trotz Zweisamkeit immer noch die Dinge machen, die mir wichtig sind zum Beispiel jeden Tag einen neuen Beitrag schreiben. Das alles hat sich lange nicht mehr so gut angefühlt und ich hoffe, dass es so bleibt.

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