Eine Lego-Liebeserklärung

Ich gebe es ganz offen zu, ich bin eine richtige Romantikerin. Mich kann man wirklich mit vielen kitschigen Sachen begeistern. Okay, zu kitschig sollte es dann doch nicht sein. Ganz wichtig: ich hasse Schnittblumen!! Aber ich liebe kleine Überraschungen, die mir den Tag versüßen, ich habe Unmengen an Duftkerzen und Räucherstäbchen, mag romantische Filme, Sonnenuntergänge, Sternschnuppen usw… Eine Sache, die dieser ganze Standard-Romantikkram einfach nicht toppen kann, sind Worte: eine romantische Liebeserklärung. Und da sind (euch Männern) absolut keine Grenzen gesetzt. Egal ob geschrieben oder gesprochen, mich begeistert ein leises „Liebe dich!“ genauso wie das ganz große Kino. Hauptsache es ist ehrlich und kommt von Herzen.

Diese Woche habe ich, glaube ich die metaphorischste und süßeste Liebeserklärung ever bekommen. Sie startete mit der Aussage: es gibt ein paar Dinge, die ich nicht teilen will, eines davon sind Legosteine. Das mag im ersten Moment erstmal recht witzig klingen. Was danach kam, war aber eine verdammt gut durchdachte Metapher, die mein derzeitiges Leben auch noch richtig gut beschreibt.

Jeder kennt Lego. Wir betrachten also die Steine, die oben vier Noppen haben. Wer schon mal mit Lego gespielt hat weiß, wenn man zwei dieser Steine aufeinanderdrückt, sind die echt schwer wieder auseinander zu bekommen. Sie halten richtig fest zusammen und es bedarf einiger Anstrengung sie voneinander zu lösen. Wir haben nun also das Bild von einem kleinen roten und einem kleinen grünen Legostein, die fest aufeinander sitzen. Rot und grün sind Komplementärfarben, passen also auch ganz gut zusammen. Was passiert nun aber, wenn man oben auf den roten noch einen Stein drauf setzt, oder vielleicht sogar drei oder vier? Die lassen sich dann tatsächlich schneller ablösen. Probiert es aus, es ist wirklich so! Wenn man nun also fünf Legosteine aufeinander stapelt, bekommt man ein zwar stabiles aber dennoch leicht zu lösendes Gebilde. Und die Farbauswahl ist natürlich auch entscheidend. Zwei Grüne? Zu ähnlich! Ganz verschiedene Farben? Zu durcheinander! Wird also alles ganz schön schwierig.

Ich denke, es wird schnell klar, wer hier welcher Legostein in der Konstellation ist. Diese Metapher hat mich wirklich schmunzeln lassen, denn sie trifft den Nagel schon irgendwie auf den Kopf. Aber es kommt noch besser, ich hab ja von Liebeserklärung gesprochen. Nachdem dann nun diese These stand, folgte die Frage der Fragen: Willst du mein grüner Legostein sein?

😉

Oh man, war das süß. Ich fand es sogar so süß, dass mir für einen ganz kurzen Moment die Tränen in die Augen schossen. Ist das zu fassen? Diese kleine „Lego-Beziehungs-Theorie“ kam so spontan und so ehrlich rüber. Und ja, na klar will ich der grüne Legostein sein, der fest auf dem roten sitzt. Manchmal habe ich eben nur ein bisschen Angst, mich zu sehr an den roten Legostein ran zu drücken, weil ich fürchte, dass er mich doch nicht halten kann, oder mich nur für den Moment hält. Und nebenbei staple ich mir noch mehr bunte Legosteine obendrauf, in der Hoffnung, mehrere könnten mir den Halt geben, den ich suche. Dieses Vertrauen zu 100% in den roten Stein zu setzen, erfordert eine Menge Mut. Mut, den ich jetzt noch nicht habe. Aber ich habe Geduld und werde die Zeit ihren Beitrag leisten lassen. Und wer weiß, vielleicht kleben der rote und der grüne Legostein irgendwann nur noch zu zweit ganz fest aneinander und halten einander fest.

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