Networking mal anders

Aktuell bin ich sowohl beruflich als auch privat extrem viel unterwegs. Kein Tag gleicht dem anderen und immer wieder lerne ich neue Leute kennen oder habe die Möglichkeit bestehende Kontakte zu vertiefen. In Grunde mag ich mein Jetset-Leben.
Wie schon erwähnt, habe ich im Kit Kat letztens einen Doc kennen gelernt, der mich als Bunny zu einem seiner Spanking Workshops eingeladen hat. Die Möglichkeit wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. So trafen wir uns letzte Woche zu einem kurzen Vorgespräch. Er erklärte, was er mit mir machen würde, wir besprachen Vorlieben und No Gos. Wobei ich beim Spanking so gut wie keine No Gos kenne. Allerdings werde ich mit dem Thema auch gerade erst so richtig warm und bin daher insgesamt sehr aufgeschlossen. Das Gespräch gab mir Sicherheit und Vertrauen in die Sache. Der alte Mann gefiel mir und es gab auch keinerlei Grund zu Annahme, dass dieses Treffen irgendwie anrüchig oder seine Absichten unmoralisch wären.

Ich freute mich also auf den Workshop am Samstag. Wobei ich zugeben muss, dass das alles extrem stressig war. Freitagabend war ich spät von meiner Dienstreise zurück gekommen und musste Samstag schon wieder früh auf der Matte stehen, da ich ein Konzert hatte. So sehr ich das Musikmachen auch diesmal genoss, stand ich wirklich unter Zeitdruck, was mir ein bisschen was vom Genuss nahm.
Als ich in der Berliner BDSM Lounge angekommen war und der Doc mir die Location gezeigt hatte, entspannte ich mich ein wenig. Eine Grundaufregung blieb aber. Immerhin würden zahlreiche neugierige Augen mir bei etwas sehr Intimen genau zusehen.
Captain Fox und zwei weitere Bekannte aus der Kinky-Community waren auch gekommen. Es beruhigte mich, ein paar Bekannte Gesichter dabei zu haben. Aber auch alle anderen Workshop Teilnehmer wirkten sehr sympatisch. Das Alter war sehr gemischt.
Wir starteten mit etwas Theorie und Geschichte zum Thema Spanking. Diese Praktik stammt noch aus der Sklavenzeit und über die Jahre haben sich aus Dingen, wie Bestrafungen, Sklavenhaltung und Züchtigung Neigungen, psyische Muster und eben auch Sex-Fetische entwickelt. Zwischendurch musste ich immer wieder aufstehen und der Doc zeigte an mir einige Techniken. Es gibt gerade beim Spanken vieles zu beachten. Manche Körperteile, wie Nieren, Hals oder Achillessehne sind tabu, da man seinen Partner dabei ernsthaft bis tödlich verletzten könnte. Auch die Handhabung von Peitschen und Floggern will geübt sein.
Anfangs war es komisch, mich vor den ca. 12 Leuten nach vorn zu beugen und mir auf den Hintern schlagen zu lassen. Irgendwie fühlte ich mich nackt und bloß gestellt. Aber das Gefühl verschwand dann relativ schnell.

