Endlich Urlaub

Keine Angst, ich bin nicht schreibfaul geworden. Ich hatte nur einfach in der letzten Woche keine wirklich ruhige Minute, um meine Gedanken zu sortieren. Dafür kann ich mir jetzt umso mehr Zeit nehmen, denn ich habe endlich Urlaub. Unglaublich. Monatelang habe ich mich darauf gefreut, endlich eine kleine Auszeit zu nehmen. Und so bin ich heute morgen in aller Frühe in den Flieger nach Barcelona gestiegen und entspanne mich gerade in der kleinen gemütlichen Wohnung einer sehr netten Spanierin.

Es ist irgendwie befreiend grad mal weg zu sein. Weg aus den eigenen vier Wänden und weg aus Berlin. Nicht falsch verstehen, ich liebe Berlin nach wie vor. Ich liebe mein neues (Nacht)Leben. Aber manchmal muss man einfach raus und was anderes sehen. Und da mein letzter ernsthafter Urlaub meine Flitterwochen waren, wurde es jetzt wirklich mal höchste Zeit.

Ich möchte dieses Wegsein auch wirklich nutzen, um bei mir selbst etwas aufzuräumen. Vieles strömt wie immer auf mich ein und ich schmeiße alles immer nur auf einen Haufen, ohne es mal ordentlich in Schubladen zu packen oder auszumisten.

Ich bekomme auch noch regelmäßig Nachrichten von meinem Ex, der mich wegen irgendwelcher Gelddinge nervt. Ich habe aufgehört, darauf zu antworten. Ich kann mich damit einfach nicht mehr befassen. Ich will ihn einfach nicht mehr in meinem Kopf haben. Ist das so schwer zu verstehen? Ich weiß, dass das vorerst nicht gehen wird und ich mich auch nicht ewig davor drücken kann. Aber jetzt gerade ist es das Einzige was mir gut tut und mich nicht vollends durchdrehen lässt.

Und was macht der Rest? Ich muss gestehen es ist grad in einigen Beziehungen etwas ruhiger geworden. Ich nenne es mal Sommerloch. Etwas weniger intensiv, weniger eng. Dennoch da und gewollt. Ich will jetzt auch nicht mit dem Finger auf irgendwen zeigen. Ich glaube, es ist schon richtig, wie es sich ergibt. Und mal abgesehen von Verpflichtungen wie Familienurlaub, die Treffen natürlich nicht möglich machen, bin ich eventuell selbst nicht so ganz unschuldig. Gibt es doch da einen, den kleinen roten Legostein, der um einiges stärker an mir haftet, als die anderen. Und auch ich fühle mich auf eine andere Art und Weise zu ihm hingezogen. Manchmal spüre ich sogar die Flügelschläge kleiner Schmetterlinge in meinem Bauch. Ganz komisches Gefühl… Ist irgendwie schon lange her.

Er ist großartig und macht mich sehr glücklich… Und jetzt kommt das ABER! Als wir am Wochenende mal wieder bis zum Sonnenaufgang Wein trinkend in meiner Küche saßen, bekam ich viele innige und ehrliche Liebesbekenntnisse. Es ist nicht so, dass ich diese Gefühle nicht erwidern kann. Aber diese eine Sache, nämlich die mit der Monogamie, die bekomme ich einfach nicht hin. Das heißt, ich fühle mich innerlich total blockiert, wenn es um die Frage geht, es dieser Beziehung zu liebe zu ändern. Ich habe riesige Angst. So wunderbar es ist, ich habe Angst, wenn ich mich vollkommen fallen lasse, ich vielleicht doch nicht gehalten werden kann. Und das hat nicht mal was mit dem Vertrauen zu ihm zu tun. Ich glaub es ist so ein Urvertrauen, was in mir ziemlich erschüttert ist. Und deswegen müssen einfach alle Hintertürchen offen bleiben. Und wenn ich ihm das sage, dann fühle ich mich wie ein Arsch. Denn so eine einseitige Sache ist nunmal einfach nicht fair. Aber auch wenn die Wahrheit schmerzhaft ist, es gibt keine Lügen. Was es manchmal noch viel schlimmer macht. Ich glaube tatsächlich, wenn es andersherum wäre, hätte ich schon längst das Weite gesucht.

Dennoch möchte ich weiterhin genau auf meine sieben Sinne hören und nur das tun, wovon ich denke, dass es zu 100% richtig und gut ist für mich. Ja ich weiß… Egoistisch. Aber ich wurde wirklich schon genug verletzt, weil ich mir eben nicht selbst vertraut habe. Und zumindest aus diesem Fehler sollte ich jetzt mal gelernt haben. Und wer weiß, vielleicht ändern sich die Dinge mit der Zeit. Wenn es so sein sollte, werdet ihr das hier lesen.

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