Und dann freute ich mich auch wirklich auf die bevorstehende Session. Ich bekam eine Augenbinde und Handfesseln und wurde an ein Kreuz gekettet, sodass mein Hintern den Zuschauern zugewandt war. Wir hatten vorher Hand-Drück-Zeichen vereinbart, sodass der Doc immer wusste, wie es um mich stand, ob es mir gut ging und ob ich mehr wollte. Er begann langsam, mich mit leichten Schlägen mit der Hand aufzuwärmen. Dann steigerte er die Intensität. Ich blieb ganz ruhig und atmete tief, so wie ich es vom SM-Boy gelernt hatte. Ich genoss es und war bald in meiner ganz eigenen Welt. Das Publikum bemerkte ich kaum noch. Zunächst signalisierte ich auch immer wieder, dass er ruhig härter zuschlagen könnte. Dabei zeigte er verschiedene Techniken mit Floggern, Paddels, Rohrstöcken und Peitschen. Zwischendurch machte er immer wieder Pausen, streichelte mich, gab mit Zeit zum atmen. Ich fühlte mich geborgen in seinen warmen Händen. Dennoch wollte ich die Intensität dann irgendwann nicht mehr erhöhen. Ich fühlte mich zwar nicht überreizt, aber ausgereizt. Die Haut an meinem roten Hintern glühte. Nach 20 Minuten erlöste er mich.
Ich war glücklich und auch bisschen stolz, dass ich mich getraut hatte. Es war, als wäre es das Normalster der Welt. Selbst, dass mein Hintern nur durch ein leichtes Höschen verdeckt wurde, störte mich nicht im geringsten. Hinterher leuchtete er in den schönsten Farben. An dem Tag ist mir auch mal wieder aufgefallen, dass mein Hintern wirklich eines meiner Lieblingskörperteile an mir ist.

Im Anschluss wollte natürlich auch Captain Fox noch ein wenig spielen. Interessant war für mich der direkte Vergleich. Captain Fox war wilder, ungestümer und gönnte mir weniger Pausen, sodass ich bald ziemlich erschöpft war. Das ruhige Atmen fiel mir überhaupt nicht mehr leicht. Aber ich war dankbar, für  alles, was ich an diesem Nachmittag bekommen hatte.
Spanking wird für mich mehr und mehr zu einem richtigen Fetisch und hat mit dem landläufigen „auf Schmerzen stehen“ gar nicht mehr so viel zu tun. Ich erreiche dadurch einen meditativen Zustand und spüre meistens tiefe Entspannung.

Nach dem Workshop zogen wir mit den anderen beiden weiter zu einer Party. Ein Freund aus der Kinky-Community feierte seinen Geburtstag. Es war zwar eine Vanilla Party, aber es waren viele bekannte Gesichter aus der Szene da. So traf ich auch den Architekten und den SM-Boy. Ein derartige Konstellation hatte ich bisher noch nicht, aber ich genoss die Aufmerksamkeit sehr und fand es super, dass ich wann immer mir danach war meine Sweeties abknutschen durfte. Dass sie auch mit anderen knutschten störte mich überhaupt nicht. Diese grundentspannte Haltung finde ich einfach klasse. Und so kam ich an dem Abend sowohl auf der Toilette, als auch einmal auf der Feuerleiter auf meine Kosten. Ist fast schlimm, dass man nicht mehr auf Vanilla-Parties gehen kann, ohne ständig getriggert zu werden. Aber einfach mal Sex haben zu können, wenn einem auf einer Party danach ist, ist schon echt nett. Mal davon abgesehen habe ich mich auch wirklich gut unterhalten. Noch ein Faktor, der einfach passt bei den Leuten.

Nachdem wir ewig getanzt hatten und die Party sich leerte, zog ich mit einem Typen weiter und wir trafen noch T, mit dem wir bei ein paar Bierchen noch über Gott und die Welt philosophierten. Als es hell wurde, machten wir uns auf den Weg zu mir. Wir waren alle ordentlich durch. T schlief sofort ein, während ich den anderen Typen auf dem Sofa noch etwas genauer kennen lernte…

Als ich gegen Mittag erwachte, freute ich mich zwischen den beiden Schnuckies aufzuwachen.
Ich erwähnte es schon: Diese grundentspannte Haltung gibt mir gerade unglaublich viel. Ich habe so viele Baustellen, insbesondere im beruflichen Alltag, dass ich so froh bin, dass der Bereich Beziehung gerade mal vollkommen unaufgeregt und harmonisch funktioniert, ohne das jemand verletzt wird oder sonst etwas Dramatisches passiert. Ich hoffe, ich kann mir dies noch lange so erhalten.
Offensichtlich erdet mich diese Tatsache, da ich immer wieder gesagt bekomme, dass ich sehr glücklich und ausgeglichen auf die Menschen wirke. Insofern kann das ja nur gut sein.